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Forschung und Entwicklung | Dienstag, 22.01.2019

3,5 Prozent des BIP für Forschung und Entwicklung: Großes Potenzial bei forschenden KMU

Mittelgroße Forschungsunternehmen bergen ein großes Potenzial, um das von der Bundesregierung anvisierte Investitionsziel von 3,5 Prozent des BIP für Forschung und Entwicklung (FuE) zu erreichen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie für das BMBF.

©iStock - freedarst

Das größte Potenzial zur Realisierung des 3,5 Prozent-Ziels liegt insbesondere bei mittelgroßen Unternehmen, die entweder in den forschungs- und wissensintensiven Wirtschaftszweigen beheimatet sind oder bereits seit längerem in Forschung und Entwicklung investieren.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die Studie entstand in Zusammenarbeit des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI, der Prognos AG und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung ZEW.  Die Prognos-Experten berechneten im Rahmen der Studie unter anderem die gesamtwirtschaftlichen Effekte von höheren FuE-Ausgaben.

Ein möglicher Weg zur Mobilisierung dieses Potenzials könnte die Erhöhung der Innenfinanzierung von FuE in den Unternehmen sein. In Frage kommen indirekte Maßnahmen wie eine steuerliche FuE-Förderung, aber auch direkte wie beispielsweise eine Erhöhung des Fördervolumens oder eine Erweiterung der geförderten Unternehmen, insbesondere in weniger forschungsintensiven Branchen.

Würde man neben der Ausweitung der Zielgruppe bereits eine Verstetigung der FuE-Aktivitäten in gelegentlich oder mit unterschiedlicher Intensität forschenden Unternehmen erreichen, dann käme man dem Ziel von FuE-Ausgaben von 3,5 Prozent des BIP bereits recht nahe.

Technologischer Wandel alleine reicht nicht

„Die Studie zeigt, dass die deutsche Wirtschaft innerhalb einzelner Technologien beziehungsweise Sektoren noch deutlich mehr in FuE investieren könnte“, sagt Rainer Frietsch vom Fraunhofer ISI. „Unsere Schätzungen zeigen, dass die FuE-Ausgaben der Unternehmen in Deutschland auch unter Berücksichtigung der Strukturunterschiede niedriger sind als in den USA, in Japan oder in Südkorea“, so Frietsch.

Der technologische Wandel alleine wird laut der Studie wohl nicht dazu führen, dass man dem 3,5 Prozent-Ziel näherkommt. Selbst im günstigen Szenario einer schnellen und intensiven Diffusion neuer Technologien werden die nötigen 125 Milliarden Euro für FuE bis 2025 nicht erreicht.

Der prognostizierte Wandel in den Bereichen Digitalisierung, Elektromobilität sowie Nano- und Biotechnologien hat hier keinen hinreichenden statistischen Effekt. Er ist aber dennoch wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und wird durch Fachprogramme (Förderung einzelner Technologien oder Sektoren) positiv beeinflusst.

Engpass bei Fachkräften?

Eine Herausforderung auf dem Weg zum 3,5 Prozent-Ziel könnte nach Angaben der Studie ein Engpass bei Fachkräften sein. Durch die Erhöhung der Ausgaben für FuE stiege auch die Anzahl der Vollzeitbeschäftigen im Bereich FuE, je nach Entwicklung der Reallöhne und Produktivität des FuE-Bereichs, um 125.000 bis 170.000. Unternehmen könnten daher einem härteren Wettbewerb um Absolventinnen und Absolventen ausgesetzt sein. 

Hintergrund

Die Studie mit dem Titel »Schrittweise Erhöhung der FuE-Quote auf bis zu 3,5 Prozent des BIP – Instrumente und Auswirkungen auf volkswirtschaftliche Kennzahlen« untersucht Mittel und Möglichkeiten, die Ausgaben Deutschlands für Forschung und Entwicklung von derzeit knapp 3 Prozent bis 2025 auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts zu steigern.

Dieses Ziel wird von der Bundesregierung anvisiert, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschafts- und Innovationsstandorts Deutschland langfristig zu sichern. Ausgehend von einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum des BIP von 1,5 Prozent entspräche dies einer Steigerung der Ausgaben für FuE um 35 auf insgesamt 125 Milliarden Euro bis 2025 (gemessen in Preisen von 2015).

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