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Prognos trendletter | Dienstag, 04.02.2020

Berufliche Orientierung: ein sozialer Wachstumsfaktor

Junge Menschen brauchen frühzeitig Unterstützung, Orientierung und gute Bedingungen, um sich beruflich erfolgreich zu entwickeln. Eine individuell ausgerichtete Berufsorientierung ist daher eine wichtige Grundlage für sozial nachhaltigen Wohlstand und Wachstum.

© Adobe Stock - Drobot

Von Prognos-Experte Julian Lenz

Jugendlichen fällt es häufig nicht leicht, ihre beruflichen Potenziale richtig einzuschätzen und zu nutzen.  Berufsorientierende Angebote können einen wichtigen Beitrag leisten, um berufliche Interessen, Neigungen und Stärken zu entdecken, und fördern die soziale Dimension von Wohlstand und Wachstum. Dabei geht es nicht „nur“ um den reinen Zugang zu Arbeit, sondern auch um die Qualität der Arbeit. Neben objektiven Aspekten gehören dazu auch subjektive Faktoren wie Spaß an der Arbeit, Zufriedenheit oder die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung. Letztere gewinnen gerade bei jungen Menschen zusehends an Bedeutung, wie die Diskussionen über die Zukunft der Arbeit und die Generationen Y und Z zeigen.

Gleichzeitig wird die Arbeitswelt, getrieben durch die Digitalisierung und Globalisierung, immer komplexer. Junge Menschen stehen heute einem Dschungel von Ausbildungsmöglichkeiten gegenüber. Wenn Jugendliche durch eine Berufsorientierung ihre Berufswahl bewusster treffen, können so Abbruchwahrscheinlichkeiten verringert und frühe Brüche in der Erwerbsbiografie vermieden werden.

Damit Berufsorientierung auch in der Arbeitswelt der Zukunft ein stabiler Grundstein für sozial nachhaltigen Wohlstand und Wachstum bleibt, sollten zunächst bewährte Ansätze weiterentwickelt werden. Potenzialanalysen werden bereits an vielen Schulen eingesetzt, sollten aber noch stärker für tatsächlich individuell zugeschnittene Angebote der Berufsorientierung für einzelne Schülerinnen und Schüler genutzt werden. Darüber hinaus sind für viele junge Menschen praktische Erfahrungen ein wichtiger Baustein. Jedoch sind Praxisangebote noch nicht immer systematisch in den Unterricht integriert. Vielversprechend können daher Ansätze wie Praxislernklassen sein, die die Lernorte Schule und Betrieb noch stärker verbinden.

Ergänzt werden können diese klassischen Angebote durch neue Formate und Technologien. So können Schülerinnen und Schüler beispielsweise ihre Stärken, Schwächen und Interessen eigenständig in Apps erproben. Virtuelle Anwendungen bringen praktische Einblicke in berufliche Tätigkeiten ins Klassenzimmer oder nach Hause. Wichtig bei diesen neueren Angeboten ist es, dass sie weiterhin in einen pädagogischen und betrieblichen Kontext eingebettet sind und bewährte Angebote nicht ersetzen.

Schließlich geht es bei der Berufsorientierung auch darum, den Schülerinnen und Schülern neben Kompetenzen zur Berufswahl passende Sozialkompetenzen zu vermitteln. Berufsbilder werden sich schneller ändern, außerdem werden Wechsel des Berufs immer gängiger. Fähigkeiten, mit dieser schnelllebigen Berufswelt umzugehen, sollten durch eine stärkere Verknüpfung von Projekten zur Sozialkompetenz und Angeboten der Berufsorientierung gefördert werden.

Auch wenn klar ist, dass sozial nachhaltiges Wachstum viele weitere Facetten hat und besonders von den Entwicklungen am Arbeitsmarkt beeinflusst wird, kann mit einer Berufsorientierung, die noch stärker die Interessen und Bedarfe der Jugendlichen in den Blick nimmt, ein Grundstein für die soziale Dimension gelegt werde.

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