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Finanzierung des Radverkehrs bis 2030

Client

BMVI

Year

2019

In der aktuellen Debatte über den Klima- und Umweltschutz gewinnt das Fahrrad als alternatives Verkehrsmittel immer mehr an Bedeutung. Prognos ermittelte im Rahmen einer Studie den finanziellen Umfang der Radverkehrsförderung in Deutschland bis zum Jahr 2030.

Mehr als 80 Prozent der Deutschen nutzen im Alltag bereits das Fahrrad, vor allem für Distanzen bis zu 15 Kilometern. Besonders in den Städten kann daher die Radverkehrsförderung einen wichtigen Beitrag für nachhaltige Mobilität leisten. Durch die stark zunehmende Entwicklung und steigende Popularität von Pedelecs wird Fahrradfahren zudem auch in ländlicheren Gebieten und topographisch anspruchsvolleren Räumen attraktiv. Im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur untersuchte Prognos erstmalig, in welchem finanziellen Umfang Maßnahmen zur Förderung des Radverkehrs sowie den Betrieb und Unterhalt dieser Infrastruktur durchgeführt werden und wie sich die Radverkehrsausgaben bis zum Jahr 2030 entwickeln werden.

Finanzieller Förderbedarf

Im definierten Basisjahr (gemittelte jährliche Ausgaben der Jahre 2015 bis 2017) wurden in Deutschland insgesamt 650 Millionen Euro für die Radverkehrsförderung ausgegeben. Die Hauptlast der Umsetzung liegt mit 384 Millionen Euro bei den Städten und Gemeinden, davon bringen sie 300 Millionen Euro aus ihren eigenen Haushalten auf;der Rest kommt über Zuweisungen von Bund, Ländern und Kreisen.

Aufbauend auf dem Basisjahr wurde für das Status-quo-Szenario angenommen, dass das Förderverhalten unter Einschluss der heute bereits definierten Förderschwerpunkte (wie z. B. Radschnellverbindungen) bis 2030 fortgeschrieben wird und sich die Wachstumsraten der Ausgaben für den Radverkehr weiterhin wie zwischen den Jahren 2008 und 2017 entwickeln. Im Jahr 2030 müssen dann rund 900 Millionen Euro für die Radverkehrsförderung in Deutschland aufgewendet werden.
Zusätzliche exemplarische Förderschwerpunkte wie Lastenräder, E-Bikes, Abstellanlagen und Servicestationen in Städten und Metropolregionen könnten weitere Ausgaben in Höhe von circa 65 Millionen Euro nach sich ziehen (Szenario „Stadt Plus“). Wenn außerdem exemplarisch die Anschaffung von E-Bikes, der Ausbau von nationalen D-Routen und die Einrichtung von Servicestationen im ländlichen Raum gefördert werden, müssten weitere 91 Millionen Euro im Jahr 2030 bereitgestellt werden (Szenario „Land Plus“).

Voraussichtliche Entwicklung des Radverkehrs

Die zurückgelegten Personenkilometer würden von 40,8 Milliarden Pkm im Basisjahr auf 47 Milliarden Pkm im Jahr 2030 (Status-quo-Szenario) steigen. Betrachtet man die Entwicklung im Status-quo-Szenario plus die zusätzlichen Mitteln für die jeweiligen Förderschwerpunkte (Szenario „Stadt Plus“ und Szenario „Land Plus“), könnten im Jahr 2030 rund 51 Milliarden Pkm mit dem Fahrrad erreicht werden.

Auf Basis der Hintergrundgespräche und Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern auf kommunaler, Landes- und Bundesebene im Rahmen der Studie entwickelte Prognos auch verschiedene Handlungsempfehlungen. Dazu gehören unter anderem die Schaffung eines lückenlosen Radverkehrsnetzes, die Verbesserung der Verkehrssicherheit oder die Schaffung von radverkehrsbezogenen Kompetenzen und Personalstellen.

Zur Studie (Webseite nationaler Radverkehrsplan)

Autorinnen und Autoren:

Hans-Paul Kienzler, Maike Breitzke, Stephan Kritzinger, Michael Kutschera, Alexander Labinsky, Simon Westphal, Theresa Gutberlet

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Maike Breitzke

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