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Volkswirtschaftliche Folgen einer Schwächung der Stahlindustrie in Deutschland

Bei isolierter Verschärfung des EU-Emissionshandels könnte es für die deutsche Stahlindustrie nicht mehr lohnend sein, die Produktionskapazitäten aufrechtzuerhalten. Gesamtwirtschaftlich wäre der Schaden deutlich größer als in der Stahlindustrie.

Die Europäische Union plant eine Verschärfung des Emissionshandels ab dem Jahr 2021. Im Gegensatz zu Unternehmen in Drittländern würden sich dadurch in der EU für energieintensive Branchen wie die Stahlindustrie die Produktionskosten deutlich erhöhen. Hierbei wurde unterstellt, dass andere Länder ihr Emissionshandelssystem nicht anpassen. Welche gesamtwirtschaftlichen Effekte sind bei einer solchen Schwächung der deutschen Stahlindustrie zu erwarten? Mittels eines modellgestützten Szenarienvergleichs hat die Prognos AG im Auftrag der Wirtschaftsvereinigung Stahl diese Frage untersucht.

Die Auswirkungen

Die Studie zeigt, dass die deutsche Stahlproduktion aufgrund eines einseitigen verschärften Emissionshandels mittelfristig nicht mehr rentabel wäre, sollten am Weltmarkt keine höheren Stahlpreise durchsetzbar sein. Da als Reaktion hierauf die Stahlindustrie in Deutschland nicht mehr investiert, sinken Produktion und Beschäftigung in der Branche um 60 Prozent gegenüber dem Niveau, welches sie ohne einen verschärften Emissionshandel aufweisen würden.

Die Berechnungen zeigen einen Beschäftigungsverlust für alle Branchen in Höhe von rund 380.000 Erwerbstätigen. Die gesamtwirtschaftliche Wertschöpfung fiele im Jahr 2030 um 30 Milliarden Euro niedriger aus als im Referenzszenario.

Industrie bleibt wichtig

Prognos kommt zu dem Ergebnis, dass die deutsche Wirtschaft auch in der Zukunft von industriellen Leitbranchen getragen wird, die zum großen Teil als stahlintensiv eingestuft werden. Daher ist mit einer stabilen langfristigen Entwicklung der deutschen Stahlindustrie zu rechnen, sofern die Rentabilität  der Branche nicht massiv beeinträchtigt wird.

Autor: Jan Limber, Dr. Michael Böhmer, Markus Hoch

Kunde: Wirtschaftsvereinigung Stahl

Jahr: 2016

Typ: Studie

Bereich: Wirtschaft & Arbeit

Tags: Wertschöpfung