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Circular Economy | Montag, 11.11.2019

Ein elementarer Baustein für nachhaltige Entwicklung

Bereits heute beschäftigt die Circular Economy rund 7 Millionen Menschen in der EU und erwirtschaftet einen Umsatz von rund 1,2 Billionen Euro – das sind die jüngsten Zahlen der Prognos AG im Auftrag von ESPON.

Allein Deutschland trägt mit rund einem Fünftel zum Gesamtumsatz der Circular-Economy-Branche in der EU bei. Prognos hat im Auftrag ihres Partners ESPON, dem Think Tank der EU für territoriale Entwicklung, an dem Bericht „CIRCTER – Circular Economy and Territorial Consequences“ mitgearbeitet.

Die ausführliche Untersuchung der wirtschaftlichen Struktur der regionalen Circular Economy in Europa wurde durch Fachexperten von Prognos aus Brüssel, Düsseldorf und Berlin durchgeführt (siehe Annex 4 des CIRCTER Berichts). Diese analysierten u. a. die regionale Verteilung ausgewählter Marktsegmente der Circular Economy in Hinblick auf Umsatz, Beschäftigungszahlen und Unternehmen, um die territoriale Relevanz von zirkulären Wirtschaftsaktivitäten in den Regionen der EU-Staaten sowie Liechtenstein und Norwegen zu beschreiben. Hierfür wurden mithilfe neuartiger methodischer Ansätze, u. a. einer Big-Data-Analyse, erstmalig regionsspezifische Daten für Circular Business Models (z. B. Unternehmen, die langlebige und reparierbare Produkte anbieten) erhoben.

Wichtigste politische Botschaften aus dem CIRCTER-Projekt

Die Circular Economy beinhaltet ein großes Potenzial zur Verringerung von Umweltschäden, zur Steigerung der Material- und Energieeffizienz sowie zur Schaffung neuer Möglichkeiten für Unternehmen und Gemeinden. Damit trägt die Circular Economy maßgeblich zur nachhaltigen Entwicklung bei, somit auch zum Klimaschutz. In ihrer Vielfalt ist sie für alle Regionen relevant und wird je nach den örtlichen Gegebenheiten sehr unterschiedlich realisiert.

Handlungsempfehlungen

In der Zukunft sollte die Politik die Potenziale der zirkulären Wirtschaft ganzheitlich ausschöpfen, indem sie in transformative Projekte investiert, die weit über die Einhaltung bestehender Vorschriften hinausgehen. Der Industrie und einer modernen Industriepolitik kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Die europäische und nationale Politik muss interdisziplinäre Forschungsansätze zu systemischen Innovationen, die auch ökonomische und soziologische Aspekte berücksichtigen, stärken. Innovative, vielfach digitale, zirkuläre Geschäftsmodelle, die auf geschlossenen Kreisläufen und Ressourceneffizienz basieren, müssen gefördert werden. Zudem müssen Anreize und regulative Rahmenbedingungen geschaffen werden, um ein schlaueres und auf Zirkularität ausgerichtetes Produktdesign zu ermöglichen. Schließlich kann Recycling nur so erfolgreich sein, wie es das Design zulässt. Anreize bieten Innovationsplattformen, auf denen sich Kernakteure austauschen und Synergien nutzen lassen können, sowie Pilot- und Demonstrationsanlagen für – Stand heute – nicht wirtschaftlich recycelbare Stoffströme oder Forschungs- und Entwicklungsprogramme für die Material- und Produktentwicklung. Nur ein derartiger Policy-Mix kann langfristig die notwendigen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Circular Economy leisten.

Der CIRCTER-Abschlussbericht steht auf der Projektwebsite (www.espon.eu/circular-economy) zusammen mit einem Leseleitfaden (Reading Guide) zum Download zur Verfügung.