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Grundbedürfnisse und Teilhabe in Deutschland: Wer kann sich was leisten?

Veränderungen von Einkommen und Konsumausgaben zwischen 1998 und 2013

Steigende Lebenshaltungskosten wirken sich in Deutschland besonders negativ auf Geringverdiener aus – und darunter insbesondere auf Alleinerziehende

Einkommensschwache geben prozentual immer mehr für Grundbedürfnisse wie Wohnen, Kleidung oder Lebensmittel aus – und können weniger in Konsumausgaben wie Bildung, Kultur oder den Vermögensaufbau investieren.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Prognos AG im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Die Wirtschaftsforscher werteten Daten der Einkommens- und Verbrauchsstrichprobe des Statistischen Bundesamtes aus – im Zeitraum zwischen 1998 und 2013.

Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass im Untersuchungszeitraum das nominale durchschnittlich verfügbare Haushaltsnettoeinkommen von rund 2.600 auf 3.100 Euro anwuchs. Gleichzeitig stiegen Lebenshaltungskosten von rund 2.000 auf knapp 2.500 Euro.

„Die steigenden Lebenshaltungskosten belastet das einkommensschwächste Viertel der Haushalte am stärksten“, sagt Prognos-Experte und Studienautor Andreas Sachs. So hatten diese Haushalte 2013 im Vergleich zu 1998 monatlich rund 99 Euro mehr zur Verfügung. Dies entspricht einem Anstieg um 10 Prozent. Gleichzeitig aber stiegen die Lebenshaltungskosten für diese Einkommensgruppe um 14 Prozent auf 140 Euro pro Monat.

Für das einkommensstärkste Viertel der Haushalte sieht die Entwicklung deutlich besser aus: Für sie stieg das durchschnittliche Einkommen im selben Zeitraum um 23 Prozent. Sie hatten damit monatlich rund 1.140 Euro mehr zur Verfügung. Die Ausgaben für die Lebenshaltungskosten sind parallel jedoch nur um nur um 22 Prozent auf gut 730 Euro pro Monat gestiegen.  

„Infolge der unterschiedlich wachsenden Einkommen und Lebenshaltungskosten öffnet sich die soziale Schere zwischen einkommensstarken und -schwachen Gruppen“, sagt Prognos-Experte Sachs. „Die beiden Gruppen haben abhängig vom Einkommen ganz unterschiedliche Voraussetzungen für gesellschaftliche Teilhabe und den Vermögensaufbau.“

Autor: Dr. Andreas Sachs, Markus Hoch, Heidrun Weinelt

Kunde: Bertelsmann Stiftung

Jahr: 2017

Typ: Studie

Bereich: Gesellschaft & Staat

Themenfeld: Volkswirtschaftliche Grundsätze

Tags: Volkswirtschaft