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Szenariorechnung | Freitag, 31.01.2020

Coronavirus ohne gravierende Auswirkungen auf deutsche Wirtschaft

Wie stark der Ausbruch und die Verbreitung des Corona-Virus in China die chinesische Volkswirtschaft belastet, ist gegenwärtig nicht seriös abzuschätzen. Selbst in einem Worst-Case-Szenario wären in Deutschland jedoch nur sehr moderate Effekte spürbar.

Foto: metaphum/adobe.stock.com

Neue Prognos Berechnungen zeigen, dass selbst in einem Worst-Case-Szenario die Konjunktur in Deutschland kaum belastet würde. Negative Wirkungen für das BIP 2020 sind kaum messbar und fallen auch in den beiden Folgejahren ausgesprochen gering aus.

In dem Szenario hat Prognos errechnet, welche Folgen sich für Deutschland einstellen würden, wenn sich das chinesische Wirtschaftswachstum im Jahre 2020 gegenüber der ursprünglichen Prognose von 5,8 Prozent halbieren würde.

Das sind die Gründe für den niedrigen Effekt auf die deutsche Gesamtwirtschaft:

  • Die Verflechtungen im Handel zwischen Deutschland und China sind zwar eng, dominieren aber nicht den Außenhandel des einen oder des anderen Landes. Nur 5 Prozent der chinesischen Importe stammen aus Deutschland, 7 Prozent der deutschen Exporte gehen nach China. Das bedeutet, dass 93 Prozent der deutschen Exporte zumindest nicht direkt betroffen wären.
  • China wächst in dem Szenario gleichwohl noch mit immerhin fast 3 Prozent und damit stärker als fast alle anderen Märkte, mit denen Deutschland eng verbunden ist. Das führt auch weiterhin zu Wachstum für die deutschen Exporteure.
  • China erleidet in den Szenario Produktionsausfälle, die auch zu Exportverlusten führen. Von diesen Lücken auf anderen Märkten können die 

Wie wurde gerechnet?

Die von den Autoren des Szenarios unterstellte Halbierung der Wachstumsrate wäre ein sehr drastischer Effekt. Sie soll aber aufzeigen, was Deutschland am oberen Rand plausibler Szenarien, also im schlimmsten Fall, zu erwarten hätte. Für die Szenariorechnung hat Prognos sein Weltwirtschaftsmodell VIEW eingesetzt.

In der Modellierung fällt die Entwicklung aller Verwendungskomponenten des BIP geringer aus als ursprünglich erwartet. In den Wechselwirkungen zwischen diesen Größen resultiert ein BIP-Wachstum in China von unter 3 Prozent im Jahr 2020. Auch in den beiden Folgejahren wäre noch leichte Effekte spürbar, bis die chinesische Volkswirtshaft wieder ihren „alten“ Wachstumspfad erreicht hat.

Andere Länder und einzelne Unternehmen stärker betroffen

Ein weiteres Ergebnis der Berechnung lautet: Andere Länder, die weitaus intensivere wirtschaftliche Verbindungen mit China unterhalten, sind deutlich stärker betroffen als Deutschland. So werden für Australien und Südkorea in diesem Szenario Wachstumseinbußen von 0,2 bzw. 0,3 Prozentpunkten erwartet.

Die gesamtwirtschaftliche Entwarnung gilt nicht unbedingt für einzelne Branchen und Unternehmen. Sie können stärker betroffen sein und müssten spezifisch und im Detail analysiert werden. Das gilt sowohl für die Absatzseite, wenn sich ein Unternehmen sehr stark auf China konzentriert hat, als auch für die Beschaffungsseite.

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undefinedFactsheet von Prognos zu Corona 

undefinedBericht auf Spiegel Online