
Brüssel, 14. Dezember 2009
Von der Entsorgungswirtschaft hin zur weltweiten Ressourcenwirtschaft
Ein "globales Ressourcenschutzabkommen" hat der Leiter des Geschäftsbereiches Abfall & Sekundärrohstoffe, Herr Holger Alwast von der Prognos AG auf einer Veranstaltung des Bayerischen Umweltministeriums und des bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. in der Vertretung des Freistaates Bayern in Brüssel gefordert.
Ähnlich wie bei den momentan laufenden Klimaschutzverhandlungen gäbe es dazu keine realistische Alternative. Alwast betonte, dass die Rohstoffvorräte knapp und endlich sind und daher weltweite Regelungen erforderlich seien, um die vorhandenen Ressourcen so effizient wie möglich zu bewirtschaften. Alwast: "Die globalen Herausforderungen erfordern jetzt einen Umbruch."
Zuvor schon hatte bvse-Präsident Burkhard Landers erklärt, dass die Recycling- und Entsorgungsbranche in Deutschland ihren Beitrag für eine ökoeffiziente Wirtschaft leisten will. Dabei war sich Landers bewusst, dass nationale Bemühungen bei Weitem nicht ausreichen können, zeigte sich aber davon überzeugt, dass die Europäische Union auf dem internationalen Parkett "der entscheidende Motor" sein könne.
In seinem Vortrag sprach sich Holger Alwast daher für eine Neuordnung der globalen Wirtschaftsbeziehungen im Kontext von Klimaschutz, Ressourcenschonung und Versorgungssicherheit aus. Dazu gehören ein gerechterer Umgang mit Ressourcen und der Stopp der globalen Verteilungskämpfe. Es braucht hier aber auch ein Umdenken im Rahmen der Produktverantwortung der Industrie hin zur Wahrnehmung einer stärkeren freiwilligen Verantwortung für das Inverkehrbringen und die Rückführung der Produkte. Auf europäischer Ebene sollte mit der Umsetzung einer einheitlichen Rohstoffstrategie der Anfang hierzu gemacht werden.
Die Entsorgungswirtschaft könne dabei eine bedeutende Rolle spielen, weil sie Klimaschutz und Ressourcenschonung verknüpfe. Je effizienter die Abfallströme verwertet werden könnten, desto effizienter könnten die Rohstoffe genutzt werden und desto größer werde das CO2-Reduzierungspotenzial.
Die Prognos-C02-Studie gehe davon aus, so Alwast, dass bei einem Deponieverbot für Bioabfälle und hochkalorische Abfälle sowie höheren Recyclingquoten, bis zu 31 Prozent der europäischen Klimaschutzziele erreicht werden könnten.
Zukunft gestalten heißt für Holger Alwast, dass die knappen Rohstoffe für Europa gesichert werden, der Klimaschutz über die Abfallwirtschaft optimiert wird und die Deponien geschlossen werden. Es sei geradezu unverständlich, warum ein Deponieverbot bisher noch nicht durchgesetzt werden konnte.
Darüber hinaus forderte Alwast, ein neues Leitbild durchzusetzen: von der Entsorgungswirtschaft hin zur Ressourcenwirtschaft!
(Copyright: bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V., 14.12.2009)