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Wie inklusiv ist Wachstum in Deutschland?

Studie für die Bertelsmann Stiftung

Weniger Langzeitarbeitslose und mehr erneuerbare Energien: Die Lebensbedingungen aller gesellschaftlichen Gruppen haben sich in den Bundesländern insgesamt während des vergangenen Jahrzehnts verbessert, zeigt eine Studie für die Bertelsmann Stiftung.

Zwischen 2006 und 2015 ist Deutschland vor allem in den Bereichen Bildung und Arbeitsmarkt inklusiver geworden. Das heißt, die Vorteile waren 2015 gleichmäßiger über die gesellschaftlichen Gruppen verteilt als noch 2006. So sanken beispielsweise die Langzeitarbeitslosenquote und die vorzeitige Sterblichkeit. Zudem dämpften die Bundesländer die Belastung für künftige Generationen ab, indem sie mehr CO2 einsparten und Schuldenquote der öffentlichen Haushalte verbesserten.

Die Armutsgefährdung und die Einkommensverteilung verschlechterten sich allerdings leicht im vergangenen Jahrzehnt.

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Wie inklusiv ist Wachstum in Deutschland?“, die die Prognos AG im Auftrag der Bertelsmann Stiftung erstellt hat. Die Forschungsarbeit basiert auf Daten unter anderem des Statistischen Bundesamts und von Eurostat.

Allerdings zeigen sich zwischen den Bundesländern deutliche Unterschiede. So entwickelten sich die Lebensbedingungen im Verhältnis zum Wirtschaftswachstum besonders günstig und inklusiv in östlichen Bundesländern – etwa in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Für die Entwicklung waren jeweils verschiedene Ursachen verantwortlich – in Berlin etwa die Bereiche Arbeitsmarkt und Bildung, in Mecklenburg-Vorpommern die Armutsvermeidung und Generationengerechtigkeit.

Insgesamt zeigt sich, dass die Entwicklung der Lebensbedingungen in reicheren Bundesländer nicht unbedingt inklusiver verläuft. Für die Armutsvermeidung und die Bildung spielt der Reichtum eines Bundeslands zwar eine Rolle. Die Einkommensverteilung gestaltet sich aber sogar umso ungleicher, je wohlhabender ein Bundesland ist.  Daraus lässt sich ableiten, dass eine Zunahme der Wirtschaftsleistung in finanzieller Hinsicht ungleichmäßig verteilt ist. Es werden mehr Jobs geschaffen und Armut wird weniger wahrscheinlich, aber die Einkommensungleichheit bleibt bestehen.

Für die Studie werteten die Prognos-Experten Daten für alle 16 Bundesländer aus und verdichteten sie zu einem Index „sozialer und generationaler Teilhabe“. Anschließend wurde für jedes Bundesland geprüft, in welchem Maß die Entwicklung der Teilhabe mit der wirtschaftlichen Dynamik seit 2006 korrespondiert.

Dazu konzipierten die Experten einen Indikatorensatz im Zeitraum von 2006 bis 2015 auf jährlicher Basis. Dabei erfassten sie 21 Indikatoren zur Abbildung von sechs Themenfeldern:

  • Arbeitsmarkt – mit Indikatoren wie Erwerbslosen- und Langzeiterwerbslosenquote
  • Armutsvermeidung – Indikatoren: Armutsgefährdungsquote; Grundsicherung im Alter
  • Bildung – Indikatoren: Schulabbrecherquote; Teilnahme an Volkshochschulkursen zur beruflichen Weiterbildung
  • Generationengerechtigkeit – Indikatoren: Schuldenstandsquote öffentlicher Haushalte; Anteil erneuerbare Energien
  • Gesundheit – Indikator:  vorzeitige Sterblichkeit
  • Einkommensverteilung – Indikator: Gini-Koeffizien

undefined Zur Studie

undefinedZur Pressemitteilung der Bertelsmann Stiftung

Autor: Dr. Michael Böhmer, Dr. Andreas Sachs, Johannes Weisser, Erika Arnold

Kunde: Bertelsmann Stiftung

Jahr: 2017

Typ: Studie

Bereich: Wirtschaft & Arbeit

Themenfeld: Bildung & Wissenschaft, Demografie, Familie & Teilhabe, Gesundheit & Pflege, Soziale Sicherungssysteme

Tags: Deutschland, growth, Lebenssituation, Wachstum