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Digitale Arbeitswelt | Dienstag, 16.04.2019

Wie digital ist die europäische Chemiebranche?

Der erste Schritt der digitalen Transformation der Branche ist abgeschlossen. Analoge Daten sind digital, Cloud-Lösungen sind integriert. Was tut sich noch, etwa beim Thema Arbeit der Zukunft?

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Im Rahmen eines sozialpartnerschaftlichen Projektes des ECEG und industriAll European Trade Union analysierte Prognos die Herausforderungen, der die Branche durch den digitalen Wandel gegenübersteht sowie dessen erwartete Auswirkungen auf die Unternehmen und Arbeitnehmer der europäischen Chemieindustrie. Die Studie ist die erste ihrer Art, die europaweit die Auswirkungen von Innovation und digitalem Wandel am Arbeitsplatz in der chemischen Industrie untersucht.

Eines der Kernerkenntnisse der neu erschienenen Studie lautet: Die erste Welle der digitalen Transformation (d.h. Digitalisierung analoger Daten und Integration von Cloud-Lösungen) im europäischen Chemiebereich ist erfolgreich abgeschlossen. Die Umsetzungsrate hängt jedoch von der Unternehmensgröße ab, und Kleinst- und Kleinunternehmen (<50 Mitarbeiter) hinken häufig noch hinterher.

Die zweite Welle der digitalen Transformation wird durch das industrielle Internet der Dinge, Big Data, Künstliche Intelligenz (KI), Automatisierung und Augmented Reality (AR) getrieben – und wird in naher Zukunft, d.h. innerhalb der nächsten 5 Jahre, wirksam werden. Der Wandel rund um die KI könnte zu drastischen Umsetzungslücken zwischen sehr großen Unternehmen und KMU führen.

Die technologischen Veränderungen beeinflussen zudem das Arbeitsumfeld: Hier verändert sich die Branche einerseits durch mobiles Arbeiten mit mehr Autonomie der Mitarbeiter, andererseits aber auch durch ein erhöhtes Maß an Multi-Tasking und steigende Anforderungen am Arbeitsplatz. Besondere Aufmerksamkeit muss dem psychischen Stress gelten, der aufgrund der Digitalisierung voraussichtlich deutlich zunehmen wird, insbesondere in größeren Unternehmen.

Insgesamt macht die Studie deutlich, dass der digitale Wandel nicht lediglich eine technologische, sondern auch eine kulturelle und soziale Transformation darstellt und nicht in einem Vakuum, sondern im Kontext des globalen Wettbewerbs gesehen werden muss.

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