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Fachartikel „Autonomes Fahren“ | Dienstag, 30.04.2019

Chancen nutzen, Risiken minimieren

Die Frage, wie sich autonomes Fahren auf den Verkehr auswirkt, wird immer drängender. Der Verkehrsplaner Tim Klein und Prognos-Projektleiter Sven Altenburg fassen in der Fachzeitschrift „Straßenverkehrstechnik“ aktuelle Entwicklungen zusammen.

© iStock - Rostislav_Sedlacek

Die Bandbreite möglicher Szenarien hinsichtlich der technologischen Entwicklung von autonomem Fahren ist groß. Das gleiche gilt für die Marktdurchdringung der neuen Technologie. Die Experten Sven Altenburg und Tim Klein werteten zahlreiche Quellen zu den derzeitigen Entwicklungen, der Ausbreitung autonomer Fahrzeuge, den Strategien verschiedener Akteure und den Konsequenzen für die kommunale Verkehrsplanung aus und fassen ihre Erkenntnisse in dem Fachartikel zusammen.

Zwar wird sich autonomes Fahren mittel- bis langfristig nur allmählich durchsetzen. Doch Altenburg, der sich bereits in vorherigen Projekten unter anderem mit Sicherheitseffekten des automatisierten Fahrens und Zukunftstechnologien im Verkehr beschäftigt hat, rät: „Kommunen müssen sich frühzeitig Gedanken darum machen, wie sie die Vorteile der Technologie nutzen können, ohne die Nachteile hinnehmen zu müssen. Dazu gehört, beizeiten autonome Fahrzeuge als Teil des ÖPNV zu begreifen und entsprechende Angebote zu schaffen.“

Auch Co-Autor Tim Klein, Bereichsleiter Verkehrsmodelle und GIS beim Hamburger Büro ARGUS Stadt und Verkehr, hält es für erforderlich, dass sich nachhaltige Planungen von Verkehrsinfrastruktur, Verkehrsknotenpunkten und städtebauliche Vorhaben mit dem Thema autonomes Fahren und den möglichen Konsequenzen auseinandersetzen. Eine quantitative Berücksichtigung der möglichen Auswirkungen sei derzeit zwar kaum möglich. Für die meisten planerischen Fragestellungen ließen die absehbaren Entwicklungen jedoch Tendenzaussagen zu. Mit diesen könne und solle man sich unbedingt beschäftigen. „Dabei sollte das Thema auch im Umgang mit politischen Entscheidungsträgern angesprochen werden, damit es rechtzeitig zu irgendeiner Form der Meinungsbildung kommt und nicht über uns hereinbricht wie die Leihräder oder die Elektroroller“, so Klein.

Die Kernaussagen der beiden Experten stützen sich auf über 80 relevante Quellen, die sich nicht nur auf umfangreiche Studien oder die akademische Fachpresse beschränken, denn die rasante Entwicklung in diesem Bereich erfordert einen breiteren Blick. Ihr Beitrag im Fachmagazin „Straßenverkehrstechnik“ stellt einen Debattenbeitrag zur aktuellen Diskussion um Autonomes Fahren dar und könnte Stadt- und Verkehrsplaner und politischen Weichensteller interessieren, die Hinweise für die weitere strategische Planung suchen.

Hintergrund

Timotheus Andreas Klein ist Bereichsleiter Verkehrsmodelle und GIS beim Hamburger Büro ARGUS Stadt und Verkehr. Sven Altenburg ist Projektleiter und Experte für Zukunftstechnologien im Verkehr bei der Prognos AG in Düsseldorf. Bei der Recherche in zahlreichen Studien, Fachbeiträgen, Pressemeldungen, Nachrichten oder Blogbeiträgen hat sich bei den beiden Experten eine Fülle an Detailinformationen angesammelt. Laut eigener Aussage hat sich die eigene Sicht der beiden Autoren auf die Thematik durch die Auswertung des umfangreichen Quellenmaterials verändert. Diesen Lerneffekt wollten sie mit den Leserinnen und Lesern der „Straßenverkehrstechnik“, einem Organ der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV), teilen. Die Autoren sind gern bereit, ein PDF des Textes per E-Mail an Interessenten zu versenden.

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