Back to the project overview

Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch mobiles Arbeiten in NRW

Client

Ministerium für Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen

Year

2016

Homeoffice für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf – das ist in Unternehmen in Nordrhein-Westfalen eher Ausnahme als Regel. In lediglich 13 Prozent der Unternehmen stehen den Beschäftigten mobile Arbeitsformen zur Verfügung. Weiter verbreitet dagegen ist die Praxis kleiner Mitarbeitergruppen, die flexibel und ortsunabhängig arbeiten. Rund die Hälfte der Unternehmen in NRW bietet gar keine mobilen Arbeitsformen an. Das zeigt eine Studie der Prognos AG im Auftrag des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.

Die Autoren der Studie untersuchten, wie weit Telearbeit, Homeoffice und mobile Arbeit in nordrhein-westfälischen Unternehmen verbreitet sind. Zudem haben sie in Erfahrung gebracht, wie Personalverantwortliche mobilen Arbeitsformen gegenüber eingestellt sind. 

Das Studienergebnis hat zwei Seiten: Einerseits besteht Entwicklungsbedarf bei der Verbreitung mobiler Arbeit. Knapp die Hälfte der Unternehmen bieten gar keine mobilen Arbeitsformen an. Dieses mangelnde Angebot schränkt besonders Mütter und Väter ein, die zumindest tageweise im Homeoffice arbeiten möchten. Dabei ist die Nachfrage hoch: Jeder zweite Personalverantwortliche hat schon einmal entsprechende Anfragen erhalten.

Andererseits haben die Personalverantwortlichen erkannt, welche Möglichkeiten von mobilem Arbeiten ausgehen. Zwei von drei sind der Auffassung, dass mobiles Arbeit die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern kann. Hinzu kommt, dass eine breite Mehrheit der Befragten Homeoffice und Co offen gegenüberstehen.

Aus der Studie geht außerdem hervor, dass lediglich 35 Prozent der Unternehmen ihren Mitarbeitern keine Möglichkeit zum mobilen Arbeiten bieten kann, da eine persönliche Anwesenheit nötig ist. Daraus lässt sich ein Potenzial für mobile Arbeit in Nordrhein-Westfalen ableiten. Aktuell bietet ungefähr jedes zweite Unternehmen mobile Arbeit an, zukünftig könnten zwei Drittel der Unternehmen ihren Mitarbeitern mit mobilen Arbeitsformen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern.

Die Ergebnisse der Studie beruhen auf einer telefonischen Befragung von 500 Geschäftsführern und Personalverantwortlichen aus nordrhein-westfälischen Unternehmen. Die Studienergebnisse sind repräsentativ für die Größenklassen und Wirtschaftssektoren der Unternehmen in Nordrhein-Westfalen.

NRW-Familienministerin Kampmann stellte die Ergebnisse am 2. November 2016 bei der Fachtagung des Ministeriums „Vereinbarkeit 4.“ in Düsseldorf vor. Sie will hierzu in den kommenden Monaten verstärkt den Austausch mit Unternehmen und Wirtschaftsvertretern suchen.

Zur Studie (PDF, 19 Seiten)

Autor:

Dr. David Juncke

 

Do you have questions?

Your contact at Prognos

Dr. David Juncke

Prinzipal, Leitung Familienpolitik

View profile

Our work on this topic

Take a look at our latest projects and activities.

Junge Mutter spricht zu ihrem kleinen Sohn

The situation of single or separated parents

2021
| Project

The 43rd Family Research Monitor presents new figures, facts and study results on the situation of single and separated parents in Germany.

Sohn eines alleinerziehenden Vaters, der mit Spielzeugblöcken spielt

Learning from the Corona crisis

2021
| Project

Experiences and new impulses for company reconciliation policy.

Eine Familie sitzt auf dem Boden und spielt ein Gesellschaftsspiel

Services for families in Germany

2021
| Project

Family education and family counselling facilities in Germany have a wide reach and support people in different social situations. This is shown in a study for the BMFSFJ.

Vater hält die Hand eines kleinen Kindes, im Hintergrund Bäume und Sonnenschein

ZDF Germany Study 2019

2019
| Project

On behalf of ZDF, we examined the external living conditions for families and senior citizens in Germany's 401 districts and independent cities.

Älterer Mann mit Gehstock läuft mit Pflegekraft auf der Wiese, am Rand steht ein Rollstuhl

Care Perspective. Reorientation of the elderly care profession

2019
| Project

The annual expenditure of social long-term care insurance will continue to increase in the coming decades according to the results of a Prognos study for the Bertelsmann Foundation.

Personen überqueren einen Zebrastreifen in der Stadt

Learning from the world: handling of cultural diversity

2018
| Project

How can living together in cultural diversity succeed? On the occasion of the award of the Reinhard Mohn Prize 2018, Prognos was commissioned by the Bertelsmann Stiftung to conduct international good-practice research on this question.

Blick auf eine Stadt von oben

ZDF Germany Study 2018

2018
| Project

Where is the best place to live in Germany? Prognos investigated this question on behalf of ZDFzeit.

Kleiner Roboter hilft bei der Tomatenernte - Zukunftstechnologie heute

Society 5.0

2018
| Project

Implications of digitalisation for areas of life like work, health and mobility – that is the topic of “Society 5.0,” the short study carried out by Capgemini and Prognos.

Projekte und Studien

Pension Perspectives 2040

2015
| Project

How high the pensions will be for a typical employee depends, among other things, on the occupation and the place of residence. This is the result of recent research by Prognos for GDV.

Über Prognos

Wir geben Orientierung.

Prognos ist eines der ältesten Wirtschaftsforschungsunternehmen Europas. An der Universität Basel gegründet, forschen Prognos-Expertinnen und -Experten seit 1959 für verschiedenste Auftraggeber aus dem öffentlichen und privaten Sektor – politisch unabhängig, wissenschaftlich fundiert.

Mehr erfahren