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Beitrag in Fachzeitschrift | Dienstag, 18.06.2019

Erkenntnisse aus der Evaluierung von Aktionsplänen

Mecklenburg-Vorpommern ließ seinen Maßnahmenplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention überprüfen. Ausgehend von den Ergebnissen geben Prognos-Experten nun in „Sozialwirtschaft aktuell“ allgemeine Hinweise für die Konzeption von Aktionsplänen.

© iStock.com - Cecilie_Arcurs

Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns hat 2013 einen Maßnahmenplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention verabschiedet. Prognos wurde als unabhängige Stelle beauftragt, den Plan zu überprüfen und Anhaltspunkte für seine Weiterentwicklung zu sammeln. In kurzer, prägnanter Weise präsentieren darin die Prognos-Experten Jakob Maetzel und Patrick Frankenbach die wichtigsten Inhalte ihrer Studie in „Sozialwirtschaft aktuell“. Die, so die Studienmacher, seien nämlich durchaus auch für andere Organisationen interessant. So stellen Maetzel und Frankenbach darin sowohl die spezifischen Anforderungen an Aktionspläne aus menschenrechtlicher Perspektive vor und zeigen Fallstricke bei der praktischen Umsetzung auf.

So stellen beispielsweise die Handlungsbedarfe die Grundlage dar, um geeignete Ziele und Maßnahmen festzulegen. Je genauer in einem Aktionsplan herausgearbeitet wird, an welchen Stellen Menschen mit Behinderungen zurzeit benachteiligt werden, desto besser gelingt die inhaltliche Profilierung des Aktionsplans.
Auch die Betroffenen und ihre Verbände müssen eingebunden werden. Für den Aktionsplan heißt das: größtmögliche Transparenz. Denn nur wenn in dem Plan auch deutlich wird, dass Betroffene und Verbände aktiv mitwirken können, kann bei der Zielgruppe eine ausreichend große Akzeptanz für anschließende Maßnahmen erreicht werden. Eine gute Öffentlichkeitsar-beit ist dabei unabdingbar.

In ihrem Beitrag betonen die Prognos-Experten auch, wie wichtig es ist, Aktionspläne regelmäßig zu überprüfen, weiterzuentwickeln und strategisch klug zu kommunizieren. Die Evaluierung eines  Aktionsplans, so ein wichtiges Fazit, unterstützt eine dynamische Weiterentwicklung der Maßnahmen und damit den Erfolg des gesamten Aktionsplans.

Hintergrund:

Bund, Länder, Kommunen und weitere Akteure sind nach der 2009 erfolgten Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention dazu aufgerufen, die Bestimmungen in ihren jeweiligen Zu-ständigkeitsbereichen umzusetzen und die dabei erzielten Fortschritte regelmäßig überprüfen zu lassen. Der Artikel beruht auf den Ergebnissen einer Evaluation des Landesaktionsplans (Maßnahmenplans) zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Mecklenburg-Vorpommern und leitet aus diesen Ergebnissen Hinweise für Aktionspläne auch in anderen Kontexten ab. Prognos hat bereits den Nationalen Aktionsplan sowie die Landesaktionspläne in Bayern und Mecklenburg-Vorpommern evaluiert, aktuell folgt eine Evaluierung in Schleswig-Holstein.