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Familienpolitik | Montag, 31.07.2017

Chartbook zu Ganztagsbetreuung veröffentlicht

Familie und Beruf vereinbaren: Das wird für viele Eltern besonders schwierig, wenn die Kinder eingeschult werden. Ein Ausbau der Ganztagangebote für Grundschulkinder würde zur Entlastung der Familien beitragen. Die Fakten stellt Prognos für das Bundesfamilienministerium zusammen.

©LajosRepasi

Ein Ausbau der Ganztagsangebote in Grundschulen könnte die Chancen von Kindern fördern, Armutsrisiken senken und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern.

Zu diesem Ergebnis kommt das Chartbook „Gute und verlässliche Ganztagsangebote für Grundschulkinder“ der Prognos AG für das Bundesfamilienministerium. Es analysiert den Ist-Zustand der genutzten Ganztagsangebote und definiert Fortschrittsziele.

Mit der Einschulung des Kindes entsteht eine Betreuungslücke, wenn die Schule mittags endet. Auch die Abstimmung der Nachmittagsaktivitäten und die Hausaufgabenbetreuung nimmt viel Zeit in Anspruch. 65 Prozent aller Eltern und 76 Prozent der Eltern mit Kindern im Grundschulalter befürworten daher den weiteren Ausbau von Ganztagsangeboten.

Investitionen würden sich auf mehreren Ebenen auszahlen

Um die Betreuungslücke zu schließen, müssten laut Elternbefragungen rund 280.000 Plätze für Kinder geschaffen werden, die bisher kein Angebot haben. Für weitere 275.000 Kinder, die bereits eine nachschulische Betreuung haben, besteht ein zusätzlicher Betreuungsbedarf.

Die Investition würde sich auf mehreren Ebenen auszahlen: Eltern, insbesondere Mütter, könnten im gewünschten Umfang erwerbstätig sein – und so das Familieneinkommen und Teilhabemöglichkeiten für sich und die Kinder sichern. Das würde Armutsrisiken senken und das Fachkräfteangebot für die deutsche Wirtschaft verbessern sowie öffentliche Einnahmen sichern.

Auch die Kinder profitieren. Gute und verlässliche Ganztagsangebote fördern die Lernmotivation und das positive Selbstbild.

Aus diesen Gründen, urteilen die Prognos-Experten, wäre ein Ausbau der Ganztagsangebote der „nächste große Qualitätssprung in der Familienpolitik“. Er würde die Fortschritte bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf absichern, die bisher – insbesondere durch die Einführung des Elterngeldes und den Ausbau der vorschulischen Kinderbetreuung - erreicht wurden.

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