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Renten-Kompromiss | Mittwoch, 13.11.2019

Prognos-Chefvolkswirt stellt Berechnungen zur Grundrente vor

Im Auftrag der INSM hat Prognos untersucht, welche Auswirkungen die Grundrente auf stilisierte RentnerInnen-Typen hat. Zu den aktuellen Entwicklungen der GroKo spricht und diskutiert Dr. Oliver Ehrentraut.

© iStock - SilviaJansen

Grundrente: Wie viel bleibt? Wer profitiert? Die Regelung der Grundrente kann zu deutlichen Verschiebungen des Verhältnisses von kumulierten Beitragszahlungen und den voraussichtlichen Auszahlungen bei der gesetzlichen Rente führen. Zu diesem Ergebnis kommen Berechnung der Prognos AG im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).

Am 13. November fand ein Frühstücksdialog initiiert von der INSM statt. Prognos-Chefvolkswirt Dr. Oliver Ehrentraut war zu Gast und präsentierte die Ergebnisse der Analyse. Anschließend fand eine Diskussion mit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt.

Dr. Oliver Ehrentraut sagte: „Jeder Mensch in Deutschland, der arm ist, ist einer zu viel. Die Frage ist also, ob die Regierung mit der #Grundrente ein System gefunden hat, das gegen Altersarmut hilft.“

Die gesetzliche Rente von Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben, soll höher liegen als die Grundsicherung im Alter, die jedem und jeder unabhängig von seiner Erwerbsbiografie zusteht – das ist die Grundidee der von Bundesarbeitsminister Heil lancierten Grundrente. Die genauen gesetzlichen Rahmenbedingungen sind noch nicht bekannt, die bisher bekannten Informationen lassen jedoch ein recht klares Bild des Vorhabens erkennen:

Die Grundrenten sollen all jene automatisch erhalten, die zwei Bedingungen erfüllen. Eine erste Voraussetzung sind mindestens 35 Jahre an Beitragszeiten, d. h. die Person muss mindestens 35 Jahre Voll- oder Teilzeit gearbeitet oder (rentenrechtlich wirksam) Kinder erzogen bzw. Angehörige gepflegt haben. Eine zweite Voraussetzung ist, dass die Person während ihres Erwerbslebensdurchschnittlich zwischen 0,2 und 0,8 Entgeltpunkte pro Jahr erworben hat.

Wie wirkt sich das Vorhaben der Grundrente auf Rentnerinnen und Rentner aus, die von der Regelung profitieren würden? Welche Grenzfälle wären damit verbunden, wenn eine Person (knapp) nicht in die Regelung fällt? Prognos-Experten haben Fallbeispiele für mehrere stilisierte Rentner- bzw. Rentnerinnen-Typen durchgerechnet, die Anfang 2019 ihr Renteneintrittsalter erreicht haben.

Die Beispiele zeigen, dass es durch eine Grundrenten-Regelung zu erheblichen Verschiebung des Verhältnisses von kumulierten Beitragszahlungen und den voraussichtlichen Auszahlungen bei der gesetzlichen Rente kommen kann. Nach aktueller Gesetzeslage liegen der Wert der kumulierten Beitragszahlungen und der kumulierte Wert der voraussichtlichen Rentenauszahlungen bei allen RentnerInnen-Typen in einem ähnlichen Verhältnis zueinander, was das Prinzip der Teilhabeäquivalenz in der Gesetzlichen Rentenversicherung  widerspiegelt. Die Grundrente führt dagegen zu einer Ungleichbehandlung, wenn den zu erwartenden Rentenleistungen keine eigenen Beitragszahlungen gegenüberstehen.

Lesen Sie im INSM Blog die Berechnungen zu verschiedenen Rententypen.

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