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Report für IAE | Freitag, 08.11.2019

Offshore Wind Outlook 2019

Prognos-Beteiligung am jährlich erscheinenden World Energy Outlook (WEO) der Internationalen Energie Agentur (IEA).

© iStock - CharlieChesvick

Im Rahmen ihres jährlich erscheinenden World Energy Outlooks (WEO) hat die Internationale Energie Agentur (IEA) einen Special Report zur Offshore-Windenergie erstellt.
Dabei arbeiteten die Autorinnen und Autoren des WEO-Teams der IEA eng mit internationalen Expertinnen und Experten aus Regulierung, Industrie und Wissenschaft zusammen. Auf Einladung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) wurden auch Leonard Krampe und Paul Wendring von der Prognos AG eingebunden. Durch ihre umfassenden Vorarbeiten zum Themenbereich unter anderem für die Stiftung Offshore-Windenergie, das BMWi und gegenwärtig für das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) ergab sich die Möglichkeit das aufgebaute Wissen auch im Rahmen dieses Projektes einzubringen.

Hintergrund und Ergebnisse     

Offshore Windenergie steht zwar derzeit für nur 0,3% der weltweiten Stromerzeugung. Allerdings – so Dr. Faith Barol, Executive Director der IAE – kommt der Technologie eine entscheidende Bedeutung bei der Dekarbonisierung des globalen Stromsystems zu. Die Gründe hierfür sind sinkende Technologiekosten, ein enormes Potenzial und ein hoher qualitativer Wert der Stromerzeugung für das Stromsystem.

Die Stromgestehungskosten werden nicht nur von den Hardware-Kosten für Windturbinen und elektrische Einrichtungen bestimmt, sondern – aufgrund der hohen erforderlichen Investitionsvolumina – auch entscheidend von den Finanzierungskosten. Beide Komponenten sind auf einem stark sinkenden Pfad, sodass die mittleren Stromgestehungskosten bis 2040 um knapp 60% fallen können.

Gemeinsam mit Expertinnen und Experten vom Imperial College London wurde das Potenzial untersucht, welches der Technologie in den weltweiten Gewässern zur Verfügung steht. Im Ergebnis zeigt sich, dass allein in Gewässern, die nicht mehr als 60 km von einer Küste entfernt liegen und die Wassertiefen von maximal 60 Metern aufweisen, jährlich rund 36.000 TWh Strom erzeugt werden könnten. Demgegenüber liegt der weltweite Stromverbrauch derzeit bei rund 23.000 TWh pro Jahr.

Einige Charakteristika der Offshore-Windenergie geben dem so erzeugten Strom einen hohen qualitativen Wert, den andere Technologien nicht in gleichem Maße aufweisen können. Durch die stabilen Windbedingungen auf See kann eine höhere und vor allem zeitlich konstantere Erzeugung realisiert werden als mit Windenergie an Land oder Solar PV. Darüber hinaus zeigt sich, dass Offshore-Windenergie in Europa, den USA und China mehr Strom in den Wintermonaten erzeugt. In Indien fällt die größte Erzeugung häufig in die Monsun-Monate. Diese Umstände veranlassen die Autoren die Technologie als „variable Grundlasttechnologie“ zu bezeichnen.

Der weitere Ausbau der Offshore-Windenergie steht jedoch derzeit noch vor einigen Herausforderungen. Dazu zählt zum einen die politische und regulatorische Unsicherheit, die die Entscheidungen für die erforderlichen Milliarden-Investitionen in Projekte erschweren. Zum anderen ist der Ausbau und die Ertüchtigung der Stromnetze an Land entscheidend für eine erfolgreiche Integration des auf See erzeugten Stroms in das Energiesystem. Sollten diese Hindernisse überwunden werden, könnte sich die Technologie jedoch in den nächsten zwanzig Jahren zu einer tragenden Säule der Dekarbonisierung entwickeln und für Investitionen in einer Größenordnung von 840 Milliarden Dollar sorgen.

undefinedZum Bericht „Offshore Wind Outlook 2019“

undefinedPressemittteilung der IEA