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Überblick über unsere Veröffentlichungen und Auftragsstudien

Verbesserte Resilienz nach der Corona-Krise

Der Aspekt Resilienz wurde bereits vor der Covid-19-Pandemie für die Unternehmen in Deutschland immer wichtiger, vor allem wenn sie bei Zulieferungen von einem einzelnen Lieferland stark abhängig sind. Auch die häufiger auftretenden Handelskonflikte oder Ereignisse wie der Brexit machen Unternehmen verwundbar. Der Ausfall eines wichtigen Zulieferers kann im ungünstigsten Fall die Produktion eines Unternehmens vollständig zum Erliegen bringen.

Gesamtwirtschaftliche Ausfalleffekte bayerischer Industriebranchen in der Krise

Wie vulnerabel die bayerische Wirtschaft angesichts der noch anhaltenden Krise ist, ließ die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft von Prognos ermitteln. Einige Branchen weisen in vielen Güterkategorien eine hohe Importkonzentration und damit Abhängigkeit von einem zentralen Lieferland auf. In anderen – und dazu gehören die größten deutschen und bayerischen Industriebranchen wie der Kraftwagenbau oder der Maschinenbau – ist die Importkonzentration hingegen unterdurchschnittlich stark ausgeprägt.

Dabei ist zu beachten, dass bestimmte Gütergruppen zwar grundsätzlich von Unternehmen aus verschiedenen Ländern angeboten werden. Viele Unternehmen sind jedoch auf bestimmte, auf ihre betriebsindividuellen Bedürfnisse angepassten, Vorleistungsprodukte angewiesen, die nur ein bestimmter Produzent liefern kann oder für die es lange Bestell- und Lieferfristen gibt – eine höhere Resilienz der internationalen Lieferketten und Produktionsnetzwerke dürfte in vielen Unternehmen hohe Priorität besitzen.

Resilienz als Aufgabe der Unternehmen

Allerdings sind die damit verbundenen Maßnahmen oft kostspielig, ohne dass sich dies direkt im Unternehmenserfolg niederschlagen würde. Jedes Unternehmen muss für sich selbst abwägen, ob sich die Investition in eine höhere Resilienz langfristig lohnt und inwieweit die Effizienz von Lieferketten beibehalten werden kann.

Resilienz als Aufgabe der Politik

Werden die Handels- und Lieferketten so stark gestört wie in der jüngsten Krise, kann das gravierende gesamtwirtschaftliche Schäden verursachen. „Die Stärkung der Resilienz von Unternehmen ist somit auch eine politische Aufgabe. Es wäre falsch, die deutsche oder bayerische Volkswirtschaft von der Globalisierung abzukoppeln. Vielmehr sollte die Politik den Unternehmen den bestmöglichen Rahmen zur Erhöhung ihrer Widerstandsfähigkeit in Krisen bieten“, so Prognos-Projektleiter Johann Weiss.

Ermittlung der Ergebnisse

Prognos untersuchte in der Studie, wie stark Wertschöpfungsketten einzelner Branchen direkt oder indirekt vom Ausland abhängig sind und wie wahrscheinlich bei Lieferbrüchen ein Produktionsausfall in einer Branche ist. In einem zweiten Schritt wurde zusätzlich ermittelt, wie stark die Bruttowertschöpfung und die Erwerbstätigkeit insgesamt von einem Produktionsausfall betroffen wären. Schließlich wurden Optionen aufgezeigt, wie die internationale Einbindung der bayerischen Wirtschaft insgesamt resilienter gestaltet werden kann.

Autor: Johann Weiss, Dr. Michael Böhmer

Kunde: vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.

Jahr: 2020

Typ: Studie

Bereich: Standort & Region

Themenfeld: Globalisierung

Tags: 2020, Bayern, Corona, Deutschland, Globalisierung, Industrie, Investition, Lieferketten, Regionalentwicklung, Resilienz, Volkswirtschaft