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Pflege/Pflegeversicherung | Donnerstag, 21.11.2019

Langzeitpflege im Wandel

Die pflegerische Langzeitversorgung ist in den kommenden Jahren mit vielen Veränderungen konfrontiert. Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland wird bis zum Jahr 2050 um etwa 60 Prozent zunehmen.

© iStock - SolStock

Im Auftrag der Bertelsmann Stiftung untersuchte Prognos Ansätze zur Weiterentwicklung der Pflegeberufe in einer alternden Gesellschaft in Deutschland sowie die Perspektiven für die Finanzierung der Sozialen Pflegeversicherung (SPV) bis 2050. 

Durch die Alterung der Bevölkerung in Deutschland werden in den kommenden Jahrzehnten immer mehr Menschen im Alter auf Hilfe angewiesen sein. Der quantitative und qualitative Wandel der Pflegebedürftigkeit wirft die Frage auf, wie die Pflegeberufe und ihre Rahmenbedingungen weiterentwickelt werden müssen, um eine bedarfsgerechte pflegerische Versorgung gewährleisten zu können. Zentraler Schlüsselfaktor ist dabei die Aufwertung der beruflichen Pflege durch eine Stärkung der Eigenverantwortung von Pflegefachpersonen sowie durch den Einsatz von mehr hochschulisch qualifizierten Pflegekräften und Advanced Practice Nurses.

Durch die steigende Zahl der Leistungsempfangenden in der SPV wird zudem der Finanzierungsbedarf steigen. Wie entwickelt sich vor diesem Hintergrund der Beitragssatz zur SPV? Welche Auswirkungen haben verschiedene Reformoptionen zur Deckung der höheren Ausgabendynamik auf die Generationengerechtigkeit?

Im derzeitigen Finanzierungsmodell der SPV müsste der Beitragssatz in den nächsten 30 Jahren kontinuierlich steigen, um die Versorgungssicherheit und -qualität sicherzustellen. Der finanzielle Mehrbedarf der SPV könnte alternativ durch einen höheren (auch durch Steuermittel gespeisten) Pflegevorsorgefonds ausgeglichen werden. Eine solche Finanzierungsoption würde die Lasten zwischen den Generationen besser verteilen. Um eine ausgewogenere intergenerative Verteilung der Pflegekosten zu erzielen, könnte z. B. der Beitragssatz ab 2020 zum Aufbau eines Pflegevorsorgefonds auf 3,5 Prozent angehoben und mit einem Bundeszuschuss gekoppelt werden. Eine weitere Erhöhung des Beitragssatzes wäre dann bis mindestens 2050 nicht mehr nötig. Damit wären alle Jahrgänge ab 1990 und älter stärker belastet, alle jüngeren Jahrgänge dagegen entlastet.

Eine qualitativ hochwertige Pflegeversorgung ist zwar kostspielig, allerdings ist sie auch intergenerativ ausgewogener finanzierbar, wenn die künftig steigenden Lasten in die Gegenwart vorgezogen werden. Die Mehrbelastungen für die heutigen Generationen bleiben hierbei in einem verkraftbaren Rahmen.

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undefinedWeitere Infos (Webseite Bertelsmann Stiftung)

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