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Transport & Logistik | Freitag, 20.03.2020

Brief, Päckchen, Paket – der Weg auf Deutschlands Straßen

Wie gelangen Konsumgüter an ihr Ziel? Prognos hat im Auftrag von NOW GmbH zusammen KE-Consult den urbanen Wirtschaftsverkehr in Deutschland untersucht.

© iStock- MarioGuti

Der gewerbliche Lieferverkehr wächst und verändert sich aktuell überaus dynamisch – nicht nur aufgrund der steigenden Anzahl versendeter Güter, sondern auch durch neue Transportmittel und den Eintritt neuer Marktteilnehmer. Im Auftrag der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW GmbH) analysiert die Studie den Status quo der urbanen Wirtschaftsverkehr in Deutschland. Außerdem haben die Autorinnen und Autoren regulatorische Rahmenbedingungen betrachtet, bspw. Zugangsbeschränkungen in die Innenstädte. Daraus abgeleitet werden Handlungsempfehlungen für die Markteinführung von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben.

Status quo urbaner Lieferverkehr in Deutschland

412.500 Fahrzeuge verteilen sich über alle Marktsegmente. Die Marktsegmente werden unterteilt in: Kurier-, Express und Paketmarkt (KEP-Markt), Massengutlogistik, allgemeine und spezielle Ladungsverkehre, allgemeiner und spezieller Stückgutverkehr, Kontraktlogistik (Konsumgüter, industrielle Güter) sowie Konsumgüterdistribution, Umschlags- und Terminallogistik, See- und Luftfracht:

  • Im KEP-Markt 130.000 Fahrzeuge, im Stückgutmarkt 70.000 Fahrzeuge und im Bereich der Konsumgüter 212.500 Fahrzeuge.
  • Die Fahrzeuge teilen sich auf in 40.000 Pkw, 90.000 Fahrzeuge der Klasse N1 (zulässigen Gesamtmasse bis 3,5 t), 225.000 Fahrzeuge der Klasse N2 (mehr als 3,5 t bis 12 t) und 57.500 Fahrzeuge der Klasse N3 (mehr als 12 t).

Regulatorische Rahmenbedingungen

Die einschlägigen Regularien des Lieferverkehrs in deutschen Städten betreffen insbesondere die Luftreinhaltung und die Lärmemissionen. Ähnliche Regularien (mit teilweise unterschiedlichen Ausprägungen) sind in fast allen untersuchten Städten zu finden:

  • Ein- und Durchfahrtsverbote nach Schadstoff- bzw. Gewichtsklassen,
  • Dieselfahrverbote,
  • Reduzierung des Gesamtverkehrs durch abwechselnde Fahrverbote für alle Fahrzeuge nach geraden/ungeraden Ziffern auf dem Nummernschild (Oslo, London, Paris) bei sehr schlechter Luftqualität).

Dagegen gibt es Vorteilsregelungen für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben:

  • Ausnahme von den Ein- und Durchfahrtsverboten
  • Höheres zulässiges Gesamtgewicht für spezielle Lkw-Klassen in Deutschland
  • Ausnahmen von den gewichtsgebundenen Führerscheinregelungen in Deutschland

Handlungsempfehlungen

Auf die Förderung von Prozessen und gesamtheitlichen Konzepten sollte verstärktes Augenmerk gelegt werden. Es muss sichergestellt werden, dass Klein- und Kleinstunternehmen in den Genuss von Fördermittel kommen.

Letztlich sind – verschärft durch den europäischen und nationalen politischen Druck zur Erreichung der Klimaziele – jedoch regulatorische Maßnahmen die stärksten Treiber für die schnelle Marktdurchdringung von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben:

  • Zufahrtsbeschränkungen nach Antrieben, Fahrzeuggewicht, Auslastung, Verkehrsdichte (City-Maut)
  • Gebot für Nachtbelieferung ausschließlich durch Fahrzeuge mit alternativen Antrieben
  • CO₂ Bepreisung

Derzeit ist der Markt für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben noch nicht klar einzuschätzen. Unbestritten ist allerdings:

  • Leichte Fahrzeuge (PKW und N1) bieten das größte Potenzial für alternative Antriebe
  • Für schwerere Fahrzeuge (insbesondere N3-Fahrzeuge) mit Wasserstoffantrieb (FCV) gibt es zur Zeit der Berichtslegung nur relativ wenige Prototypen und Testfahrzeuge.

Die Studie wurde beim 2. Workshop urbaner Wirtschaftsverkehr am 11. Dezember 2019 in Berlin vorgestellt. Hans-Paul Kienzler, Bereichsleiter Mobilität & Verkehr, stellte die Ergebnisse vor.

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