
NORD.LINK ist eine geplante Stromkabelverbindung zwischen Norwegen und Deutschland. Das Projekt des staatlichen norwegischen Netzbetreibers Statnett soll voraussichtlich im Jahr 2016 in Betrieb genommen werden.
Oftmals müssen Windkraftanlagen in Deutschland heruntergefahren werden, da der überschüssige Windstrom nicht gespeichert werden kann. Regelbare Wasserkraftwerke in Norwegen korrespondieren ausgezeichnet mit den deutschen Windenergieanlagen. Sie bieten indirekte Speicherkapazitäten für überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien. Dieser soll mittels NORD.LINK nach Norwegen transportiert werden. Dort kann der Strom unmittelbar verbraucht werden, die Wasserreservoirs werden geschont. Die gespeicherte Energie kann zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden, der Strom kann z. B. in wind- und sonnenarmen Zeiten aus den norwegischen Wasserspeichern importiert werden.
Das Seekabel wird zusammen mit den Wasserkraftwerken in Norwegen einen wichtigen Beitrag für die Integration der erneuerbaren Energien und den Klimaschutz leisten. Dabei wird es zusätzlich die Schwankungen der Strompreise reduzieren und die Versorgungsicherheit in Deutschland und Norwegen erhöhen.

Das Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungskabel (HGÜ) hat eine Kapazität von 1.400 Megawatt (MW). Dies entspricht etwa der Leistung von vier Offshore-Windparks, die derzeit vor der Küste Schleswig-Holsteins geplant sind. Allein an Land soll die Kapazität der Windenergieanlagen in Schleswig-Holstein auf etwa 9.000 Megawatt bis zum Jahr 2015 steigen.
Die insgesamt etwa 640 Kilometer lange Verbindung soll in Norwegen vom Umspannwerk Tonstad an die Südküste nach Feda verlaufen. Anschließend wird sie als Seekabel auf einer Länge von rund 530 Kilometern durch die norwegische, dänische und deutsche Nordsee verlegt. Vom Anlandepunkt in Büsum an der schleswig-holsteinischen Küste wird die Trasse als Erdkabel bis zum Umspannwerk im Raum Wilster verlaufen. Die Bauzeit beträgt etwa drei Jahre.
Geplanter Trassenverlauf (Quelle: Statnett)