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Wohnen | Montag, 18.02.2019

Vergabe mit Verantwortung

Bezahlbaren Wohnraum mithilfe des Vergaberechts schaffen: Wie Städten und Kommunen das gelingen könnte – das hat Prognos-Vize-Direktor Dr. Olaf Arndt im aktuellen trendletter aufgeschrieben.

©iStock - Dekdoyjaidee

Von Prognos-Experte Dr. Olaf Arndt

Grundstückskosten werden in angespannten Wohnungsmärkten zu einem erheblichen Engpass für den Wohnungsbau. Fehlende bebaubare Grundstücke in Verbindung mit der Zurückhaltung von Bodenspekulanten treiben die Grundstückspreise in die Höhe.

Weil Grundstückspreise mit einem Anteil von 20 bis 40 Prozent an den Gesamtkosten eines Neubaus zu Buche schlagen, hat das deutliche Auswirkungen auf Kauf- und Mietpreise.

Warum also greifen Städte und Kommunen nicht mit einer aktiven und direkten Baulandpolitik preisdämpfend ein? Sie könnten etwa bei Grundstücksverkäufen verstärkt auf Konzeptvergaben setzen. Dabei sind definierte Zuschlagskriterien (u.a. Nutzungsmischung, Quote geförderter Wohnraum, Zielgruppen) beim Verkauf mitentscheidend, sodass Grundstücke nicht nach dem Höchstpreis vergeben werden.

Alternativ zum klassischen Verkauf können Grundstücke im Eigentum von Kommunen, Kirchen oder Dritten auch über Erbbaurecht dem Markt zugeführt werden: eine Win-Win-Situation sowohl für den Erbpachtgeber (Erhalt von Eigentum und laufende Einnahmen) als auch für den Nutzer (Reduktion der Kauf- und Investitionskosten).

So können Städte und Kommunen bezahlbaren Wohnraum entwickeln und diesen für breite Bevölkerungs- und Einkommensgruppen gezielt aktivieren.

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