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Prognos Deutschland Report 2035 in Stuttgart vorgestellt

Ausblick für die Wirtschaft: Wachstum in Deutschland langfristig bei einem Prozent

Stuttgart/Basel, 29. September 2010
Wie sieht die Zukunft für die deutsche Wirtschaft aus?
Die Basler Prognos AG hat in ihrem neuen „Deutschland Report 2035“ Deutschlands Perspektiven bis zum Jahr 2035 untersucht. Die wesentlichen Ergebnisse wurden am Mittwoch, den 29. September, im Rahmen der Veranstaltung „Perspektiven für Deutschland und Baden-Württemberg“, zu der die Prognos AG und Stuttgart Financial gemeinsam eingeladen hatten, vorgestellt.

 

Deutschland muss sich nach Überwindung der Krise langfristig an deutlich niedrigere Wachstumsraten gewöhnen. Bis zum Jahr 2035 wird das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands nur um durchschnittlich ein Prozent pro Jahr wachsen. Bei rückläufiger Bevölkerungszahl entspricht dies einem Pro-Kopf-Wachstum von 1,2 Prozent. Dies ist ein zentrales Ergebnis des aktuellen Prognos Deutschland Reports, den das Basler Forschungsinstitut am Mittwoch, 29. September 2010, in Stuttgart vorstellt. „Auch wenn das BIP in diesem Jahr mit mehr als drei Prozent wachsen wird, bremst mittelund langfristig die ungünstige demografische Entwicklung das Wirtschaftswachstum“, stellt Prognos Geschäftsführer Christian Böllhoff fest

 

Die Schweizer Forscher betonen, dass die niedrige Wachstumsrate keineswegs auf pessimistischen Annahmen fußt. „Investitionen und technischer Fortschritt werden sich nicht ungünstiger entwickeln als in der Vergangenheit“, so Christian Böllhoff. Voraussetzung für das prognostizierte Wachstum ist eine deutlich ansteigende Erwerbsbeteiligung. Nur wenn sich insbesondere Menschen älter als 60 Jahre sowie Frauen in allen Altersklassen deutlich stärker als heute am Erwerbsleben beteiligen, kann der demografisch bedingte Rückgang des gesamtwirtschaftlichen Arbeitsumfangs zunächst kompensiert werden.

 

Im Zuge der schrittweisen Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters und der zunehmenden Erwerbsbeteiligung von Frauen erwartet Prognos, dass die Erwerbstätigenquote von heute 75 Prozent auf 83 Prozent im Jahr 2035 ansteigen wird.

 

„Aber mit der Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung – die sich ab 2020 beschleunigen wird – ist langfristig ein Rückgang des gesamtwirtschaftlichen Arbeitsvolumens unvermeidbar“, erläutert der Projektleiter des Deutschland Reports, Kai Gramke. „Würde es uns nicht gelingen, die Erwerbsbeteiligung in diesem Maße zu erhöhen, wäre sogar das moderate Wachstum von einem Prozent gefährdet“. Im Jahr 2035 werden laut dem Report noch 2,05 Millionen Menschen in Deutschland erwerbslos sein, dies entspricht einer Quote von 5,1 Prozent.

 

„Baden-Württemberg wird bis zum Jahr 2035 um durchschnittlich 1,1 Prozent pro Jahr und damit etwas stärker als Deutschland insgesamt wachsen“, so Kai Gramke, „aber auch hier bremst der demografische Wandel langfristig das Wirtschaftswachstum“. Im Beobachtungszeitraum 2010 bis 2035 wird die Bevölkerung um rund 70.000 Personen abnehmen. „Somit wird auch in Baden-Württemberg der Blick auf die Arbeitslosenstatistik durch den Blick auf die Fachkräftemangelstatistik ersetzt werden“ erläutert Kai Gramke.

 

„Der in Stuttgart vorgestellte Report zeigt zentrale Herausforderungen auf, die künftig auf die Wirtschaft zukommen. Insbesondere die Daten zu Baden-Württemberg können für Unternehmen der Region Stuttgart hilfreich sein, sich entsprechend vorzubereiten. Darüber hinaus bot die Veranstaltung Gelegenheit für Diskussionen und Austausch zwischen Unternehmen und Experten des Forschungsinstituts“, erläutert Dirk Sturz vom Mitveranstalter Stuttgart Financial, der Kommunikationsplattform für finanzwirtschaftliche Fragen in Baden-Württemberg.

 

Kennzahlen der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland, 2010 bis 2035, Veränderung in % p.a.

 

 

10-15

15-20

20-25

25-30

30-35

10-35

BIP real, Volumenwerte,
Basisjahr 2000

 

 

 

 

 

 

 

Bruttoinlandsprodukt

% p.a.

1.4

1.3

1.0

0.7

0.6

1.0

BIP pro Kopf

% p.a.

1.5

1.4

1.2

0.9

0.9

1.2

Private Konsumausgaben

% p.a.

0.9

1.3

1.0

0.5

0.4

0.8

Konsum des Staates

% p.a.

1.3

0.9

0.7

0.8

0.7

0.9

Bruttoinvestitionen

% p.a.

1.9

1.5

1.2

1.0

0.8

1.3

Exporte

% p.a.

4.1

3.0

2.5

2.1

2.0

2.7

Importe

% p.a.

3.5

3.0

2.5

2.1

1.9

2

 

Quelle: Prognos Deutschland Report 2035, Basel 2010, 2 Bände im Schuber, rund 600 Seiten inkl.  CD-ROM, EUR 4.900,-

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit:
http://www.prognos.com/deutschlandreport

 

Download der vollständigen Medienmitteilung (pdf)

 

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Prognos – Wir geben Orientierung.
Die Schweizer Prognos AG berät seit 1959 europaweit Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft in Zukunftsfragen. Auf Basis neutraler Analysen und fundierter Prognosen entwickeln Experten in Basel, BerlinBremen, Brüssel, Düsseldorf, München und Stuttgart praxisnahe Entscheidungsgrundlagen und Zukunfts-strategien für Unternehmen, öffentliche Auftraggeber und internationale Organisationen.

 

Stuttgart Financial
Stuttgart Financial stellt die übergreifende Kommunikationsplattform für finanzwirtschaftliche Fragestellungen in Baden-Württemberg zur Verfügung. Als Marke der Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V. erfüllt Stuttgart Financial innerhalb der Börsenvereinigung den satzungsgemäßen Auftrag, im Interesse von Bürgern und Wirtschaft die baden-württembergische Finanzwirtschaft zu stärken. Die andere Säule der Börsenvereinigung bildet die am Gemeinwohl ausgerichtete Trägerschaft für die öffentlich-rechtliche Börsenplattform.

Mitbegründer von Stuttgart Financial im Jahr 2007 waren das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg und die Stiftung Kreditwirtschaft der Universität Hohenheim. Stuttgart Financial bündelt die vorhandenen Inhalte und Stärken der Finanzwirtschaft in Baden-Württemberg und erhöht deren Sichtbarkeit. Die Aktivitäten zur Förderung des Finanzplatzes gliedern sich dabei in drei Teilbereiche: Durchführung von Veranstaltungen, Kommunikation mit den Finanzplatzakteuren und deren Vernetzung untereinander sowie Bereitstellung finanzplatzrelevanter Informationen.

 

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