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Hintergrundpapier zur Energieeffizienzstrategie Gebäude

Wie kann das Ziel des nahezu klimaneutralen Gebäudebestandes bis zum Jahr 2050 erreicht werden? Die „Energieeffizienzstrategie Gebäude (ESG)“ des Bundeswirtschaftsministeriums soll Antworten geben – Prognos liefert Hintergrundpapier.

Mit dem veröffentlichten Hintergrundpapier zur ESG werden die Forschungsergebnisse zum nahezu klimaneutralen Gebäudebestand der letzten Jahre zusammengeführt. Die Potenziale und Grenzen für den Einsatz erneuerbarer Energien und der Energieeffizienz im Gebäudebestand werden ermittelt und hieraus der noch verbleibende Korridor zur Zielerreichung bis 2050 abgeleitet. Hierbei finden die Belange anderer Verbrauchssektoren und der Energiebereitstellung (Strom, Fernwärme) Berücksichtigung. Für die Ränder dieses Korridors werden Zielszenarien entwickelt und die Auswirkungen ihrer Umsetzung auf die Kosten des Wohnens und die sozialen Sicherungssysteme berechnet. Die Ergebnisse werden einem Referenzszenario, in dem die aktuellen Politiken fortgeführt werden, gegenübergestellt. Im letzten Schritt werden insgesamt 15 kurz- und mittelfristig umsetzbare Politikmaßnahmen entwickelt und in ihr Beitrag zum Schließen der Lücke abgeschätzt.

Prognos hat gemeinsam mit dem Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) und dem Institut für Wohnen und Umwelt (IWU) das BMWi bei der Erstellung der ESG wissenschaftlich begleitet.

Zentrale Ergebnisse:

  • Bei Fortführung aktueller Politiken wird das Ziel des klimaneutralen Gebäudebestandes bis 2050 verfehlt werden. Das Referenzszenario ermittelt für das Jahr 2050 eine Reduktion des nicht erneuerbaren Primärenergieverbrauchs von 60% ggü. dem Jahr 2008.
  • Der klimaneutrale Gebäudebestand wird nur durch die Kombination von Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien erreichbar sein. In beiden Bereichen bedarf es zusätzlicher Anstrengungen. Menge und Tiefe der energetischen Gebäudemodernisierung müssen weiter gesteigert werden. Der Einsatz erneuerbarer Energien im Gebäudebestand und im Neubau muss gesteigert werden.
  • Die Dekarbonisierung der Stromerzeugung und der Fernwärme sind Grundvoraussetzungen für den klimaneutralen Gebäudebestand.
  • Die Potenziale für erneuerbare Energien und Energieeffizienz sind begrenzt. Der verbleibende Zielkorridor wird hierdurch deutlich eingeschränkt. Der Endenergieverbrauch des Gebäudebestandes wird sich um bis zu 54% reduzieren lassen.
  • Besonders kritisch für die Zielerreichung wäre das Unterschreiten der Minimalmaßnahmen im Bereich der Energieeffizienz, da es sonst zu einer stärkeren Nutzungskonkurrenz für erneuerbare Energiepotenziale kommt und eine Zielverfehlung deutlich wahrscheinlicher würde.
  • Trotz unterschiedlicher Investitionsbedarfe sind die Auswirkungen auf die Kosten des Wohnens vergleichsweise gering. Der Unterschied zwischen Referenz und Zielszenarien liegt bei maximal 6 %. Die Summe der Transferleistungen im Bereich Wohnen unterscheidet sich um weniger als 5%.

Verbleibender Raum zur Reduktion des nicht erneuerbaren Primärenergieverbrauchs in Gebäuden um mindestens 80%

Autor: Nils Thamling, Prognos | Dr. Martin Pehnt, ifeu | Dr. Joachim Kirchner, IWU

Kunde: Bundesstelle für Energieeffizienz

Jahr: 2015

Typ: Studie

Bereich: Energie & Klimaschutz

Themenfeld: Energieeffizienz

Tags: Bauen, Wohnen, Energieeffizienz, Energieeinsparung, Energiewirtschaft, Klimaschutz, Photovoltaik