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Das globale Prognose- und Simulationsmodell ist Basis für unsere Prognosen.

Weltwirtschaftsmodell View®

Das globale Prognose- und Simulationsmodell ist Basis für unsere Prognosen.

Die Prognos AG verfügt mit VIEW® über ein globales Prognose- und Simulationsmodell, welches detailliert und konsistent die zukünftige Entwicklung der Weltwirtschaft darstellt. Interaktionen und Rückkopplungen zwischen den einzelnen Ländern werden in dem Modell explizit erfasst und modelliert. Seine analytische Aussagekraft geht daher weit über die isolierter Ländermodelle mit exogen gegebenen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen hinaus. In der aktuellen Version umfasst VIEW® die 42 gemessen an der Wirtschaftsleistung wichtigsten Länder der Welt und damit über 90 % der globalen Wirtschaftsleistung.

Initiates file downloadVIEW® ausführliche Modellbeschreibung [PDF, 962 KB]

Ausgehend von zentralen exogen gesetzten Parametern wie etwa der Demografie, der zukünftigen Entwicklung des internationalen Ölpreises oder der Konsolidierungsvorgaben für die staatlichen Haushalte werden mit VIEW® Prognosen für die Weltwirtschaft und die einzelnen Länder erstellt. Darüber hinaus ermöglicht VIEW® die Erstellung verschiedenster Szenarien, in denen z.B. alternative Entwicklungen in einem Land in all ihren Konsequenzen für die anderen Länder bis ins Detail dargestellt werden können. Beispielsweise kann mit dem Modell gezeigt werden, welche Branche in welchem Land besonders von einem Einbruch des privaten Konsums in Estland betroffen ist. Auch Szenarien für die Vergangenheit sind möglich: Wie wäre das Wirtschaftswachstum in Deutschland vor 2008/09 ausgefallen, wenn sich alle anderen Mitglieder der Euro-Zone an die Maastricht-Kriterien gehalten hätten? Der Vielfalt an möglichen Szenarien sind in VIEW® kaum Grenzen gesetzt.

Aufbau des Modells

VIEW® setzt sich aus einzelnen Ländermodellen zusammen. Diese lassen sich in zwei Gruppen unterteilen: Die Modelle für die 32 führenden Industrieländer (EU-24, Norwegen, Schweiz, Kanada, USA, Japan, Südkorea, Australien und Neuseeland) sind strukturell gleich aufgebaut. Sie umfassen ca. 230 makroökonomische Variablen sowie eine Vielzahl außenwirtschaftlicher Parameter (Importnachfrage anderer Länder, Preis- und Lohnrelationen, Wechselkurse, etc.). Die Modelle der Schwellenländer sind ähnlich strukturiert, weisen aber aufgrund der schlechteren Datenlage einen geringeren Detaillierungsgrad auf. Die Entwicklung der Wirtschaftsbereiche wird in auf Input-Output-Tabellen basierenden Submodulen der Ländermodelle bestimmt. Die historischen Daten reichen in der Regel bis in das Jahr 1970 zurück, der Prognosezeitraum erstreckt sich bei Bedarf bis zum Jahr 2050.

Ein einzelnes Landmodell kann isoliert von den anderen Modellen mit gegebenen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen gerechnet werden. Im Modellverbund tauschen die Ländermodelle solange Informationen (Importnachfrage, Zins-, Preis- und Lohnniveaus etc.) miteinander aus, bis eine stabile Lösung für alle Variablen in allen Ländermodellen gefunden wird. In der Regel ist dies nach ca. 25 Iterationen des Gesamtmodells der Fall.

Modellphilosophie

Die zu Grunde liegende Modellphilosophie lässt sich wie folgt zusammenfassen: Die Entwicklung des aktuellen Outputs eines Landes wird durch die Ausgaben-entscheidungen der vier Sektoren – private Haushalte, Unternehmen, Staat und übrige Welt – getrieben und durch die (kurzfristig) gegebenen Produktionskapazitäten begrenzt. Liegt der tatsächliche Output über dem Niveau, das mit der trendmäßigen Normalauslastung der Produktionskapazitäten zu realisieren ist, beschleunigt sich das Wachstum des Lohn- und Preisniveaus und erhöht damit auch das Zinsniveau. Dies führt zu einer Dämpfung der realen Verwendung und einer Rückkehr des tatsächlichen Outputs auf sein Trendniveau.

Da die kurzfristig gegebenen Produktionskapazitäten das „geronnene“ Resultat vorangegangener Ausgaben - genauer: Investitionsentscheidungen darstellen, beeinflussen sich der aktuelle Output und der Trendoutput in der mittleren Frist wechselseitig. So wird beispielsweise eine länger anhaltende Schwächephase in den Modellen auch das Trendwachstum einer Volkswirtschaft dämpfen: Bedingt durch unterlassene Investitionen ist der Kapitalstock kleiner, älter und damit auch weniger produktiv, zudem erhöht sich mit der steigenden Arbeitslosigkeit auch deren strukturelle Komponente. Die institutionellen Rahmenbedingungen eines Landes gehen in Form von (exogen fortgeschriebenen) Regulierungsindices in die Bestimmung des Kapitalstockwachstums ein. Die Geld- und Fiskalpolitik eines Landes wird auf der Basis der Taylor-Regel bzw. einer Vorgabe für die langfristig zu erreichende Schuldenstandsquote endogen in den Ländermodellen bestimmt.

Prognosegüte

Jedes Landmodell wird auf seine Fähigkeit getestet, die historische Entwicklung des betreffenden Landes hinreichend genau wiedergeben zu können. Für diesen Zweck werden Szenarien für die Vergangenheit erstellt und die Modellwerte mit den historischen Zeitreihen verglichen. Aufgrund der Datenverfügbarkeit wird als Startjahr der ex-post-Szenarien 2005 gewählt, die Modellwerte bauen hierbei auf den berechneten Werten des Vorjahres auf („dynamische Prognose“). Für das deutsche Bruttoinlandsprodukt beispielsweise ergibt sich für das Endjahr des Szenarios 2012 eine Abweichung im Niveau von -1,2 Prozent bzw. knapp 30 Mrd. Euro. Gerade in Anbetracht der massiven konjunkturellen Verwerfungen ab 2008 kann damit das deutsche Ländermodell die historische Entwicklung sehr akkurat reproduzieren.

Grafik: Reales Bruttoinlandsprodukt Deutschland, historische Daten und Modelllösung, 2005 bis 2012