Prognos Logo Print
Detailansicht
Volkswirtschaft | Freitag, 08.06.2018

Schweiz ist Globalisierungsweltmeister

Wer profitiert am stärksten von der Globalisierung? Dieser Frage geht der Globalisierungsreport 2018 nach. Prognos hat ihn für die Bertelsmann Stiftung erstellt.

©iStock - robertmandel

Kein anderes Land hat im Zeitraum von 1990 bis 2016 so große globalisierungsbedingte Pro-Kopf-Einkommenszuwächse erzielt wie die Schweiz. Damit ist das Land „Globalisierungsweltmeister“.

Das ist das Ergebnis des Globalisierungsreports 2018, den die Prognos AG für die Bertelsmann Stiftung erstellt hat.

Der Globalisierungsreport untersucht – aufbauend auf den beiden Vorgängerstudien – in welchem Maße die 42 wichtigsten Volkswirtschaften der Erde in der Vergangenheit von der Globalisierung profitiert haben.

Die wichtigsten Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Die höchsten absoluten Zuwächse beim Bruttoinlandsprodukt je Einwohner durch die Globalisierung konnten mit einigem Abstand nach der Schweiz die folgenden Länder erzielen: Japan, Finnland, Irland, Israel und Deutschland. Die hinteren Ränge besetzen ausschließlich Schwellenländer. Trotz der häufig starken außenwirtschaftlichen Dynamik in diesen Volkswirtschaften haben sie, gemessen an den absoluten Einkommensgewinnen je Einwohner, deutlich weniger von der fortschreitenden Globalisierung profitiert als andere Länder.
  • Die schwache Position der Schwellenländer im Hinblick auf die absoluten Globalisierungsgewinne ist unter anderem auf deren niedrige Wirtschaftsleistung im Ausgangsjahr zurückzuführen. Die Rangliste ändert sich, wenn relative Globalisierungsgewinne betrachtet werden: Der kumulierte globalisierungsinduzierte Einkommensgewinn je Einwohner in Relation zum Bruttoinlandsprodukt je Einwohner im Jahr 1990 beläuft sich für China auf 518 %. Für Deutschland beträgt der Wert lediglich 148 % und für die Vereinigten Staaten 39 %.

Hintergrund

Der Report untersucht in regelmäßigen Abständen auf Grundlage eines umfassenden Datenbestandes die Entwicklung der weltweiten Vernetzung und setzt damit einen verlässlichen Standard zur Analyse aktueller Fragen zur Globalisierung.

Der Globalisierungsindex, der sich eng an dem etablierten KOF Globalisierungsindex orientiert, berücksichtigt sowohl ökonomische als auch politische und soziale Aspekte der weltweiten Vernetzung. Auf Grundlage der Indexdaten lässt sich bestimmen, wie sich der Globalisierungsgrad der einzelnen Volkswirtschaften von 1990 bis 2016 entwickelt hat. Mithilfe von Regressionsanalysen werden die durch die Globalisierung entstandenen Wachstumswirkungen in den untersuchten Volkswirtschaften quantifiziert. Im Ergebnis wird das Land mit den größten globalisierungsinduzierten Wachstumsgewinnen je Einwohner – und damit der „Globalisierungsweltmeister“ – bestimmt.

undefinedZur Studie

undefinedZur Pressemitteilung der Bertelsmann Stiftung