
Zum dritten Mal präsentiert die Prognos AG den Zukunftsreport MODERNER STAAT, der auf der Fachmesse vom 27. bis 28. Oktober 2010 in Berlin vorgestellt wird. Nachdem Prognos vor zwei Jahren eine Delphi-Studie zur Zukunft der Verwaltungsmodernisierung erstellten und sich im letzten Jahr dem Thema Prozessmanagement auseinandersetzte, wird in diesem Jahr der Zukunftsreport zum Thema Kooperation vorgestellt. Die Kernergebnisse: das Internet schafft eine erweiterte Grundlage für Kooperationen zwischen Verwaltungen, zwischen Verwaltung und Wirtschaft und zwischen Verwaltung und Bürgern. Der wesentliche Treiber der Kooperation ist dabei Transparenz. Das Leitbild des Bürgerstaats rückt in greifbarer Nähe.
Kooperationen nehmen zu
Kooperation ist die freiwillige Zusammenarbeit zwischen rechtlich selbstständigen Körperschaften mit dem Ziel, eine Leistung effektiver und effizienter zu erbringen. „Kooperationen erfüllen dennoch keinen Selbstzweck, denn die Risiken einer Kooperation – beispielsweise der mögliche Verlust der Selbstbestimmung und die Intransparenz der demokratischen Zuordbarkeit – dürfen nicht vergessen werden,“ so Dr. Axel Seidel, Geschäftsfeldleiter Public Management bei Prognos.
Transparenz als Treiber
Vor allem durch technische Entwicklungen werden die Eintrittsbarrieren für erfolgreiche Kooperationen gesenkt. „Gleichzeitig führt eine Zunahme an Transparenz im öffentlichen Raum zu mehr Bereitschaft zu kooperieren; die Möglichkeiten, sich einer Kooperation zu widersetzen, werden geringer,“ so Dr. Joey-David Ovey, Projektleiter der Studie bei Prognos. Kooperationen steigern die Leistungsfähigkeit der Verwaltung – sie sind jedoch abhängig vom politischen Willen.
Die Kooperation zwischen Staat und Wirtschaft wird zunehmen. „Dabei ist nicht nur eine reine geschäftliche Zusammenarbeit gemeint, sondern auch ein zunehmend wachsendes Selbstverständnis und Agieren der Unternehmen als Wirtschaftsbürger in der Gesellschaft. Kulturelle und politische Vorbehalte bremsen bis 2020 eine noch weitergehende Mitbestimmung der Wirtschaft bei ausgewählten öffentlichen Aufgaben,“ so Ovey weiter. Ein solches Zögern bei der Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und der Zivilgesellschaft wird es in der Form nicht geben. Die Zivilgesellschaft wird in den nächsten Jahren mehr Verantwortung übernehmen.
Auswirkungen für das Personal
Die zunehmenden Kooperationen haben Folgen für Strukturen, Abläufe, Organisationskultur und Anforderungen an Quantität und Qualität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung. Hierauf geht der Zukunftsreport gesondert ein.