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Auswirkungen der Energiepolitik der Bundesregierung

Sollen die Klimaschutzziele der Bundesregierung erreicht werden, sind Veränderungen und eine Neuausrichtung der Energie- und Klimaschutzpolitik erforderlich. Andernfalls werden die mittel- und langfristigen Ziele überwiegend verfehlt. Das gilt nicht nur für die bis 2020 anvisierte Treibhausgasreduktion. Auch bis 2050 werden die Treibhausgas-Emissionen bei einer Fortsetzung der aktuellen Energiepolitik wesentlich weniger stark sinken, als angestrebt – im Vergleich zum Basisjahr 1990 um 61 Prozent und nicht um mindestens 80 Prozent.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Prognos AG für die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw). Darin analysieren die Prognos-Experten in je einem Szenario für Bayern und Deutschland, wie sich die Klimaschutz-Maßnahmen auf Energieversorgung und Energieverbrauch bis 2050 auswirken – unter Berücksichtigung der im Jahr 2016 in Kraft befindlichen Regelungen.

Das Ergebnis zeigt, dass in Bayern die Klimaschutzziele der Staatsregierung für 2025 voraussichtlich durchgehend erfüllt – in einigen Fällen sogar übererfüllt – werden. Allerdings sind die Ziele für Bayern oft nicht mit den Zielen der Bundesregierung vergleichbar.

Auf Bundesebene werden dem gegenüber mit den aktuell in Kraft befindlichen energiepolitischen Instrumenten und Programmen die meisten kurz-, mittel- und langfristigen sektoralen Ziele sowie die Gesamtziele der Energie- und Klimaschutzpolitik verfehlt, zum Teil deutlich. Zusätzlich stellen sich vermehrt Verteilungsfragen, da die Aufteilung von Nutzen und Kosten sowie sonstigen Belastungen der energie- und klimaschutzpolitischen Maßnahmen zunehmend als nicht angemessen empfunden wird.

Die Ergebnisse der Prognos-Analyse zeigen, dass es bei der Energiepolitik der Bundesregierung auf verschiedenen Ebenen Anpassungsbedarf gibt:
  • Auf internationaler Ebene sind harmonisierte Rahmenbedingungen erforderlich, sodass Unternehmen im internationalen Wettbewerb keine Nachteile infolge nationaler energie- und klimaschutzpolitischer Maßnahmen entstehen.
  • Auf gesellschaftspolitischer Ebene müssen tragfähige Kompromisse ausgehandelt werden, damit Vorteile und Nachteile, die mit der Klimaschutzpolitik verbunden sind, gerecht verteilt werden. Nur so wird eine breite Akzeptanz für die Energiewende entstehen.
  • Auf der Ebene der Infrastruktur ist ein weitgehend flexibles und steuerungsfähiges Stromsystem erforderlich. So lässt sich gewährleisten, dass bei steigender Stromeinspeisung aus erneuerbaren Quellen und angesichts neuer Stromverbraucher die Versorgungssicherheit gewährleistet bleibt. Ergänzend dazu ist auch eine äußerst sichere digitale Infrastruktur erforderlich.
  • Auf technologischer Ebene sollten Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien und zur Steigerung der Energieeffizienz weiterentwickelt werden. Dazu zählen auch spezifische Technologien, die in industriellen Prozessen eingesetzt werden. Wichtig ist, das System so flexibel zu halten, dass auch neue, heute noch nicht erkennbare Technologien eingesetzt werden können.

Methodisches Vorgehen

Die Analyse umfasst einen qualitativen und einen quantitativen Teil. Im qualitativen Teil untersuchen die Prognos-Experten die Zweckmäßigkeit der Klimaschutz-Maßnahmen der Bundesregierung – und prüfen ihre Auswirkungen auf verschiedene gesellschaftliche Akteure.

Im quantitativen Teil der Analyse wird berechnet, wie sich die Bündel von politischen Instrumenten in den verschiedenen Sektoren auf die Umsetzung technischer Maßnahmen sowie auf den Energieverbrauch und die Energieversorgung auswirken.

Autor: Prognos AG

Kunde: vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V.

Jahr: 2017

Typ: Studie

Bereich: Energie & Klimaschutz

Themenfeld: Energie- & Klimaschutzpolitik

Tags: 2020, 2050, Deutschland, Emissionen, Energieeffizienz, Energieeinsparung, Energiestrategie, Energiewende, Energiewirtschaft, energy contracting, energy economy, energy policy, Klimaschutz, Klimawandel, Umwelt