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Bildung & Beschäftigung

Deutschland ein Auswanderungsland? Prognos- Studie untersucht Gründe für die Auswanderung von Fach- und Führungskräften

Berlin, 24. Juni 2008
Im Rahmen einer international angelegten Befragung im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie hat die Prognos AG erstmals umfassend untersucht, was Fach- und Führungskräfte aus Wirtschaft und Wissenschaft dazu bewegt, Deutschland den Rücken zuzukehren. Dazu wurden 1.410 Fach- und Führungskräfte, die dauerhaft im Ausland leben, online befragt. Die Studie wurde heute in Berlin vorgestellt.


Die Zahl der Menschen, die ins Ausland gehen, steigt: Das statistische Bundesamt meldete für das Jahr 2007 rund 161 000 Fortzüge deutscher Staatsangehöriger aus Deutschland, das entspricht der Einwohnerzahl von Osnabrück und ist die höchste Zahl deutscher Auswanderer seit dem Jahr 1954.

In Deutschland gesuchte Fachkräfte wandern aus
Fach- und Führungskräfte, die aus Deutschland auswandern, leben laut Befragung seit durchschnittlich sechs Jahren im Ausland, sind mit 63% überwiegend männlich und zu 84 % Akademiker. Etwa 21% der Befragten sind der Gruppe der MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) zuzurechnen, also Berufsgruppen, die schon heute vom Fachkräftemangel betroffen sind.

Arbeitsmärkte im internationalen Wettbewerb
Für gut qualifizierte Fach- und Führungskräfte wird der Arbeitsmarkt zunehmend globaler. Die Studie zeigt: 68% der Befragten erwarten von der Auswanderung bessere Berufs- und Einkommensperspektiven. „Die Attraktivität beruflicher
Möglichkeiten im Ausland stellt das Hauptmotiv für die Auswanderung von Fach- und Führungskräften aus Wirtschaft und Wissenschaft dar“ so Dr. Iris Pfeiffer,
Leiterin der Studie bei Prognos.

Qualifiziert – erfolgreich – ausgewandert?
Fach- und Führungskräfte, die auswandern, waren bereits in Deutschland beruflich erfolgreich. Gerade diejenigen, die bereits in Deutschland überdurchschnittlich gut verdienten, streben eine Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse durch weniger Steuern und ein höheres Einkommen im Ausland an. Für Wissenschaftler ist die Situation häufig eine andere: Sie beklagen die schlechte Einkommens- und Beschäftigungssituation in Deutschland. Neben materiellen Gründen ist Auswanderung bei allen Befragten auch durch den Wunsch nach mehr Freiraum für die Selbstverwirklichung in einer Gesellschaft mit einer optimistischeren Grundhaltung motiviert.

Rückkehrbereitschaft und -motive
Für die Mehrheit der Auswanderer (53%) ist die Rückkehr nach Deutschland in absehbarer Zeit durchaus eine Option. „Solange aber Lebensqualität und
Einkommen im Ausland höher sind“ bilanziert Christan Böllhoff, Geschäftsführer der Prognos AG, „fehlt Fach- und Führungskräften ein wichtiger Anreiz, wieder nach Deutschland zurückzukehren“. Erst wenn familiäre Gründe ins Spiel kommen, wird die Rückkehr nach Deutschland wahrscheinlich.
 

Studie „Fachkräftemigration“, Berlin, Juni 2008, Deutsch, rd. 70 Seiten
Weitere Informationen und Download der Studie: www.prognos.com

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