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Fachkräftemangel in NRW | Mittwoch, 22.11.2017

Unternehmen: Familienbewusste Personalpolitik wichtig

Zwei Drittel der Unternehmen in NRW halten eine familienbewusste Personalpolitik für entscheidend zur Fachkräftesicherung. Viele Firmen könnten ihre Anstrengungen noch verstärken und haben das Erwerbspotenzial der Mütter nicht ausreichend im Blick.

Schwangere Frau am Arbeitsplatz

©iStock - g-stockstudio

Unternehmen in Nordrhein-Westfalen halten eine familienbewusste Personalpolitik für eine sehr bedeutsame Strategie zur Fachkräftesicherung.

Bei der Umsetzung können viele Firmen ihre Anstrengungen noch verstärken.

Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Unternehmensbefragung der Prognos AG im Auftrag des nordrhein-westfälischen Familienministeriums.

Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Fast zwei Drittel der befragten Unternehmen geben an, dass sie bereits heute (sehr) große Herausforderungen bei der Fachkräftegewinnung haben – Tendenz steigend.

Als Gegenmaßnahme halten 72 Prozent es für wichtig, Mitarbeitern für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf entgegenzukommen.

Allerdings setzen viele Unternehmen entsprechende Maßnahmen noch nicht ausreichend um: So halten 57 Prozent der befragten Firmen flexible Arbeitszeiten zur Sicherung von Fachkräften für wichtig – doch nur 46 Prozent geben ihren Angestellten diese Möglichkeit. Homeoffice halten 36 Prozent für eine geeignete Maßnahme, aber nur 27 Prozent bieten sie an.

Müttererwerbstätigkeit wird zumeist außer Acht gelassen

Ein entscheidendes Mittel gegen den Fachkräftemangel wird von vielen Unternehmen in NRW bisher zumeist außer Acht gelassen: Es Müttern zu ermöglichen, auf Wunsch mehr Stunden pro Woche zu arbeiten.

In NRW arbeitet jede zweite Mutter, deren jüngstes Kind zwischen zwei und drei Jahren alt ist. Bundesweit sind 58 Prozent der Mütter mit Kindern in diesem Alter erwerbstätig.

Dieses Potenzial hat aktuell nur die Hälfte der Unternehmen in Nordrhein-Westfalen im Fokus. Vier von zehn Unternehmen gaben hingegen an, weder aktuell noch in absehbarer Zeit teilzeitbeschäftigte Mütter fragen zu wollen, ob sie ihre Erwerbstätigkeit gerne erhöhen möchten. Dabei würden das 135.000 Mütter in NRW gerne tun.

Hintergrund der Studie

Den Unternehmen in Nordrhein-Westfalen fehlen derzeit 134.000 Fachkräfte – im Jahr 2030 werden es etwa 592.000 sein.

Grundlagen der Prognos-Studie sind amtliche Statistiken und ist eine repräsentative Befragung im September 2017 von 500 Geschäftsführern und Personalverantwortlichen aus Unternehmen in Nordrhein-Westfalen.

undefinedZur Studie

undefinedZur Pressemitteilung des nordrhein-westfälischen Familienministeriums