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Fortschreibung Bedarfsprognose Deponien der Klassen 0, I und II in Bayern

In Bayern fallen aufgrund der anhaltend guten Konjunktur große Mengen mineralischer Abfälle wie Bauschutt und Boden an. Eine vom Institut für Abfall, Abwasser Site und Facility Management e. V (INFA-ISFM e. V.) gemeinsam mit Prognos durchgeführte Studie für das Bayerische Landesamt für Umwelt untersucht, wie sich diese Mengen auf den Bedarf an Deponien im Freistaat Bayern auswirken werden.

Die Ergebnisse der Deponiebedarfsprognose zeigen, dass in Bayern am Ausbau des schon genehmigten Volumens Bedarf besteht. Für die Deponieklasse II bestehen im Basisszenario bayernweit bis zum Jahr 2022 ausreichend genehmigtes und ausgebautes Restvolumen und für die Deponieklassen I und 0 bis zum Jahr 2026. Die Situation ist regional sehr unterschiedlich ausgeprägt.

Zu einer deutlichen Verschärfung der Deponiesituation der Klassen 0 und I in Bayern würde die Einführung der MantelV ohne Länderöffnungsklausel und ohne Übergangsfristen (Szenario 2 der Studie) führen. Für die Deponieklasse I stünden nur noch bis zum Jahr 2019 und für die Deponieklasse 0 bis zum Jahr 2022 ausreichend Restvolumen zur Verfügung.

Die sich in Bayern derzeit in Genehmigungsphase befindlichen Deponieplanungen haben bayernweit nur einen geringen Einfluss auf die Restlaufzeiten. Regional betrachtet können sich diese aber deutlich auf die Restlaufzeit innerhalb des entsprechenden Regierungsbezirks auswirken.

Unter Berücksichtigung, dass die Entsorgung mineralischer Bauabfälle außerhalb Bayerns (insbesondere für DK I/II-Abfälle) künftig zurückgehen würde, ist eine entsprechende Verkürzung der prognostizierten Restlaufzeiten zu erwarten.

Aus den Ergebnissen der vorliegenden Deponiebedarfsprognose für den Freistaat Bayern lassen sich die folgenden Empfehlungen ableiten:
  • Die Aktivierung von genehmigtem, aber noch nicht ausgebautem Restvolumen zur zukünftigen Sicherung von Deponievolumen hat eine besondere Bedeutung.
  • Es sollte auf regionaler Ebene analysiert und geprüft werden, wie neuer Deponieraum geschaffen oder bestehender effektiver genutzt werden kann.
  • Die Schaffung von weiteren Kapazitäten durch noch zu genehmigende Erweiterungs- oder Neubaumaßnahmen wird zukünftig erforderlich werden. Die regionale Umsetzung erfordert dabei eine sachgerechte Kommunikation und die Einbindung der örtlich betroffenen Akteure.
  • Es wird empfohlen, die im Rahmen der Fortschreibung der Deponiebedarfsprognose exemplarisch für zwei Regionen durchgeführte Analyse der Herkunft von Abfällen und deren Entsorgungswege auf weitere relevante Regionen auszuweiten, um einen detaillierteren Überblick über die Stoffströme zu erhalten und den regionalen Bedarf besser ableiten zu können.
Als Ergebnis der Bedarfsprognose setzt sich der Freistaat Bayern weiterhin für die Einführung der MantelV mit Länderöffnungsklausel ein. Sollte die MantelV ohne eine solche Länderöffnungsklausel in Kraft treten, ergäben sich große Veränderungen hinsichtlich des Deponiebedarfs. Aber auch bei Durchsetzung der Länderöffnungsklausel sollte die Entsorgungssituation für die Regierungsbezirke fortlaufend geprüft werden. Als Grundlage dafür dient die vorliegende Bedarfsprognose.

Autor: Nadja Schütz, Arno Häusler (Prognos AG), Dr.-Ing. Gabriele Becker, Johanna Weppel (Institut für Abfall, Abwasser, Site und Facility Management e. V.)

Kunde: Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU)

Jahr: 2018

Typ: Studie

Bereich: Abfall & Rohstoffe

Themenfeld: Abfall & Sekundärrohstoffe

Tags: Abfall, Bayern, Deponie, Entsorgung