
Der Prognos Zukunftsatlas 2010 – Deutschlands Regionen im Zukunftswettbewerb ist die Aktualisierung und Fortführung des Zukunftsatlas 2007 und 2004. Der Zukunftsatlas 2010 ermittelt anhand von 29 makro- und sozioökonomischen Indikatoren die Zukunftschancen aller 412 Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland. Die ausgewählten Indikatoren bilden die Zukunftsfähigkeit der Regionen in verschiedenen wirtschaftlich und gesellschaftlich bedeutsamen Themenbereichen ab.
Die Zukunftsperspektiven von Regionen werden in Anlehnung an zahlreiche Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung, insbesondere durch folgende vier Determinantengruppen (Themenbereiche) bestimmt:
Der Zukunftsatlas greift diese vier Determinantengruppen mit seinem Indikatorenset auf. Räumlich bildet der Zukunftsatlas Deutschlands Zukunftschancen flächendeckend auf der kleinsten gemeinsamen Aggregationsebene, der Kreisebene, ab. Die Kreise und kreisfreien Städte werden hinsichtlich ihrer Zukunftschancen vergleichend gegenübergestellt.
Methodisch ergibt sich das Standortranking der Zukunftsfähigkeit aus dem Zukunftsindex (Gesamtindex), der sich aus den Teilindices der 29 makro- und sozioökonomischen Indikatoren zusammensetzt. Bei der Berechnung des Zukunftsindex wurde darauf geachtet, dass Größeneffekte relativiert wurden, so dass alle Standorte die „gleichen Chancen“ haben und „große“ Standorte durch Einbeziehung absoluter Daten (bspw. Einwohnerzahl) nicht bevorzugt werden.
Mit Hilfe einer Korrelationsanalyse zahlreicher zur Auswahl stehender Indikatoren wurde eine Reduzierung des Indikatorensets auf möglichst wenige aussagekräftige Standort- und Zukunftsindikatoren vorgenommen. Mit diesem Schritt wird dem Umstand Rechnung getragen sich, trotz der komplexen Aufgabe, die Zukunftschancen zu analysieren sowie inhaltliche und thematische Analysemöglichkeiten zu bewahren, die für die Standortbewertung zentralen Indikatoren zu messen. Neben der thematischen Zuordnung der Indikatoren auf die vier Bereiche Demografie, Arbeitsmarkt, Wettbewerb & Innovation sowie Wohlstand & Soziale Lage beschreiben die Indikatoren zwei unterschiedliche Dimensionen. Zum einen Indikatoren, die den Status quo, also den „Ist-Zustand“ darstellen und zum anderen solche Indikatoren, die die Dynamik, also die Veränderung im Zeitverlauf beschreiben.
Die Status quo-Indikatoren beschreiben die momentane Standortstärke einer Stadt bzw. eines Kreises. Diese Indikatoren werden zum Teilindex „Stärke“ zusammengefasst. Daneben werden die Indikatoren, die eine Veränderung im Zeitverlauf beschreiben, zum Teilindex „Dynamik“ zusammengefasst.
Das Indikatorenset des Zukunftsatlas 2010 ist gegenüber dem 2007er Atlas im Kern unverändert geblieben. Das heißt, es wurden sofern verfügbar, exakt die gleichen Daten erfasst. Diese wurden aktualisiert und somit die jüngsten verfügbaren Daten verwendet. Insgesamt wurden vier Indikatoren ausgetauscht. Aufgrund der Datenverfügbarkeit wurden die im Zukunftsatlas 2007 verwendeten Indikatoren „Sozialhilfequote“ und „Veränderung der Sozialhilfequote“ durch die Indikatoren „Anteil der Bedarfsgemeinschaften“ und „Veränderung des Anteils der Bedarfsgemeinschaften“ ersetzt. Des Weiteren wird anstelle der „Dynamik der Wachstumsbranchen“ nun die „Entwicklung der Gesamtbeschäftigung“ erfasst. Ökonomische Veränderungen führen zu Anpassungen der wirtschaftlichen Zukunftsfelder.
Download: Abbildung – Die Indikatoren des Zukunftsatlas 2010 (PDF, 86KB)
Aufgrund der Kreisgebietsreformen in Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie der Fusion der Stadt Aachen mit dem Landkreis Aachen hat sich die Zahl der Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland von 439 auf 412 reduziert. Der Zukunftsatlas bezieht sich jeweils auf den aktuell gültigen Gebietsstand. Demzufolge gibt der Zukunftsatlas 2010 Auskunft über die Zukunftsfähigkeit der 412 Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland, während im Zukunftsatlas 2007 und 2004 noch 439 Kreise und kreisfreie Städte im Regionsvergleich standen. Die Verringerung der Kreiszahl wirkt sich zudem auf das Ranking aus. Ein 1:1 Vergleich der Rangplatzierung zwischen dem Zukunftsatlas 2010 und 2007/2004 ist damit nicht mehr gegeben. Je nach Platzierung im Ranking kann die tatsächliche Rangveränderung bis zu 27 Ränge vom Ergebnis abweichen, welches man erhält wenn man die Platzierung der Region im Atlas 2010 (Rang von 412) mit der Platzierung im Atlas 2007 bzw. 2004 (Rang von 439) direkt vergleicht.