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Erfolgsfaktor Familie | Freitag, 06.12.2019

Familienfreundlichkeit messbar machen

Für das Unternehmensprogramm Erfolgsfaktor Familie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat Prognos den Fortschrittsindex Vereinbarkeit umgesetzt und mit Kennzahlen gefüttert. Mehr als 600 Unternehmen wurden dafür befragt.

© iStock - Georgijevic

Der Fortschrittsindex Vereinbarkeit unterstützt Unternehmen dabei, ihre Familienfreundlichkeit zu verbessern. Ein zentraler Bestandteil des Tools sind Unternehmenskennzahlen. Auf deren Basis können sich Unternehmen mit anderen Unternehmen gleicher Branche oder Größe vergleichen. Um für das Online-Tool eine Vergleichsgrundlage zu schaffen, wurden in einer repräsentativen Befragung in mehr als 600 Unternehmen in Deutschland praxisnahe und belastbare Kennzahlen aus dem Personalwesen erhoben. Diese Zahlen wurden von Prognos ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen Fortschritte und Entwicklungspotenziale.

Flexible Arbeitszeiten und Homeoffice

Von zentraler Bedeutung für die Vereinbarkeit sind flexible Arbeitszeitregelungen und die Möglichkeit, im Homeoffice oder mobil zu arbeiten. Während flexible Arbeitszeitreglungen weit verbreitet sind, gibt es beim Homeoffice noch Potenzial: Knapp zwei von drei Beschäftigten (64%), deren Tätigkeit mobiles Arbeiten zulässt, sind tatsächlich mobil oder im Homeoffice tätig. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass jeder dritte Beschäftigte nicht mobil / im Homeoffice arbeitet, obwohl es für die Tätigkeit nicht erforderlich ist, im Unternehmen anwesend zu sein.

Väter und Mütter in Unternehmen

Das Selbstverständnis der Väter hat sich in den vergangenen Jahren deutlich gewandelt. Sie wünschen sich mehrheitlich, Familien und Beruf partnerschaftlich mit ihren Partnerinnen aufzuteilen. Die erhobenen Unternehmenskennzahlen zeigen diesbezüglich noch viel Entwicklungspotenzial: So beläuft sich die durchschnittliche Dauer der Elternzeit von Vätern auf drei Monate, bei Müttern sind es 16 Monate.
Der Anteil weiblicher Führungskräfte liegt im Durchschnitt bei 24 Prozent. Viele gut qualifizierte Mütter übernehmen keine Führungsposition oder lehnen diese sogar ab, weil sie dort Familie und Beruf nicht vereinbaren können. Abhilfe könnten Führungsaufgaben in Teilzeit schaffen – jedoch arbeiten im Durchschnitt lediglich 6 Prozent aller Führungskräfte mit einem Arbeitszeitpensum von weniger als 100 Prozent der geltenden (tariflichen) Arbeitszeit.

Alter der Belegschaft

Bemerkenswert ist, dass das Alter der Belegschaft in einem Zusammenhang mit dem Familienbewusstsein der Unternehmen steht. Unternehmen, deren Beschäftigte durchschnittlich weniger als 36 Jahre alt sind, haben teilweise bessere Kennzahlen als Unternehmen, deren Beschäftigte durchschnittlich älter als 45 Jahre sind. Dies gilt beispielsweise für die Nutzung von Homeoffice sowie die Anteile weiblicher Führungskräfte und die Anteile der Führungskräfte in Teilzeit.

Der Fortschrittsindex Vereinbarkeit wurde in Kooperation mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag und dem Bundesverband der Personalmanager entwickelt.

undefinedErgebnisse der Befragung in der Prognos-Publikationsdatenbank 

undefinedWebsite zum Fortschrittsindex des Unternehmensprogramms „Erfolgsfaktor Familie“