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Innovativer Mittelstand | Mittwoch, 17.05.2017

Trends und Chancen für die Immobilienwirtschaft

Smart Homes und Schwarmfinanzierung von Bauvorhaben: Auf die Immobilienbranche kommen viele Neuerungen zu. Welche das sind, hat Prognos-Chef Christian Böllhoff auf dem Deutschen Immobilien Kongress beschrieben.

Ein Hochhaus unter blauem Himmel

© iStock - golero

Wie können sich mittelständische Unternehmen in der Immobilienwirtschaft für kommende Trends wappnen? Diese Frage erörterte Prognos-Geschäftsführer Christian Böllhoff auf dem Deutschen Immobilien Kongress 2017.

Böllhoff beschrieb, welche Herausforderungen auf den innovativen Mittelstand insgesamt zukommen – und wie die Immobilienwirtschaft darauf reagieren kann. Dabei bezog er sich auf eine Kurzstudie, die Prognos für den Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) erstellt hat.

Beim Bauen von Immobilien erleben viele Mittelständler der Branche staatliche Regulierung als ein Haupthindernis für Innovationen – etwa aufgrund von langwierigen Planungs- und Genehmigungsverfahren.

Vier Innovationsfelder

Prognos hat vier Innovationsfelder auf ihre Chancen für Immobilienunternehmen untersucht: Digitalisierung, umweltfreundliche Technologien, Flexibilisierung der Personalarbeit und neue Formen der Finanzierung.

Die Digitalisierung eröffnet eine ganze Fülle neuer Möglichkeiten für die Branche. Sie reichen von virtuellen Wohnungsbesichtigungen und optimierter Gebäudeplanung mithilfe von Building Information Modeling – bis hin zu Smart Homes, in denen die einzelnen Haushaltsgeräte miteinander kommunizieren.

Umweltfreundliche Technologien stellen für Immobilienunternehmen zunächst eine Investition dar. Gleichzeitig steigern sie aber auch den Wert einer Immobilie und können die Akzeptanz von Bauvorhaben steigern. „Dabei gilt es zu beachten, dass der gesamte Gebäudelebenszyklus vom Bau über Instandhaltung bis zum Abriss umweltrelevant ist“, sagte Böllhoff.

Digitalisierung wird bedeutender für Finanzierung

Im Hinblick auf Personal kämpft schon heute jedes Unternehmen in der Immobilienwirtschaft mit einem Mangel an Nachwuchs – dabei wird sich die Lage aufgrund des hohen Anteils älterer Arbeitnehmer noch verschärfen. Gleichzeitig werden die Anforderungen an Beschäftigte breiter und vielfältiger. Die Flexibilisierung von Arbeitsort und -zeit könnte für Immobilienunternehmen ein Mittel sein, um sich als Arbeitgeber attraktiver zu machen und Fachkräfte zu gewinnen.

Was das Thema Eigenkapital und Fördermittel angehe, so profitiere die Immobilienwirtschaft derzeit erheblich von der Niedrigzinsphase, betonte Böllhoff. Dennoch bleiben laut dem Prognos-Chef die vielfältigen Fördermöglichkeiten für Neubau, Modernisierung und Sanierung wichtig. „Bei der Finanzierung von Immobilien gewinnt zudem die Digitalisierung zunehmend an Bedeutung“, sagte Böllhoff. Als Beispiel führte er das Crowdinvesting an. Bei dieser neuartigen Finanzierungsform trägt eine Vielzahl von Mikroinvestoren die Kosten für ein Immobilienprojekt.

„Immobilienunternehmen sind ein wirtschaftlicher Motor, zentraler Gestalter und Impulsgeber für die Stadtentwicklung Deutschlands“, sagte Böllhoff.  Weit gefasst, entfalle auf die stark mittelständisch geprägte Branche ein Fünftel der gesamten Bruttowertschöpfung der Bundesrepublik. Auch deshalb sei es wichtig, dass mittelständische Immobilienunternehmen Innovationen und Neuerungen für sich nutzen können.