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#TagderHandhygiene | Dienstag, 05.05.2020

Hände, ausgerechnet Hände …

Sich berührende Hände? Tatsächlich entstand das trendletter-Cover zum Thema Zusammenhalt vor Corona. Wir haben es trotzdem behalten, denn: „Nichts schweißt so stark zusammen wie eine gemeinsame Mission“ – und im Moment gehört dazu auch Hände waschen!

© Rene Neumann

Editorial von Christian Böllhoff

Ausgerechnet Hände – vielleicht haben Sie das auch gedacht, als Sie unser Titelbild gesehen haben, und sind unbewusst ein wenig zusammengezuckt.

Wir haben dieses Heft geplant, als Sars-CoV-2 in erster Linie ein chinesisches Problem war. Das ist gar nicht so lange her, wie es scheint. Und doch sieht die Welt heute ganz anders aus. Einige Texte mussten wir deshalb noch einmal neu denken. Die moderne Kulturpolitik etwa. Sie hatte in den vergangenen Wochen immense Aufgaben zu bewältigen. Als Partner des Kompetenznetzes Kreativwirtschaft des Bundes ist Prognos mittendrin. Andere Texte haben wir genau so gelassen, wie sie waren. Denn die Coronakrise verordnet uns zwar in vielen Fragen eine Zwangspause. Doch Themen wie die Bekämpfung des Klimawandels haben deswegen nicht an Bedeutung verloren. Mit unserem trendletter richten wir ganz bewusst den Blick nach vorne, ohne zu vergessen, was ist und war.

Deswegen das Titelbild. Trotzdem, möchte man fast sagen. Oder: gerade jetzt! Denn so paradox es ist, dass Solidarität und Zusammenhalt sich zurzeit vor allem darin zeigen, dass wir Abstand voneinander halten,uns nicht einmal die Hände geben können, so sehr steht diese Geste doch auch für das, was wir gerne zurückhaben wollen und was bislang (im wahrsten Sinn des Wortes) für Zusammenhalt stand: Das Reichenvon Händen.

Die Coronakrise scheint viele Differenzen innerhalb der Gesellschaft beiseite zu wischen. Deutschland vor dem kollektiven Ausnahmezustand,– das war ein Land, in dem die Fliehkräfte zugenommen und sichviele Risse aufgetan hatten. Doch von dem Virus sind nun alle bedroht. Jede und jeder für sich zwar, aber alle gleichzeitig. Diese Bedrohung eint. Wir sagen wieder „wir“. Nichts schweißt so stark zusammen wieeine gemeinsame Mission.

Das Coronavirus wird sichtbar machen, wie es um uns steht und zu was wir gemeinsam in der Lage sind.

In wem von uns eine Alltagsheldin bzw. ein Alltagsheld steckt und in wem eine Egoistin bzw. ein Egoist, wer verletzlich ist und wer belastbar. Es legt frei, wie unterschiedlich wir wohnen, was wir arbeiten, wie viel Geld wir haben. Werbeispielsweise keine Wohnung hat, hat auch keinen Rückzugsraum vorder Pandemie. Daher sind wir vor dem Virus eben nicht alle gleich. Und je länger die Krise dauert, desto deutlicher werden die Ungleichheitenzutage treten. Es ist ein Stresstest für unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft. Es wird sich zeigen, wie stark unsere politischen Institutionen sind und ob unsere soziale Ordnung und die Systeme mit dernötigen Resilienz ausgestattet sind.

Mehr noch: Alles, was jetzt passiert, wird in unserer Gesellschaft auch dann noch nachwirken, wenn eine Schutzimpfung gegen das neue Coronavirus so normal geworden ist, wie ein Löffel Hustensaft bei einer Erkältung. Bis es soweit ist, können wir die Krise aber auch als eine Art Fitness-Camp nutzen. Denn je besser wir in diesen Zeiten unsere Fähigkeiten in Disziplinen wie Umsicht, Rücksicht, Mitgefühl und Fürsorge trainieren, desto besser werden Zusammenhalt und Solidarität auch danach funktionieren. Und dass diese gesellschaftlichen Qualitäten immer wichtiger werden, war auch vor Corona schon evident – ob in der Gesellschaft, der Politik, der Wirtschaft oder eben auch besonders im Miteinander dieser Teilsysteme. Insofern: Lassen Sie uns diese Chance nutzen und fortentwickeln – sprichwörtlich Hand in Hand. Darauf setzeich, dann ist mir um die Zukunft auch jetzt nicht bange.

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