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Neue Prognos Studie: Rehabilitation ist ein volkswirtschaftliches Muss

Chefärzte und Klinikleiter der RehaZentren gGmbH Baden-Württemberg tagten in der Klinik Sonnhalde in Donaueschingen

Basel/Donaueschingen, 26. Januar 2010
Fachkräftemangel und längere Lebensarbeitszeit: In Zukunft werden Arbeitskräfte länger berufstätig sein. Nur wer gesund ist, kann am Arbeitsplatz dann noch die geforderten Leistungen erbringen.

 

Das hat Folgen für die Zukunft der medizinischen Rehabilitation. Das Prognos-Institut Basel hat in einer Studie errechnet, dass bereits heute sich jeder in eine Reha investierte Euro volkswirtschaftlich verfünffacht. Dieser Wert werde sich mittel- und langfristig massiv erhöhen, sagte Michael Steiner, der die Prognos-Studie zur volkswirtschaftlichen Rentabilität von medizinischer Rehabilitation vergangene Woche in Donaueschingen vorstellte. Bei der Jahresauftaktveranstaltung der RehaZentren gGmbH der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg am 20. und 21. Januar ging es auch darum, Trends auf dem Reha-Markt rechtzeitig zu erkennen und Arbeitnehmern entsprechende Angebote zu machen. Die Rehaklinik Sonnhalde in Donaueschingen hat die Zeichen der Zeit im Reha-Bereich erkannt und tut bereits heute viel auf dem Sektor Prävention: So arbeitet die Klinik eng mit Betrieben, beispielsweise MBB in Friedrichshafen, zusammen. Das Ziel ist, den Unternehmen ihre Fachkräfte zu erhalten, indem deren Gesundheit durch rechtzeitige Prävention und maßgeschneiderte Reha-Angebote bewahrt oder wieder hergestellt wird. Die Klinik setzt konsequent darauf, medizinisch-berufliche Belange schon während der Reha zu berücksichtigen. In enger Zusammenarbeit mit dem Berufsförderungswerk Schömberg bezieht die Sonnhalde alle ihre Patienten in Maßnahmen der Wiedereingliederung in den Job ein. Eine spezielle Prüfung filtert die Patienten: Deren berufliche Möglichkeiten werden dann mit einem ausgeklügelten Test genauer untersucht, der sich Evaluation funktionaler Leistungsfähigkeit (EFL)nennt. Das nutzt nicht nur den Patienten, sondern auch ihren Arbeitgebern und der Rentenversicherung, deren Reha-Berater stets eng eingebunden sind.

 

Dass sich mit dem höheren Alter der geburtenstarken Jahrgänge und dem fehlenden Nachwuchs ein Fachkräftemangel in Deutschland abzeichne, sei Fakt, sagte Michael Steiner in Donaueschingen. Die demographische Entwicklung sei unaufhaltsam und verlange von der Wirtschaft, sich auf ältere Arbeitnehmer einzustellen. Aufgabe der Rentenversicherung sei es, mit den richtigen Reha-Angeboten deren Arbeitsfähigkeit zu erhalten. 3,5 Mio. fehlende Arbeitskräfte prognostizierte Steiner für das Jahr 2025. Dass das Durchschnittsalter der Erwerbstätigen zunehme und ihre Zahl gleichzeitig zurückgehe, sei eine Tatsache: Von knapp 38 auf 34,6 Mio., sagt Prognos diesen Rückgang voraus. Trotz dieses Rückgangs werde sich die Zahl der Erwerbstätigen, die eine Reha brauchen erhöhen. Eine Erhöhung sei für alle Bereiche der Rehabilitation prognostiziert, die Prognos untersucht hat: Kardiologie, Pneumologie, Psychosomatik, Sucht und Rückenschmerzen. Allein in diesen fünf Indikationsbereichen habe die medizinische Reha einen positiven Netto-Nutzen von rund 5,8 Mrd. Euro hervorgerufen, so Prognos. Und dies bei einem Einsatz von rund 1,4 Mrd. Euro für medizinische Rehabilitation im Jahr 2005 bundesweit. »Die volkswirtschaftliche Rendite der Rehabilitation beträgt mehr als 500 Prozent«, sagte Steiner in Donaueschingen. Bereits heute würden durch medizinische Rehabilitation rund sechs Millionen Arbeitsunfähigkeitstage vermieden, wodurch statistisch 54000 Erwerbstätigkeitsjahre gewonnen würden. Die dadurch zusätzlich erwirtschafteten Bruttolöhne von etwa 3,5 Mrd. Euro ergäben mit Multiplikatoreneffekten und kostenbereinigt ein zusätzliches Brutto-Inlandsprodukt von 5,8 Mrd. Euro. Eine Summe, die ohne medizinische Reha im Brutto-Inlandsprodukt fehlen würde, so Prognos.

 

Weitere Informationen unter http://www.deutsche-rentenversicherung-bw.de/ oder http://www.rehazentren-bw.de/.

 

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