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Volkswirtschaft | Dienstag, 04.07.2017

Stabilisierung des Rentenniveaus kostet 650 Milliarden Euro

48 Prozent – auf diesem Niveau will die SPD die Rente fixieren. Das wäre teuer und nicht zielführend, urteilt der Prognos-Rentencheck, der in „Die Welt“ erschienen ist.

Hände öffnen leeres Portemonnaie

©iStock - SilviaJansen

Das Rentenniveau auf 48 Prozent zu stabilisieren, wie es die SPD fordert, würde den Steuerzahler bis 2040 rund 650 Milliarden Euro kosten. Dabei steigen die nötigen Mehrausgaben ab 2030 exponentiell.

Das sind die Ergebnisse des Prognos-Rentenchecks, den die Zeitung „Die Welt“ exklusiv veröffentlicht hat.

„Eine Stabilisierung des Rentenniveaus würde nur Scheinsicherheit bieten“, sagt Prognos-Experte Oliver Ehrentraut, der mit seinem Team den „Rentencheck“ erstellt hat. „Sie greift in den mühsam ausgehandelten Kompromiss zwischen den Generationen ein – und bürdet die Lasten der Demografie einseitig heutigen und künftigen Steuer- und Beitragszahlern auf.“ Vom hohen Rentenniveau würden jedoch insbesondere die rentennahen Jahrgänge profitieren. Ob die heute 40-Jährigen im Jahr 2045 selbst höhere Renten erhalten werden, ist fraglich.

Private und betriebliche Altersvorsorge attraktiver gestalten

„Für die jüngeren Generationen ist der aktuelle Gesetzesstand der deutlich bessere Deal“, betont Ehrentraut. Die Lasten zwischen Beitragszahlern und Rentnern werden über den Riester- und Nachhaltigkeitsfaktor so verteilt, dass auch die Babyboomer-Generation an der Finanzierung der künftigen Lasten beteiligt wird.

Ehrentraut empfiehlt stattdessen, die private und betriebliche Altersvorsorge attraktiver zu gestalten – einfacher, günstiger und transparenter. Ein durchschnittlicher Rentner kann sein Alterseinkommen mit einer Riester-Rente im Jahr 2040 signifikant aufstocken, wenn er den Vertrag regelmäßig voll bespart – und das trotz Niedrigzinsphase. Auch eine vergleichbare Betriebsrente bietet die Chance, mit staatlicher Förderung für das Alter vorzusorgen. Beide Systeme sind aber nach wie vor zu kompliziert.

Jojo-Spiel mit der Rente vermeiden

Eine Ausweitung der Rentenversicherung auf zukünftige Selbstständige, wie sie von der SPD angestrebt wird, kann im demografischen Wandel zusätzliche Stabilität ins Rentensystem bringen: So könnten langfristig zwei bis drei Millionen zusätzliche Beitragszahler hinzugewonnen werden. Die zusätzlichen Einnahmen würden Spielräume schaffen, um den Anstieg des Beitragssatzes ab 2030 zu dämpfen.

„Ein Jojo-Spiel mit der Rente sollte vermieden werden – die Reformen der Jahrtausendwende brauchen Zeit, um zu wirken“, sagt Ehrentraut. „Ein System, das auf freiwillige Einsicht der Betroffenen setzt, braucht Vertrauen und Akzeptanz.“

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