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trendletter Magazin | Samstag, 20.06.2020

Stadtpolitik: Vielfalt als Chance

Zusammenhalt in einer kulturell vielfältigen Gesellschaft wird durch alltägliche Begegnungen und den Austausch miteinander gestärkt. Eine besondere Bedeutung haben Städte und Gemeinden.

© istock- monzenmachi

Von Prognos-Expertin Claudia Münch

Ob bei der Arbeit oder in der Nachbarschaft – jeden Tag treffen Menschen in ihrem alltäglichen Lebensumfeld auf andere Personen. Der Austausch miteinander bildet den Kern des gesellschaftlichen Zusammenlebens einer Stadt oder einer Gemeinde. Um die Potenziale kultureller Vielfalt für Innovation sowie für wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen zu nutzen, sind die politisch Verantwortlichen in Städten und Gemeinden zusammen mit der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft gefordert, Räume und Prozesse für den positiven Austausch zwischen Menschen verschiedener kultureller Identitäten herzustellen. Denn insbesondere Vorurteile lassen sich am besten durch Begegnung und Kommunikation abbauen.

Wie entscheidend der politische Wille für den Zusammenhalt einer Gemeinde sein kann, beweisen zwei Beispiele sehr deutlich. Mechelen in Belgien und Toronto in Kanada könnten unterschiedlicher nicht sein. Doch haben sie eines gemeinsam: Sie begreifen die Diversität ihrer Einwohnerinnen und Einwohner als Chance. Die belgische Stadt Mechelen wurde so vom Schmuddelkind zu einer der beliebtesten und gleichzeitig vielfältigsten Städte Belgiens. Ihr Motto: Superdiversität (eine  Bürgerin  oder  ein  Bürger  ist  viel mehr als seine Herkunft) ist neue urbane Realität, wird begrüßt und zur Stärke der Stadt. Um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger zurück zu gewinnen, investierte die Stadt zunächst in die Sicherheit und Sauberkeit Mechelens. Vor allem aber fördert sie kontinuierlich in einem engen Netzwerk aus Bürgermeisterämtern, Verwaltung, Polizei, Vereinen oder Kultureinrichtungen die Begegnung und den Beziehungsaufbau ihrer Bewohnerinnen und Bewohner. Gemeinsame Identität ist es, Bürgerin oder Bürger Mechelens zu sein – Partikularinteressen sollen vermieden werden. Vieles der Erfolgsgeschichte Mechelens geht auf das Engagement des Bürgermeisters Bart Somers zurück, der 2016 mit dem World Mayors Award ausgezeichnet wurde.

Ungleich größer und noch bekannter für ihre Vielfalt ist die Stadt Toronto. „Diversity is our Strength“ – der offizielle Slogan der Stadt kommuniziert klar: Vielfalt ist bedeutende Ressource der Stadt und nicht nur etwas zu Tolerierendes. Auf zahlreichen interkulturellen Stadtfesten und dem Newcomer Day wird Torontos Vielfalt gemeinsam gefeiert. Gesteuert wird die Diversitätspolitik zentral. So wird sichergestellt, dass die Selbstverpflichtung der Stadt zu Gleichberechtigung und Vielfalt (in all ihren Facetten) in allen städtischen Verwaltungsebenen umgesetzt und gelebt wird. Leitendes Prinzip bei der Umsetzung der verschiedenen Programme ist es, spezifische Herausforderungen und Hürden unterschiedlicher  Zielgruppen zu erkennen und Leistungen bedarfsgerecht anzubieten (equity of outcome). Das Ziel: Alle Einwohnerinnen und Einwohner sollen faire Aufstiegschancen haben.

Die Städtebeispiele verdeutlichen, wie wichtig es ist, dass die kommunale Verwaltung und andere Stakeholder das Thema Vielfalt aktiv und mit einer positiven Haltung angehen. Ein politisches Gesamtkonzept ist wichtig. Die Ausgestaltung eines solchen Konzepts steht in Zusammenhang mit den Eigenheiten der Städte, wie ihrer Größe, ihrer Zuwanderungsgeschichte oder ihren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Wichtig ist, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger in ihrer Stadt wohl, sicher und  akzeptiert fühlen. Kulturelle Besonderheiten sollten anerkannt werden. Dabei soll aber kein  nebeneinander, sondern ein miteinander Leben gefördert werden. Die Städtebeispiele verdeutlichen, wie wichtig es ist, dass die kommunale Verwaltung und andere Stakeholder das Thema Vielfalt aktiv und mit einer positiven Haltung angehen. Ein politisches Gesamtkonzept ist wichtig. Die Ausgestaltung eines  solchen Konzepts steht in Zusammenhang mit den Eigenheiten der Städte, wie ihrer Größe, ihrer Zuwanderungsgeschichte oder ihren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Wichtig ist, dass sich alle  Bürgerinnen und Bürger in ihrer Stadt wohl, sicher und akzeptiert fühlen. Kulturelle Besonderheiten  sollten anerkannt werden. Dabei soll aber kein nebeneinander, sondern ein miteinander Leben gefördert werden.

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