Prognos Logo Print

Ansprechpartnerin

Felizitas Janzen

Pressekontakt
Tel.: +49 30 58 70 89 118
E-Mail: presse@prognos.com

Ansprechpartner

Dr. Michael Böhmer

Dr. Michael Böhmer

Partner | Chief Economist Corporate Solutions
Tel.: +49 89 95 41 586-701

Detailansicht
trendletter Magazin | Mittwoch, 05.08.2020

Früh übt sich: Demokratieerziehung in der Kita

Mit der richtigen Unterstützung können Kinder bereits im Kindergartenalter zu demokratischem Handeln geführt werden. Erzieherinnen und Erzieher leisten dazu einen wichtigen Beitrag. Sie gestalten die Kita als Spielraum für demokratische Aushandlungen und stärken so die Demokratie für künftige Generationen.

Von Prognos-Mitarbeiterin Gwendolyn Huschik

Gesellschaftlicher Zusammenhalt lebt von der Demokratiefähigkeit und der Partizipationsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger. Dazu gehört es, sowohl die eigenen als auch die Bedürfnisse und Ansichten anderer zu erkennen, zu reflektieren und zu kommunizieren, sich gegenseitig als gleichberechtigt anzuerkennen und Kompromissbereitschaft in der Aushandlung von Differenzen zu zeigen.

Demokratisches Denken und Handeln müssen Schritt für Schritt gelernt und eingeübt werden. Ideale Orte hierfür sind die Einrichtungen der Frühen Bildung. Kitas und Horte machen Demokratie bereits in jungen Jahren erleb- und erfahrbar. Erzieherinnen und Erzieher entwickeln mit den Kindern Beteiligungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten bei der Gestaltung des gemeinsamen Spiels und des gemeinchaftlichen Lebens. Kinder reden beispielsweise bei der Gestaltung des Außengeländes mit oder überlegen zusammen, welchen Kuchen sie backen. In solchen gemeinsamen Entscheidungsprozessen setzen sich Kinder frühzeitig mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Meinungen auseinander und lernen dabei den demokratischen Umgang mit Unterschiedlichkeit.

Da nahezu alle Drei- bis Sechsjährigen, rund die Hälfte der Sechs- bis Zehnjährigen und knapp ein Drittel der Kinder unter drei Jahren Betreuungsangebote nutzen, steckt in der frühen Demokratieerziehung ein großes Potenzial. Dies hat auch die Bildungspolitik erkannt. Im Jahr 2004 definierte die Jugend- und Kultusministerkonferenz die „entwicklungsgemäße Beteiligung von Kindern an den ihr Leben in der Einrichtung betreffenden Entscheidungen“ als übergeordnete Aufgabe der Frühen Bildung.

Demokratie und Partizipation in der Kita sind aber keine Selbstläufer. Die in vielen Einrichtungen bereits praktizierten Initiativen brauchen einen stabilen strukturellen Rahmen. Zum einen in den Bildungsplänen der Länder, in denen die durchgängig thematisierte Demokratieerziehung und Partizipation mehrheitlich noch durch Ziele, Qualitätskriterien und Handlungsempfehlungen konkretisiert werden sollten. Zum anderen durch Raum und Zeit für Teamentwicklung und Haltungsbildung der Kita-Teams. Denn die Auseinandersetzung der Teams über Mitspracherechte, Selbstbestimmung und Beteiligungsformen der Kinder ist notwendig, damit die Kita zum demokratischen Lebensraum für alle Kinder werden kann.

Eine Voraussetzung hierfür ist die Realisierung einer stabilen Fachkraft-Kind-Relation. Das heißt, dass die Zahl der Kinder, für die eine Fachkraft in ihrem Arbeitsalltag verantwortlich ist, auch unter Berücksichtigung von Vorbereitungszeiten, Fortbildung oder Elternarbeit fachlich angemessen bleibt. Daher ist auch die Bewältigung des Fachkräftemangels in der Frühen Bildung ein wichtiger Beitrag zu mehr Zusammenhalt und Demokratie in unserer pluralistischer werdenden Gesellschaft.

undefinedZum trendletter-Magazin „Zusammenhalt – der Kitt für unsere Gesellschaft“

undefinedDen trendletter abonnieren