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Demografie-Check Staatshaushalt 2040

Wie entwickeln sich Einnahmen und Ausgaben des Staates in einer alternden Gesellschaft?

Die Alterung der Bevölkerung treibt die Ausgaben in die Höhe und lässt die Einnahmen zusammenschrumpfen. Langfristig kehren sich die heutigen Finanzierungsüberschüsse damit in Defizite um. Im Jahr 2040 fehlen dem Staat insgesamt 24 Mrd. Euro. Die „schwarze Null“ rückt in weite Ferne. Dies zeigt der Demografie-Check 2040, den Prognos im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft erstellt hat.

Die öffentliche Hand erfüllt über die Gebietskörperschaften und die Sozialversicherungen vielfältige Aufgaben für ihre Bürger und Versicherten. Diese Maßnahmen kosten Geld und müssen über entsprechende Einnahmen gedeckt werden. Aktuell befindet sich Deutschland dabei in einer sehr komfortablen Lage. Die Erwerbstätigenzahl liegt auf Rekordniveau, die Wirtschaftsentwicklung ist positiv. Beides lässt die Einnahmen sprudeln. Der Staat hat dadurch in den letzten Jahren wiederholt mehr eingenommen als ausgegeben. Im Jahr 2014 betrugt der Finanzierungsüberschuss acht Mrd. Euro, im Jahr 2015 sogar 30 Mrd. Euro. Beste Zeiten also für Leistungsausweitungen und Wahlkampfversprechen?

Ganz im Gegenteil. Denn die erfreulichen Rahmenbedingungen sind nicht von Dauer. Bereits heute ist absehbar, dass die Alterung der deutschen Bevölkerung die Staatsfinanzen in den kommenden Jahrzehnten vor eine erhebliche Herausforderung stellen wird. Die vorliegende Untersuchung hat die Finanzierungssituation der öffentlichen Haushalte daher einem Demografie-Check 2040 unterzogen. Wie verändern sich Einnahmen und Ausgaben in einer alternden Gesellschaft?

Demografischer Wandel: Ausgaben steigen, Einnahmen schrumpfen

Die Ursache liegt in der Altersstruktur der deutschen Bevölkerung. Die Gruppe der 20- bis 60-Jährigen trägt als Nettozahler den Großteil zur Finanzierung des Staates bei. Die unter 20-Jährigen und die über 60-Jährigen empfangen hingegen mehr Leistungen als sie mit ihren eigenen Beitrags- und Steuerzahlungen finanzieren. Bei den Jüngeren dominieren die Bildungsausgaben, bei den Älteren die Ausgaben für soziale Sicherheit und Gesundheit.

Aktuell ist die Gruppe der Nettozahler mit 56 Prozent noch die größte Bevölkerungsgruppe. Im Zuge des demografischen Wandels verändern allerdings vor allem die Baby-Boomer-Generationen ihren Status vom Nettozahler zum Nettoempfänger. Im Jahr 2040 gehören nur noch 49 Prozent der deutschen Bevölkerung zu den Nettozahlern. Die Finanzierung der öffentlichen Haushalte gerät in Schieflage und nicht erst dann sind Lösungen gefragt.

Beiträge und Steuern erhöhen? Bildungsausgaben, Sozialtransfers und Pensionen kürzen? Die Studie prüft beispielhafte Lösungsansätze: „Die willkürlich ausgewählten Gegenmaßnahmen machen deutlich, wie schmerzhaft potenziell notwendige Einschnitte tatsächlich wären. Zudem darf eines nicht vergessen werden: Der demografischen Wandel nimmt erst in den nächsten Jahren spürbar an Fahrt auf. Finanzierungsdefizite in den staatlichen Haushalten drohen bereits ab den 2020er Jahren. Und dann treten sie Jahr für Jahr auf. 2040 markiert nur die Spitze des Eisbergs. Wer vor diesem Hintergrund neue Leistungen und Ausgaben verspricht, sollte rechtzeitig über deren Finanzierung nachdenken.

Autor: Dr. Oliver Ehrentraut, Dr. Stefan Moog, Laura Sulzer

Kunde: Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Jahr: 2016

Typ: Studie

Bereich: Gesellschaft & Staat

Themenfeld: Soziale Sicherungssysteme

Tags: Altern, Demografischer Wandel, Gesellschaft, Grundsicherung