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Methodik

Karriereatlas 2008

Methodik

Der Prognos Karriereatlas 2008 zeigt die Top-Regionen Deutschlands, in denen Fach- und Führungskräfte die besten Karrierebedingungen vorfinden. Er beantwortet die Frage, wo die attraktivsten Regionen für die Gruppe der Denker und Lenker zu finden sind.

Anhand von 25 arbeitsmarkt- und sozioökonomischen Indikatoren werden die Chancen und Risiken hinsichtlich der Arbeits- und Lebensbedingungen für Fach- und Führungskräfte aller 150 Arbeitsmarktregionen in Deutschland bewertet. Die ausgewählten Indikatoren bilden abhängig von ihrer regionalen Ausprägung die Karrierechancen für die Denker und Lenker in einer Region ab. Eine hohe Attraktivität sowohl für deutsche als auch internationale Fach- und Führungskräfte ist ein wichtiger Faktor der Standortbedingungen für Unternehmen und der regionalen Wettbewerbsfähigkeit.

Es werden die 150 Arbeitsmarktregionen in der Abgrenzung nach Eckey, Kosfeld, Türk von 2006 verwendet, da diese auf Pendlerverflechtung der regionalen Arbeitsmärkte in Deutschland basieren. Dabei orientieren sich die Autoren an tatsächlichen Pendelverflechtungen und nicht an festen, auf die Fahrzeit bezogenen Schwellenwerten. Dies hat zur Folge, dass Zentren stets gemeinsam mit ihrem Umland betrachtet werden. Zudem sind die Arbeitsmärkte kreisscharf abgegrenzt, wodurch grundsätzlich auch tiefer gehende Analysen auf Ebene der Gebietskörperschaften (Kreisfreie Städte und Kreise) möglich sind.

Um das Thema Fach- und Führungskräfte einzugrenzen und besser greifbar zu machen, wurde die Untersuchung auf zwei Hauptgruppen der Fach- und Führungskräfte konzentriert: Dies ist erstens die Gruppe der „Entwickler und Innovateure“ (Denker), sowie zweitens die Gruppe der „Macher, Umsetzer und Manager“ (Lenker).

Mit diesen beiden Gruppen werden genau jene Berufe erfasst, die für den Wirtschafts- und Innovationsstandort Deutschland heute und zukünftig entscheidend sind. Es wird das hochqualifizierte Humankapital der einzelnen Regionen abgebildet. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Studien z.B. zum Akademikerarbeitsmarkt, werden in dieser Studie die tatsächlich ausgeübten Berufe und Tätigkeiten betrachtet. Um die im Karriereatlas unter die Lupe genommenen Berufsgruppen besteht regional und international der stärkste Wettbewerb. Dieser wird sich in den kommenden Jahren aufgrund der demografischen Entwicklung weiter verschärfen.

Das Standortranking (Gesamt-Index) des Karriereatlas berechnet sich aus dem ungewichteten arithmetischen Mittel von 25 einzelnen arbeitsmarkt- und sozioökonomischen Indikatoren. Für die Indikatoren wurden stets die jüngst verfügbaren Daten verwendet (Redaktionsschluss für die Daten: 31. Juli 2008).

Die Indikatoren beschreiben zwei unterschiedliche Dimensionen, zum einen jene Daten, die den Status quo, also den „IST-Zustand“ der Region bewerten, zum anderen solche Indikatoren, die die Dynamik, also die Veränderung im Zeitverlauf seit 2002 beschreiben. Durch diese Mischung aus dynamischen und statischen Indikatoren bildet der Karriereatlas sowohl das derzeitig vorhandene Potenzial einer Region als auch deren Entwicklung ab.

Bei den verwendeten Indikatoren ist zu unterscheiden in jene, die absolut und solche, die relativ gemessen werden. Die Berücksichtigung von absoluten Größeneffekten ist notwendig, da bestimmte Wirkungen und Selbstverstärkungseffekte mit der Größe steigen, also eine kritische Masse vorhanden sein muss. Zusätzlich sind relative Indikatoren notwendig, um eine objektive Beurteilung der Arbeitsmarktregionen zu ermöglichen und auch die realen Chancen kleinerer Regionen abzubilden.

Neben dem Gesamtindex werden im Karriereatlas zusätzlich fünf weitere Fragestellungen untersucht, für die jeweils ein entsprechender Teilindex berechnet wird. Dabei handelt es sich um:

Perspektiven für Denker
Wie sind die Karrierechancen in den Regionen speziell für die Gruppe der Denker? Zur Untersuchung dieser Fragestellung werden die relevanten Indikatoren speziell auf die Gruppe der Ingenieure und Techniker bezogen. Verwendete Indikatoren sind:
Anzahl der Denker, Konzentration von Denkern, Dynamik des Arbeitsmarktes Denker 2002 bis 2007, Diversitypotenzial, Anteil Junge Denker, Nachwuchs in relevanten Hochschulfächern, Durchlässigkeit des Arbeitsmarktes für Denker

Perspektiven für Lenker
Wie sind die Karrierechancen in den Regionen speziell für die Gruppe der Lenker? Zur Untersuchung dieser Fragestellung werden die relevanten Indikatoren speziell auf die Gruppe der Manager, Unternehmensberater und Geschäftführer, etc. bezogen. Verwendete Indikatoren sind:
Anzahl der Lenker, Konzentration von Lenkern, Dynamik des Arbeitsmarktes Lenker 2002 bis 2007 Diversitypotenzial, Anteil Junge Lenker, Nachwuchs in relevanten Hochschulfächern, Durchlässigkeit des Arbeitsmarktes für Lenker

Attraktive Regionen mit Lebensqualität – Standortattraktivität
Wie attraktiv ist eine Region als Standort aus Sicht der Perspektive von den Denkern und Lenkern in Deutschland? Ein attraktives Umfeld in einer Region wird ein zunehmend wichtiger Faktor bei der Entscheidung des Lebensmittelpunktes von Denkern und Lenkern. Neben den in den anderen Teil-Indices beschriebenen Karrierechancen sind dies die Faktoren:
Attraktive Arbeitgeber, Internationalität, Lebensqualität und Kaufkraft.

Zukünftige Perspektiven für Denker & Lenker aufgrund der regionalen Altersstruktur
Die Perspektiven für Denker und Lenker werden durch den demografischen Wandel in Deutschland beeinflusst. Aufgrund der Altersstruktur in den deutschen Unternehmen werden in den nächsten 5-10 Jahren Arbeitnehmer altersbedingt ausscheiden. Dies eröffnet Karrierechancen für jüngere Nachwuchskräfte. Regionen sind aufgrund ihrer Alterstruktur unterschiedlich stark vom demografischen Wandel betroffen. Folgende Indikatoren bewerten die Alterstruktur einer Region: Altersstruktur der Denker & Lenker (Anteil Denker und Lenker über 55 Jahre), Entwicklung Fach- und Führungskräfte 55 plus von 2002-2007, Anteil der jungen Fach- und Führungskräfte bis 35 Jahre; Entwicklung Fach- und Führungskräfte bis 35 Jahre von 2002-2007

Junge Hot Spots
Junge Hot-Spots bezeichnen Standorte, an denen der Anteil der jungen Fach- und Führungskräfte besonders hoch ist. Hierzu zählen insbesondere Universitätsstädte wie Freiburg, Aachen, Marburg, Passau oder Bamberg. Hier finden sich besonders attraktive Arbeits- und Lebensbedingungen. Außerdem sind diese Standorte von den Gefahren des demografischen Wandels erst zeitverzögert bedroht, da es ihnen gelingt, bereits heute junge Denker und Lenker für sich zu gewinnen und so mögliche Folgen des demografischen Wandels abzuschwächen. Der verwendete Indikator ist: Anteil der jungen Denker & Lenker (unter 35 Jährige) an allen Denkern & Lenkern der Region

Chancen für Fach- und Führungskräfte (Arbeitsmärkte)
Neben den mittelfristigen Perspektiven für die Karrierechancen der Denker und Lenker heute und morgen berücksichtigt der Karriereatlas auch die kurzfristige Arbeitsmarktsituation. Im Teil-Index der Arbeitsmarktchancen werden die offenen Stellen für Denker und Lenker in einer Region der Arbeitslosigkeit gegenübergestellt. Dargestellt sind Regionen mit hervorragenden Perspektiven aufgrund zahlreicher offener Stellen für Denker und Lenker, Regionen mit erhöhter Arbeitslosigkeit und Regionen mit ausgeprägtem Mismatch, d.h. hohe Arbeitslosigkeit bei hoher Vakanz. In diesen Regionen passt das Arbeitsangebot nicht zur bestehenden Nachfrage. Folgende Indikatoren werden verwendet: Arbeitslosenquote Denker & Lenker, Vakanzquote Denker, Vakanzquote Lenker