
Basel/Berlin, 15. Juni 2009
Neuer Prognos World Report „Industrial Countries 1995 – 2025“ vorgelegt: Die Basler Prognos AG zeigt in ihrem aktuellen World Report die Wachstumsperspektiven der Weltregionen bis 2025 auf. Die Entwicklung der 30 wichtigsten Industrieländer wird im Detail dargestellt.
Weltwirtschaft: Langsame Erholung in Sicht
Das globale BIP wird 2009 erstmals in der Nachkriegszeit schrumpfen, für 2010 erwarten wir einen leichten Zuwachs von 1,7 Prozent. „Wir erleben nicht das Ende des Wirtschaftssystems, aber es wird einige Verschiebungen in der Weltökonomie geben", sagt Christian Böllhoff, Geschäftsführer der Prognos AG. „Das Wachstum wird zukünftig vor allem von den führenden Schwellenländern wie China und Indien getragen, die ihre Binnendynamik vor allem im Privaten Konsum stimulieren. Die Industrieländer erholen sich wegen der größeren Verwerfungen auf ihren Finanzmärkten erst langsamer. Deren BIP-Wachstum beträgt hier 2010 nach unseren Prognosen 0,3 Prozent“.
Globale Wachstumszentren 2025: China und Indien
Die USA werden nicht wieder voll in ihre alte Rolle als Zugpferd der Weltwirtschaft schlüpfen, Asien übernimmt ein Stück weit die Aufgabe der USA. Allerdings kann unseren Prognosen zufolge die geringere Wachstumsdynamik in den USA nur zum Teil kompensiert werden. Die Weltwirtschaft erreicht erst längerfristig wieder ihr Trendwachstum. Die aktuellen Einkommensverluste können vorerst nicht wettgemacht werden.
Im Jahr 2025 werden die „alten“ Industrieländer nur noch ein Drittel zum weltweiten BIP-Wachstum beitragen, vor der aktuellen Krise war es noch die Hälfte. „Allein China trägt dann mehr zum globalen Wachstum bei als die USA. Indien wird 2025 als globaler Wachstumsmotor die gleiche Bedeutung haben wie die Euro-Zone“, so Dr. Michael Schlesinger, Chefökonom der Prognos AG. Diese Verschiebungen dürfen nicht darüber hinweg täuschen, dass die Differenz zwischen den Durchschnittseinkommen in armen und reichen Ländern weiter zunimmt: Zwar wachsen die ärmeren Länder bis 2025 in der Regel pro Kopf deutlich schneller, wegen des großen Vorsprungs der „alten“ Industrieländer im Ausgangsniveau vergrößert sich der Einkommensabstand dennoch.
Langfristig eingetrübte Wachstumsaussichten für Deutschland
Mit einem BIP-Wachstum von 1,0 Prozent p.a. zwischen 2011 und 2025 liegt Deutschland innerhalb der EU vor Italien auf dem vorletzten Rang. Pro Kopf betrachtet kann Deutschland bis dahin seine aktuelle Einkommensposition um einen Platz verbessern (Rang 13 unter 30 Industrieländern). Neben der aktuellen Krise ist die demografische Entwicklung, insbesondere die fehlende Zuwanderung ausschlaggebend für das Wachstum. Dadurch verringert sich die Einwohnerzahl bis 2025 auf 78,6 Millionen Personen. „Erst nach 2015 nimmt in unserer Prognose die Zuwanderung als Reaktion auf den sich abzeichnenden Arbeitskräftemangel zu. Das setzt eine Liberalisierung der Zuwanderungsbedingungen voraus. Andernfalls werden Wachstumspotenziale verschenkt“, warnt Prognos Chefökonom Dr. Michael Schlesinger.
Prognos World Report „Industrial Countries 1995–2025“
Basel, Juni 2009, Englisch, rd. 550 Seiten, EUR 2.500,-
Weitere Informationen / Bestellmöglichkeit: worldreport(at)prognos(dot)com
www.prognos.com/worldreport
Die Prognos World Reports, seit 1971 jährlich erscheinend, dienen als Planungsinstrument für internationale Entscheidungsträger in Wirtschaft und Politik. Mit rund zwanzig Tabellen und Grafiken pro Land sowie umfassenden Ländervergleichen zeigt der aktuelle Prognos World Report „Industrial Countries 1995–2025“ die demografische und wirtschaftliche Entwicklung von 34 Industrieländern und Staatengruppen bis 2025 detailliert auf.
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