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Recycling | Donnerstag, 01.08.2019

Urbane Rohstofflager smart nutzen

In unseren Gebäuden und Straßen stecken wertvolle Rohstoffe. Eine sorgfältige Dokumentation schon beim Bau könnte das Recycling nach dem Abbruch erleichtern und Rohstoffe sichern.

© Uwe Moser, Kornwestheim

Von Prognos-Expertin Marieke Eckhardt

Die moderne Industrie- und Digitalgesellschaft basiert auf dem Einsatz endlicher Rohstoffe und seltener Erden, deren Recyclingraten jedoch meist bei unter einem Prozent liegen. Zwar sind Gebäude, Straßen und Schienen ein wichtiges Lager solcher Rohstoffe, doch gibt es kaum Informationen darüber, welche Rohstoffe tatsächlich an welchen Stellen und in welchen Mengen verbaut sind. Ein gezieltes
Recycling ist daher schwer möglich.

Um diesem Problem zu begegnen, hat bonnorange als kommunales Entsorgungsunternehmen für die Stadt Bonn eine Bestandsaufnahme der verbauten kritischen Metalle durchgeführt und untersucht, wie diese künftig stärker und gezielter recycelt werden können. In der Zukunft könnten Informationen über die verbauten Rohstoffe direkt beim Bau dokumentiert werden. Hier kommt den Kommunen eine
Schlüsselposition zu: Neben der Dokumentation eigener Bau- und Abbruchtätigkeiten kann der Verkauf kommunaler Grundstücke an Dokumentationspflichten gebunden werden. Die digitale Methode „Building Information Modeling“ zur Planung, Errichtung und Bewirtschaftung von Gebäuden ermöglicht darüber hinaus bereits beim Bau eine detaillierte Dokumentation durch den Bauträger. Dies erleichtert nicht nur das Recycling nach dem Abbruch – auch das laufende Instandhaltungsmanagement wird verbessert und somit die Nutzungszeit von Gebäuden und Infrastruktur verlängert.

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