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Dass die Exporte besonders wichtig sind für die Beschäftigung in Deutschland, ist nicht neu. Bislang war man jedoch davon ausgegangen, dass diese Arbeitsplätze vor allem in der Industrie zu finden sind. Berücksichtigt man hingegen die Dienstleistungen, die als Vorleistungen in den exportierten Industrieprodukten enthalten sind, dreht sich das Bild um. Rechnet man alle direkten und indirekten Arbeitsplatzeffekte zusammen, so sind in Deutschland 5 Mio. Beschäftigungsverhältnisse im Dienstleistungssektor und 4,4 Mio. in der Industrie vom Export abhängig. Gerade im Bereich der Unternehmensnahen Dienstleistungen hängen besonders viele Arbeitsplätze indirekt vom Exporterfolg ab. Die Analysen zeigen beispielsweise, dass in der Branche Unternehmensnahe Dienstleistungen 1,8 Mio. Arbeitsplätze vom Export profitieren, im Fahrzeugbau und im Maschinenbau sind es 490.000 bzw. 730.000 Beschäftigungsverhältnisse. In der Betrachtung nach Zielländern zeigt sich, dass mit fast 700.000 Arbeitsplätzen die meisten Beschäftigungsverhältnisse direkt und indirekt vom Export nach Frankreich abhängig sind, gefolgt von den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich mit jeweils mehr als 500.000 Beschäftigungsverhältnissen. China liegt in dieser Betrachtung nur an 11. Stelle (200.000 Arbeitsplätze). Mit der angewandten Methodik ist es möglich, die Arbeitsplatzeffekte für jede Kombination von inländischer Branche und Partnerland darzustellen.

Prognos hat im neuen Globalisierungsreport darüber hinaus den Prognos Freihandels- und Investitionsindex aktualisiert. Darin wird systematisch die Attraktivität der 100 wichtigsten Volkwirtschaften für deutsche Exporteure und Investoren untersucht. Entstanden ist ein in dieser Form einzigartiges Ranking, in dem die zentralen für die Außenwirtschaft wichtigen ökonomischen und politischen Faktoren einfließen. Das aktuelle Ranking zeigt insbesondere, wie die europäischen Märkte von der Staatsschuldenkrise betroffen sind, welche institutionellen Verbesserungen in China zu beobachten sind und wie sich die Länder Nordafrikas nach den politischen Umwälzungen des Jahres 2011 präsentieren. Ziel des Prognos- Freihandels- und Investitionsindex ist es, Unternehmen Orientierung bei der Entscheidung über ein Auslandsengagement zu geben.

Die Staatsschuldenkrise in Europa zeigt deutliche Spuren. Gerade Griechenland gehört aktuell nicht mehr zur oberen Hälfte der attraktiven Märkte für deutsche Unternehmen (Rang 60). Auch die übrigen Länder des Euro-Raums, die sich in akuten Schwierigkeiten befinden, haben an Boden verloren. Die aktuellen Zahlen zeigen eine qualitativ neue Entwicklung. Während Europa in den vergangenen Jahren schon stets wenig dynamische, aber verlässliche Märkte gewesen waren, haben sich die Risiken in einigen Ländern in jüngster Zeit erhöht. Demgegenüber ist in China seit einiger Zeit eine deutliche Verbesserung in den institutionellen Rahmenbedingungen zu beobachten. Diese sind maßgeblich dafür, dass ein Auslandsengagement kalkulierbar ist. Diese Faktoren sind für den Erfolg eines Engagements oftmals von größerer Bedeutung als allein die Dynamik des Marktes.

Hier  gelangen Sie zum Download des Globalisierungsreport 2011.

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