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Wirkungsanalyse des Patenschaftsprogramms im Bundesprogramm "Menschen stärken Menschen"

Studie für das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Das Patenschaftsprogramm der Bundesinitiative „Menschen stärken Menschen“ fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt und unterstützt Geflüchtete beim Ankommen in Deutschland.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Wirkungsanalyse, mit der die Prognos AG das Programm im Auftrag des Bundesfamilienministeriums seit Juni 2016 begleitet hat. In Fachgesprächen, standardisierten Befragungen und bei Vor-Ort-Besuchen holten die Prognos-Experten systematisch die Perspektiven der beteiligten Akteure ein – der Programmträger, der lokalen Organisationen, der Freiwilligen und der Geflüchteten.

Das Projekt „Menschen stärken Menschen“ hat das Bundesfamilienministerium Ende 2015 ins Leben gerufen. Das Patenschaftsprogramm ist ein Teil davon. Es soll geflüchteten Menschen schon länger in Deutschland Lebende – sogenannte „Paten“ – zur Seite stellen und ihnen so helfen, sich im neuen Alltag zurechtzufinden. Mitgetragen wird es auf Bundesebene von zahlreichen zivilgesellschaftlichen Organisationen.

Hierzu zählen die freien Wohlfahrtsverbände, Organisationen aus dem Stiftungssektor, Migrantenorganisationen und weitere Akteure wie die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenbüros, die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen sowie die Mehrgenerationenhäuser. Eine Vielzahl von Institutionen setzt das Programm vor Ort um – von Kindertagesstätten und Schulen bis hin zu Moschee- und Kirchengemeinden.

Die Prognos-Experten fanden heraus, dass die Begleitung den Geflüchteten durch die Patinnen und Paten den Zugang zur deutschen Gesellschaft erleichtert – etwa zum Bildungs- oder Gesundheitssystem. Ein Drittel der Geflüchteten hat mithilfe der Paten einen Praktikums-, Ausbildungs-oder Betreuungsplatz gefunden. Ähnlich viele fanden Zugang zu einem Verein,  ein Fünftel engagiert sich nun selbst ehrenamtlich.

Weiterhin hilft das Programm den Geflohenen dabei, ihr Deutsch zu verbessern. So verwiesen 80 Prozent der Freiwilligen darauf, dass sich die Sprachkenntnisse ihres Tandempartners verbessert haben. Innerhalb der Patenschaften entstand häufig ein intensiver Kontakt – die meisten Freiwilligen trafen den Tandempartner mindestens einmal pro Woche und unterstützten ihn auch kurzfristig, zum Beispiel über Kurznachrichten. Zudem hilft das Projekt den geflüchteten Menschen beim Ausbau persönlicher Kontakte. So berichteten 60 Prozent der Freiwilligen, dass ihre Tandempartner mit ihrer Hilfe persönliche Beziehungen außerhalb des Flüchtlingskontextes knüpfen konnten.

Positiv wirkt sich die Patenschaft auch auf die Freiwilligen aus. Rund 90 Prozent von ihnen sagten, dass sich aus der Patenschaft eine freundschaftliche oder familiäre Beziehung entwickelt hat.  Nahezu alle Freiwilligen berichteten in der Befragung, dass sie sich auch in Zukunft ehrenamtlich engagieren möchten. Die Hälfte kann sich vorstellen, ihr ehrenamtliches Engagement noch auszuweiten.

Autor: Pina Nell, Klaudia Lehmann, Sören Mohr, Nikola Roth

Kunde: Studie für das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Jahr: 2017

Typ: Bericht

Bereich: Gesellschaft & Staat

Themenfeld: Demografie, Familie & Teilhabe

Tags: Flucht, Integration