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Corona-Pandemie | Mittwoch, 22.04.2020

Kultur- & Kreativwirtschaft: Größere Einbußen als erwartet

Das aktualisierte Kurzpaper zur Betroffenheit der Kultur- und Kreativwirtschaft (KKW) von der Corona-Pandemie zeigt: Die geschätzten Umsatzverluste der Gesamtbranche fallen deutlich größer aus als ursprünglich angenommen.

© iStock - mihailomilovanovic

Als wissenschaftlicher Partner des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes hat Prognos mit einer Betroffenheitsanalyse in drei möglichen Szenarien berechnet, wie stark sich die Corona-Pandemie auf die Kultur- und Kreativwirtschaft auswirken könnte. Angesichts der dynamischen Entwicklungen ist dies eine laufende Analyse.

Einbindung aktueller Entwicklungen

Das aktualisierte Kurzpaper erfasst die kürzlich beschlossenen Lockerungen im Einzelhandel sowie die vorläufigen Regelungen für Clubs, Theater, Konzerthäuser und Großveranstaltungen unter Berücksichtigung der zeitlichen Betroffenheit. Außerdem werden die aktuell gravierenden Entwicklungen im Werbemarkt und ihre Wechselwirkung mit den Bereichen Rundfunk und Presse sowie der konjunkturelle Verlauf und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen aus der KKW berücksichtigt. Auch die Software-/Games-Industrie wird entgegen ursprünglicher Annahmen ebenfalls unter der Corona-Pandemie leiden, was vor allem auf die gesamtkonjunkturelle Lage zurückzuführen sein dürfte.

Zudem wurde eine zeitliche Perspektive der wirtschaftlichen Einbußen und Einschränkungen ergänzt. Demnach konzentriert sich mehr als die Hälfte der gesamten Umsatzverluste der KKW im zweiten Quartal, wobei sich der negative Umsatztrend voraussichtlich im weiteren Verlauf des Jahres konjunkturbedingt fortsetzt. Perspektivisch ist in einigen Teilmärkten mit weiteren Umsatzverlusten im Jahr 2021 zu rechnen, die u.a. aus ausbleibenden Erlösausschüttungen aus der Verwertung von Rechten sowie aus hohen Investitionsstaus resultieren.

Internationale Perspektive auf die Corona-Pandemie

Die Einbußen in Deutschland stehen exemplarisch für Effekte auch auf internationaler Ebene. In dieser schwierigen Situation bietet der pandemische Charakter dieser Krise jedoch auch eine gewisse Möglichkeit zu einer effizienten Maßnahmengestaltung der Politik. Das Kurzpaper zeigt eine aktuelle Länderübersicht der generellen wirtschaftspolitischen Maßnahmen, die einen Einfluss auf die Kultur- und Kreativwirtschaft haben und speziell auf diesen Sektor zugeschnittene Pakete. Generell sind die Maßnahmen international in den betrachteten Ländern in den vergangenen Wochen deutlich konkretisiert worden, dies gilt auch in Bezug auf die Kultur- und Kreativwirtschaft.

Generell lässt sich betonen, dass in vielen der betrachteten Länder in den letzten Wochen spezifische Maßnahmen für kreative Akteure ausgestaltet und verabschiedet wurden. Trotz dieser teils wichtigen und hilfreichen Maßnahmen ist die Zukunft für diesen Sektor jedoch weiterhin enorm ungewiss.

Diese laufende Analyse wird vom Kompetenzzentrum Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes durchgeführt und gibt nicht die Auffassung der Bundesregierung wieder.
 
undefinedZum aktualisierten Kurzpaper „Betroffenheit der Kultur- und Kreativwirtschaft von der Corona-Pandemie“ auf kreativ-bund.de (PDF)