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Die wichtigsten Fragen rund um die große ZDF-Deutschland-Studie

FAQ

Die wichtigsten Fragen rund um die große ZDF-Deutschland-Studie

Allgemeine Fragen

  • Kann man Lebensverhältnisse überhaupt messen?

    +

    In der ZDF-Deutschland-Studie 2019 werden die Rahmenbedingungen für die Lebensverhältnisse von SeniorInnen und Familien mithilfe statistischer Indikatoren untersucht, die auf Kreisebene miteinander vergleichbar sind. Ziel ist es nicht, die Lebensumstände in Haushalten oder das Wohlbefinden einzelner Personen zu bewerten. Es werden vielmehr allgemeine Rahmenbedingungen für Lebensqualität in allen 401 Kreisen und kreisfreien Städten Deutschlands gemessen. 

    Subjektive Wünsche und verschiedene Ansprüche des Einzelnen werden in der Studie ausdrücklich nicht erfasst. Die ZDF-Deutschland-Studie 2019 unternimmt nicht den Versuch, individuelles Glück zu messen. Glücklich werden kann man in allen 401 Kreisen und kreisfreien Städten Deutschlands. Manche Menschen bevorzugen das Leben auf dem Land, andere ziehen die Urbanität großer Städte vor, wieder andere präferieren kleinere Mittelstädte. Das ist objektiv nicht abbildbar. Auch persönliche Faktoren wie Mentalität und Heimatgefühl, Freundschaften oder Erkrankungen werden nicht gemessen. Dennoch lassen sich Rahmenbedingungen identifizieren, die für viele Menschen von besonders hoher Bedeutung sind. Dazu gehören unter anderem Gesundheit, Sicherheit, Wohnen, Arbeit sowie Freizeit und Erholung.

    Damit liegt den Untersuchungen für Familien und SeniorInnen trotz der genannten Einschränkungen der Ansatz zugrunde, den Blickwinkel der Menschen vor Ort einzunehmen. Es sollen Lebensumstände in den Bereichen gemessen werden, die vielen Familien und SeniorInnen in der Regel grundsätzlich wichtig sind. Auf Basis der identifizierten Einflussgrößen – zum Beispiel wie jemand wohnt, wie hoch die Mieten sind, ob es Ärzte in der Nähe gibt oder ob in der Region viele Verbrechen begangen werden – werden die Rahmenbedingungen für ein gutes Leben dargestellt. Es werden nur Daten ausgewählt, die Unterscheidungen auf der Kreisebene innerhalb Deutschlands zulassen. So hat beispielsweise das Gefühl, in Frieden zu leben, für viele Menschen einen sehr einen großen Einfluss auf die eigenen Lebensverhältnisse, was hier aber nicht berücksichtigt wird, da dieser Umstand auf die Gesamtbevölkerung in der Bundesrepublik zutrifft.

  • In welchen Regionen wurden die Lebensverhältnisse in Deutschland gemessen?

    +

    Die Lebensverhältnisse wurden flächendeckend für ganz Deutschland auf Ebene der 401 Kreise und kreisfreien Städte gemessen.

  • Wer kann mir die Ergebnisse tiefergehend erläutern?

    +

    Alle Ergebnisse und Teilergebnisse zur Studie finden Sie auf https://deutschland-studie.zdf.de. Ergänzende Erklärungen zur Methodik und den Hintergründen der Studie finden Sie auf www.prognos.com/zdf-deutschlandstudie.

  • Was sind die Stärken der Studie?

    +

    Die Studie ist die erste Studie, die die Rahmenbedingungen für SeniorInnen und Familien in Deutschland für alle Landkreise und kreisfreien Städte so detailliert erfasst. Sie ist objektiv und transparent und basiert überwiegend auf frei zugänglichen Quellen, die von jedem nachvollzogen werden können. Die Ergebnisse sind unabhängig von der individuellen Bewertung Einzelner sowie von Meinungen oder Stimmungen. Damit besitzt jede und jeder – ob BürgerIn oder VerantwortungsträgerIn in Politik und Gesellschaft – die Möglichkeit, auf Basis der Ergebnisse zu handeln, etwa durch Wahlentscheidungen, durch gesellschaftliches Engagement oder durch die Veränderung politischer Rahmenbedingungen.

    Neu und einzigartig ist bei der Studie auch, dass erstmals die Landkreise und kreisfreien Städte selbst die Chance hatten, die Ergebnisse aus den Daten qualitativ durch eine eigene Befragung anzureichern. Diese Befragungsergebnisse sind nicht in die Bewertung eingeflossen. Viele Landrätinnen und Landräte sowie Bürgermeisterinnen und Bürgermeister haben aber ihre Chance genutzt und zeigen: Was macht ihre Region für Seniorinnen, Senioren und Familien über die messbaren Ergebnisse hinaus besonders? Welche besonderen Angebote gibt es? Warum ist die Region aus ihrer Sicht ein guter Wohnort?

    Eine Besonderheit der Studie sind zudem die Möglichkeiten für alle Internetnutzerinnen und -nutzer, die allgemeinen Ergebnisse individuell zu gewichten. Damit berücksichtigt die Studie die Tatsache, dass jeder und jedem etwas anderes an der eigenen Region wichtig ist. Manche legen Wert auf eine gute Betreuungssituation für seine Kinder, andere auf Freizeitangebote für Ältere. Bei dieser Studie können im Internet alle selbst entscheiden, welche Lebensfelder für sie die größte Rolle spielen und auf diese Weise ihr ganz persönliches Ranking erstellen. 

  • Was sind die Schwächen der Studie?

    +

    Die individuelle Situation von SeniorInnen und Familien vor Ort ist selbstverständlich wesentlich komplexer, als sie eine Studie zeigen kann. In der Realität spielen noch viel mehr Aspekte eine Rolle. Die Studie kann damit immer nur einen kleinen, aber dennoch fundierten, mit objektiven Zahlen hinterlegten, Einblick in die Rahmenbedingungen für Familien und SeniorInnen geben.

    Gerne hätten wir Daten für weitere Lebensfelder von Familien und SeniorInnen ausgewertet. Aber nicht für alle Felder liegen belastbare Statistiken vor – vieles ist nicht aktuell, nicht für alle Regionen verfügbar oder wird gar nicht erhoben.

Über die Macher

  • Warum hat das ZDF Prognos mit der Studie beauftragt?

    +

    Die Prognos AG ist eines der ältesten Wirtschaftsforschungsunternehmen Europas. An der Universität Basel gegründet, forschen Prognos-Expertinnen und -Experten seit 1959 für verschiedene Auftraggeber aus dem öffentlichen und privaten Sektor – politisch unabhängig, wissenschaftlich fundiert. Mit rund 180 Forscherinnen und Forschern ist das Unternehmen an neun Standorten vertreten: Basel, Berlin, Bremen, Brüssel, Düsseldorf, Hamburg, Freiburg, München und Stuttgart.

  • Wer sind die Macher der Studie?

    +

    Die Studie wurde von Expertinnen und Experten der Prognos AG aus den Bereichen Regionalwissenschaft, Volkswirtschaft und Gesellschaft durchgeführt – das Kernteam bestand aus sechs Forscherinnen und Forschern, fallweise ergänzt durch weitere Fachleute.

  • Wo wohnen die Macher der Studie?

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    Prognos hat neun Standorte (Basel, Berlin, Bremen, Brüssel, Düsseldorf, Freiburg, Hamburg, München, Stuttgart). Die Kolleginnen und Kollegen wohnen in den unterschiedlichsten Ecken des Landes und haben unterschiedliche Präferenzen in Sachen Stadt versus Land. Einige wohnen städtisch, andere ländlicher. Dem einen gefällt es hier, der anderen dort – das ist bei Prognos wie überall.

Methode und Erstellung

  • Welcher Ansatz wurde gewählt und warum?

    +

    Das Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos ist im Auftrag des ZDF der Frage nachgegangen, wo es sich in Deutschland für SeniorInnen und Familien am besten lebt. Dazu haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von Prognos zwei Studien angefertigt, deren gemeinsames Ziel es ist, die Lebensverhältnisse in Deutschland aus Perspektive dieser beiden Bevölkerungsgruppen möglichst umfassend zu messen – und zwar so, dass alle 401 Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands miteinander vergleichbar sind. Das gelingt über die wissenschaftliche Auswertung statistischer Daten, die für alle 401 Kreise und Landkreise einzeln verfügbar sind, so dass ein Ranking entsteht.

    Durch die Auswahl zielgruppenorientierter Indikatoren wurden die unterschiedlichen Präferenzen der beiden Bevölkerungsgruppen berücksichtigt. Für beide Bevölkerungsgruppen bestimmen unterschiedliche Faktoren die Lebensverhältnisse vor Ort. Beispielsweise hat der Aspekt „Kinderbetreuung“ für Familien in der Regel eine hohe Bedeutung und ist somit ein wichtiger Indikator für Familien, jedoch nicht für Seniorinnen und Senioren. Umgekehrt hat der Faktor „Verfügbarkeit und Kosten der Pflege“ für ältere Menschen eine hohe Bedeutung, für Familien meist weniger. Einige Indikatoren werden für beide Gruppen berücksichtigt, etwa die Entfernung zum nächsten Supermarkt.

    Prognos hat für die Deutschland-Studien 2019 einen quantitativen Ansatz gewählt, der auf objektiven, statistisch hochwertigen Daten basiert. Aufgrund des gewählten Ansatzes ist die Studie eine sinnvolle Ergänzung in der Debatte über Lebensumstände für Familien und SeniorInnen in Deutschland.

    In einem ersten Schritt wurden Indikatoren zur Messbarkeit guter Lebensumstände aus Sicht von Familien und SeniorInnen recherchiert. Der Anspruch war es, objektive, qualitativ hochwertige Daten zusammenzustellen, die flächendeckend für alle 401 Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands verfügbar sind. Es wurden ausschließlich aussagekräftige Statistiken aus glaubwürdigen, in der Regel amtlichen Quellen verwendet. Die Daten stammen beispielsweise aus der Kriminalstatistik, dem Unternehmensregister der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder wie auch von der Bundesagentur für Arbeit. In einem weiteren Schritt wurden die Daten geprüft und ausgewertet. Stichtag („Datenschluss“) war der 30. April 2019. Daten zum Pflegeindikator für 2017 wurden für die Gruppe der SeniorInnen noch im Mai 2019 aktualisiert. 

    Alle Indikatoren sind mit gleicher Gewichtung in die allgemeingültige Bewertung und Punktevergabe eingeflossen. Die Ergebnisse werden in den beiden ZDF-Dokumentationen vorgestellt. Internetnutzerinnen und -nutzer haben darüber hinaus die Möglichkeit, ein eigenes Ranking zusammenzustellen, indem sie die allgemeingültigen Ergebnisse individuell gewichten. Die Befragung der Landrätinnen und Landräte bzw. Bürgermeisterinnen und Bürgermeister wurde in keiner der Bewertungen bzw. Rankings berücksichtigt; sie ergänzt die an Statistiken orientierte Bewertung um eine qualitative Sichtweise.

  • Wie viele Punkte erreichen die Regionen im Durchschnitt?

    +

    Der Durchschnitt in der Deutschland-Studie 2019 für SeniorInnen liegt bei 112,5 Punkten, für Familien bei 104,2 Punkten. Die unterschiedlichen Durchschnittswerte sind jedoch kein Hinweis darauf, dass Deutschland lebenswerter für SeniorInnen als für Familien ist. Vergleichbar sind die Zahlen nur jeweils innerhalb der jeweiligen Untersuchung, nicht zwischen den Studien.

  • Wie setzen sich die Ergebnisse zusammen?

    +

    Die Systematik und der grundlegende Aufbau der beiden Studien sind einheitlich. So wurden in den Studien die Indikatoren jeweils in vier Lebensfeldern zusammengefasst. Jedem Lebensfeld wurden dabei fünf Indikatoren zugeordnet. Insgesamt wurden somit zur Messung der Lebensverhältnisse in den Landkreisen und kreisfreien Städten in der Deutschland-Studie 2019 sowohl für Familien als auch SeniorInnen 20 Indikatoren herangezogen. Für jeden einzelnen Indikator konnte ein Punktwert zwischen 0 und 10 Punkten erreicht werden – 0 Punkte kennzeichnen den Kreis, der bei dem jeweiligen Indikator am schlechtesten, 10 Punkte den Kreis, der am besten abgeschnitten hat. Zwischen diesen Werten wurden den anderen Kreisen entsprechend ihrem Abschneiden Punkte zugeteilt.

    Die Maximalpunktzahl liegt somit in jedem Lebensfeld bei 50 Punkten. Theoretisch konnten über alle Lebensfelder hinweg 200 Punkte im Gesamtranking der Deutschland-Studie 2019 in der Gruppe der Familien bzw. der SeniorInnen erreicht werden.

    Die Befragung der Landrätinnen und Landräte bzw. Bürgermeisterinnen und Bürgermeister ist in keine der Bewertungen bzw. Rankings eingeflossen, sondern ergänzt die an Statistiken orientierte Bewertung um eine qualitative Sichtweise.

  • Welche Indikatoren wurden in der Studie verwendet?

    +

    Der Bereich Familien umfasst die folgenden Lebensfelder und Indikatoren:

     

    Der Bereich SeniorInnen umfasst die folgenden Lebensfelder und Indikatoren:

     

  • Wie funktioniert die Punktevergabe?

    +

    Bei der Berechnung der Punktwerte sind zwei grundsätzliche Perspektiven zu unterscheiden. In einem ersten Fall wird ein höherer Indikatorwert als „besser“ interpretiert. In Kreisen/Städten mit einem höheren Indikatorwert sind die Lebensverhältnisse somit besser (beispielsweise beim verfügbaren Einkommen). Der Indikatorwert des jeweiligen Kreises/der jeweiligen Stadt wird in Bezug zu den Minimal- und Maximalwerten im Indikator über alle Kreise/Städte gesetzt.

    In einem zweiten Fall kann ein geringerer Indikatorwert als „besser“ interpretiert werden. Die Lebensverhältnisse werden mit geringeren Indikatorwerten besser (beispielsweise bei der Arbeitslosenquote). Im Vergleich zur ersten Berechnung wird hier die gebildete Relation von 100 subtrahiert. Niedrigere Indikatorwerte ergeben somit höhere Punktwerte.

    Die Punkte der fünf Einzelindikatoren werden zur Ermittlung der Gesamtpunktzahl im jeweiligen Lebensfeld summiert.

  • Wie wurden die einzelnen Indikatoren gewichtet?

    +

    Eine explizite Gewichtung der Indikatoren wurde in der Studie nicht vorgenommen. Jeder einzelne Indikator trägt in gleichem Maße zum Gesamtergebnis bei. Für einzelne Personen innerhalb der Bevölkerungsgruppen können die Indikatoren eine unterschiedliche Bedeutung besitzen. Ein Beispiel hierfür stellt die Erreichbarkeit von Krankenhäusern dar. Für Seniorinnen und Senioren, die z. B. zur Dialyse regelmäßig ein Krankenhaus aufsuchen müssen, ist eine gute Krankenhauserreichbarkeit entscheidend für das individuelle Wohlbefinden. Für gesunde Menschen ist die Erreichbarkeit von Krankenhäusern hingegen in der Regel von geringer Bedeutung. Da ein Gewichtungsschema auf subjektiven Kriterien basieren würde, verzichtet die allgemeine Studie darauf. Auf der interaktiven Webseite des ZDF lassen sich hingegen individuelle Gewichtungen vornehmen, um die Ergebnisse aus einem eigenen Blickwinkel zu betrachten.

    Eine Besonderheit sind Kombinationsindikatoren, die aus mehreren Einzelindikatoren bestehen. In der Deutschland-Studie 2019 im Bereich Familien besteht z. B. der Indikator „Fahrtzeiten und Distanzen“ im Lebensfeld Geld & Wohnen aus mehreren Teilindikatoren. So wird in der Deutschland-Studie 2019 für die Gruppe SeniorInnen u. a. die „Pflegesituation“ im Lebensfeld Wohnen & Freizeit über mehrere Einzelindikatoren gemessen. Durch die Berücksichtigung von Kombinationsindikatoren werden die jeweiligen Teilindikatoren jedes Kombinationsindikators implizit gewichtet. Dabei wurde darauf geachtet, dass in jedem Lebensfeld kein Aspekt überrepräsentiert ist. So besteht der Kombinationsindikator „Pflegesituation“ aus den drei Teilindikatoren Kosten der Pflege, Verfügbarkeit von Pflegeplätzen und Pflegepersonal, die alle zu einem Drittel zum Kombinationsindikator beitragen.

    Das Gesamtergebnis der Studien muss vor diesem Hintergrund interpretiert werden. Auch wenn alle Indikatoren wichtig für die Lebensverhältnisse in den Kreisen und kreisfreien Städten sind, muss das nicht für alle Personen gleichermaßen gelten. So kann ein Indikator, in dem der eigene Wohnort schlecht abschneidet, für das individuelle Wohlbefinden unbedeutend sein. Aus der Perspektive der betroffenen Person könnte dieser Indikator das Ergebnis der Untersuchung somit leicht verzerren. Für eine umfassende, allgemeingültige Studie ist es nicht möglich, alle individuellen Lebensentwürfe darzustellen und in einer entsprechenden Gewichtung abzubilden. Aus diesem Grund messen die Studien bewusst ausschließlich äußere Rahmenbedingungen für sehr gute Lebensverhältnisse in den Kreisen bzw. kreisfreien Städten aus Sicht einer Bevölkerungsgruppe.

  • Wie fand die Auswahl der Indikatoren statt?

    +

    Bei der Auswahl der Indikatoren sind wir in zwei Schritten vorgegangen: Erstens haben wir untersucht, welche Lebensfelder für Familien und SeniorInnen besonders relevant sind. Für Familien sind das die Lebensfelder „Geld & Wohnen“, „Bildung & Soziales“, „Gesundheit & Sicherheit“ sowie „Freizeit & Kultur“. Für SeniorInnen stehen die Lebensfelder „Gesundheit & Pflege“, „Wohnen & Freizeit“, „Sicherheit & Infrastruktur“ sowie „Wirtschaft & Demografie“ im Fokus.

    Anschließend haben wir in einem zweiten Schritt recherchiert, mit welchen Daten man diese Lebensfelder abbilden kann. Wichtig war dabei, dass die Daten möglichst belastbar und aktuell sind und für alle Regionen in Deutschland vorliegen.  

  • Warum diese Indikatoren?

    +

    Alle gewählten Indikatoren entsprechen unseren Qualitätskriterien: Sie bilden die Lebensfelder von Familien und SeniorInnen gut ab, sind aktuell, möglichst belastbar und für alle Regionen in Deutschland verfügbar.

  • Sind die Zahlen denn belastbar?

    +

    Beim Recherchieren und Auswählen der Indikatoren, also jener Daten, die der Messung eines bestimmten Teilaspektes dienen, wurden aussagekräftige Statistiken aus glaubwürdigen, in der Regel amtlichen Quellen verwendet. Darunter beispielsweise die Kriminalstatistik, das Unternehmensregister und Statistiken von der Bundesagentur für Arbeit oder dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung. 

    Es werden verschiedene Themenbereiche adressiert, daher werden Aspekte wie beispielsweise verfügbares Einkommen, Freizeitangebote oder Betreuungsmöglichkeiten gemessen. Weitere Bereiche, die direkten Einfluss auf die persönlichen Lebensverhältnisse haben, sind Aspekte zu Bildung und Gesundheit, wie etwa der Zugang zu Bildungs- oder Sportangeboten. Hinzu kommen lokale und regionale Faktoren, die Einfluss auf die Attraktivität der Kreise und kreisfreien Städte als Wohnorte nehmen. Hierzu zählen Aspekte wie die Wohnsituation, Sicherheit, Mobilität/Erreichbarkeit und die Infrastruktur (technisch, sozial, kulturell, freizeitorientiert) sowie die umgebende Landschaft.

    Insofern ist jeder einzelne Indikator auf der Grundlage der hohen Qualität der ihm zugrundeliegenden Daten belastbar. In ihrer Gesamtheit sind die Auswertungen für die Lebensfelder und der Gesamtindex im Rahmen der ihnen zugrunde liegenden Einschränkungen (vgl. 1.3.6 Wie wurden die einzelnen Indikatoren gewichtet?) ebenfalls belastbar.

  • Welche Indikatoren/Aspekte konnten nicht berücksichtigt werden?

    +

    Die Situation von Familien und SeniorInnen vor Ort ist selbstverständlich wesentlich komplexer als sie eine Studie abbilden kann. In der Realität spielen noch viel mehr Lebensfelder bei der Bewertung von Lebensverhältnissen eine Rolle. Die Studie kann aber einen fundierten ersten Einblick in die äußeren Rahmenbedingungen für Familien und SeniorInnen geben.

    Gerne hätten wir noch Daten für weitere Lebensfelder von Familien und SeniorInnen ausgewertet. Aber nicht für alles liegen belastbare Daten vor – vieles ist nicht aktuell, nicht für alle Regionen verfügbar oder wird gar nicht erhoben.

  • Aus welchen Quellen stammen die Daten?

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    Der Ansatz der Studie ist es, auf objektive, qualitativ hochwertige Daten zurückzugreifen, die flächendeckend für alle 401 Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands vorhanden sind. Bei der Auswahl der Indikatoren, die der Messung eines bestimmten Teilaspektes dienen, wurden aussagekräftige Daten und Statistiken aus glaubwürdigen, in der Regel amtlichen Quellen verwendet. Zu den Hauptquellen zählen beispielsweise die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder sowie das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

    Die Datenquellen der einzelnen Indikatoren können hier eingesehen werden: https://deutschland-studie.zdf.de/

    Was unterscheidet den quantitativen Ansatz von qualitativen Ansätzen?

    Die Deutschland-Studie 2019 für SeniorInnen und Familien basiert auf Auswertungen quantitativer Daten. Auf dieser Basis werden die Punkte vergeben und die Rankings erstellt. Dabei werden vergleichbare Indikatoren für vergleichbare Rahmenbedingungen statistisch ausgewertet und genutzt. Wir haben uns bewusst für einen quantitativen Ansatz entschieden, da nur so objektiv und neutral eine Bewertung der jeweiligen Lebensfelder möglich ist. Qualitative Ansätze, beispielsweise Befragungen, sind tendenziell subjektiv gefärbt und daher nur eingeschränkt vergleichbar.   

    Um Elemente beider Methoden zu verknüpfen, haben wir das quantitative und objektive Vorgehen (Bewertung der Kreise und kreisfreien Städte) durch eine qualitative Komponente erweitert (Befragung der Kreise und kreisfreien Städte). Die Ergebnisse der Befragung sind nicht in die Bewertung eingeflossen, werden jedoch auf der Webseite dargestellt. Damit wird berücksichtigt, dass jede Region sich durch Besonderheiten auszeichnet, die sich nicht objektiv und vergleichbar messen lassen. 247 von 401 der Kreise bzw. kreisfreien Städte haben sich an der Umfrage beteiligt. Damit haben über 60 Prozent der Landrätinnen und Landräte sowie Bürgermeisterinnen und Bürgermeister diese Chance genutzt. Sie zeigen: Was macht ihre Region für SeniorInnen und Familien besonders? Welche besonderen Angebote gibt es? Warum ist die Region aus ihrer Sicht ein guter Wohnort?

  • Ich fühle mich in meiner Region sehr wohl. Warum schneidet sie trotzdem so schlecht ab?

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    Subjektive Wünsche und verschiedene Ansprüche des Einzelnen werden in den allgemeingültigen Ergebnissen der Studien ausdrücklich nicht erfasst. Die Deutschland-Studie 2019 unternimmt nicht den Versuch, individuelles Glück zu messen. Glücklich werden kann man in allen 401 Kreisen und kreisfreien Städten Deutschlands. Unberücksichtigt bleibt beispielsweise, dass manche Menschen ein Leben auf dem Land vorziehen, andere hingegen ein urbanes Umfeld bevorzugen. Auch persönliche Faktoren wie Heimatgefühl, Freundschaften oder Erkrankungen werden nicht gemessen. Dennoch lassen sich Lebensfelder identifizieren, die für viele Menschen einen besonders hohen Stellenwert haben. Dazu gehören Gesundheit, Sicherheit, Wohnen, Arbeit sowie Freizeit und Erholung. Neben den allgemeingültigen Ergebnissen der Studie besteht die Möglichkeit, ein eigenes Ranking auf der Internetseite zu erstellen. Hier kann jede Nutzerin und jeder Nutzer eine individuelle Gewichtung einzelner Lebensfelder vornehmen.

  • Warum ist die Deutschlandstudie in die Bevölkerungsgruppen SeniorInnen und Familien aufgeteilt?

    +

    Der Fokus der Vorgängeruntersuchung „ZDF-Deutschland-Studie 2018“ lag auf den äußeren Rahmenbedingungen von Lebensverhältnissen für die gesamte Bevölkerung. In den vorliegenden Studien werden die Rahmenbedingungen für SeniorInnen und Familien separat untersucht. Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass in verschiedenen Lebensabschnitten unterschiedliche Aspekte Einfluss auf die Lebensverhältnisse haben. Mit zunehmendem Alter und einer Veränderung der Lebensphasen verschieben sich Vorstellungen, Wünsche und Anforderungen. Da einige Lebensfelder in jeder Lebensphase wichtig sind, überschneiden sich einzelne Indikatoren der jeweiligen Studie für SeniorInnen und Familien. So ist etwa die Erholungs- und Freizeitfläche vor Ort sowohl für Familien als auch SeniorInnen relevant und wird deswegen in beiden Studien bewertet. Eine vergleichsweise geringe Entfernung zum nächsten Supermarkt wird ebenfalls als positiv für beide Bevölkerungsgruppen gewertet.

  • Innerhalb großer Landkreise kann es erhebliche Unterschiede geben – wie wurde das berücksichtigt?

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    Die Ebene der Landkreise ist die unterste Ebene, auf der eine ausreichende Datenbasis für die Bewertungen im Rahmen der Deutschland-Studie vorliegt. Räumliche Unterschiede innerhalb von größeren Flächenkreisen, wie beispielsweise im Kreis Paderborn zwischen der Großstadt Paderborn und der Stadt Lichtenau (Westfalen) oder dem östlichen und westlichen Kreisgebiet innerhalb des Kreises Biberach, können dabei nicht berücksichtigt werden. Grundlage der Bewertung bildet somit der jeweilige Durchschnittswert für einen Kreis. Die Studien orientieren sich an den offiziellen, amtlichen Grenzen zwischen den Regionen – für andere Ebenen liegen in der Regel keine Statistiken vor.

  • Wieso blendet die Studie die individuelle Perspektive aus? Es geht doch um die Menschen?

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    In der Deutschland-Studie 2019 für SeniorInnen und Familien werden die Lebensumstände mithilfe von Indikatoren untersucht, die auf Kreisebene miteinander vergleichbar sind. Ziel ist es nicht, die Lebensverhältnisse in Haushalten oder das Wohlbefinden einzelner Personen zu bewerten. Es werden vielmehr allgemeine Rahmenbedingungen für Lebensverhältnisse in allen 401 Kreisen und kreisfreien Städten Deutschlands gemessen. 

    Subjektive Wünsche und verschiedene Ansprüche des Einzelnen werden in der Studie ausdrücklich nicht erfasst. Die Deutschland-Studie 2019 unternimmt nicht den Versuch, individuelles Glück zu messen. Glücklich werden kann man in allen 401 Kreisen und kreisfreien Städten Deutschlands. Manche Menschen bevorzugen das Leben auf dem Land, andere ziehen die Urbanität großer Städte vor, wieder andere präferieren kleinere Mittelstädte. Das ist objektiv nicht abbildbar. Auch persönliche Faktoren wie Mentalität, Heimatgefühl, Freundschaften oder Erkrankungen werden nicht gemessen. Dennoch lassen sich Rahmenbedingungen identifizieren, die für viele Menschen von besonders hoher Wichtigkeit sind. Dazu gehören unter anderem Gesundheit, Sicherheit, Wohnen, Arbeit sowie Freizeit und Erholung.

    Damit liegt den Untersuchungen für Familien und SeniorInnen trotz der genannten Einschränkungen der Ansatz zu Grunde, den Blickwinkel der Menschen vor Ort einzunehmen. Es sollen die Lebensumstände in den Bereichen gemessen werden, die vielen Familien und SeniorInnen in der Regel grundsätzlich wichtig sind. Auf Basis der identifizierten Einflussgrößen – zum Beispiel wie jemand wohnt, wie hoch die Mieten sind, ob es Ärzte in der Nähe gibt, ob lokal viele Verbrechen begangen werden – werden die Rahmenbedingungen für ein gutes Leben dargestellt. Gleichzeitig werden nur Daten ausgewählt, die Unterscheidungen auf der Kreisebene innerhalb Deutschlands zulassen. So ist beispielsweise das Leben in Frieden für viele Menschen sehr wichtig, wird hier aber nicht berücksichtigt, da diese Bedingung für die Bundesrepublik allgemein gilt.

  • Warum liegen Ergebnisse zum Ruhrgebiet vor, obwohl die Studie von verschiedenen Kreisen boykottiert wurde?

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    Für die Ermittlung der Ränge wurden nur Statistiken einbezogen, die für alle 401 kreisfreien Städte und Landkreise in Deutschland vollständig vorliegen. Da der überwiegende Teil der Daten, die den Indikatoren zugrunde liegen, aus öffentlichen Statistiken stammt, war eine Mitwirkung der kreisfreien Städte und Landkreise nicht notwendig.

    Ergänzend wurde eine Befragung der Landrätinnen und Landräte der Landkreise sowie der Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister der kreisfreien Städte durchgeführt, um diesen die Möglichkeit zu geben, ihre Angebote für Familien und SeniorInnen ergänzend darzustellen. Diese Angebote werden in der Regel nicht zentral statistisch erfasst. Nicht alle Landrätinnen und Landräte bzw. Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister haben von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht, darunter auch einige Städte im Ruhrgebiet. 

    Die Ergebnisse der Befragung der teilnehmenden Landkreise und kreisfreien Städte sind auf der interaktiven ZDF-Webseite dargestellt. Sie tragen damit zu einem umfassenden Bild auf die Lebensumstände der Familien und der SeniorInnen in diesen Regionen bei.

  • Wieso wurden für die Studie keine Menschen befragt?

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    In der Deutschland-Studie 2019 werden die äußeren Lebensverhältnisse von Familien und SeniorInnen mithilfe statistischer Indikatoren untersucht, die auf Kreisebene miteinander vergleichbar sind. Ziel ist es nicht, die Lebensverhältnisse in Haushalten oder das Wohlbefinden einzelner Personen zu bewerten. Es werden vielmehr allgemeine Rahmenbedingungen in allen 401 Kreisen und kreisfreien Städten Deutschlands gemessen – und zwar allgemeingültig und fundiert, also ohne den Einfluss individueller Bewertungen. Daher wurden auch keine Bürgerinnen und Bürger befragt.

    Neu ist bei dieser Studie, dass alle Landrätinnen und Landräte sowie Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in den Kreisen und kreisfreien Städten in Deutschland befragt wurden. Viele (247 von 401) haben diese Chance genutzt und geben an, was ihre Region für SeniorInnen und Familien besonders macht. Die Ergebnisse der Befragung gehen nicht in die Bewertung/Ranking ein.

  • Wie haben Sie sichergestellt, dass keine Ihrer Quellen Ihnen absichtlich falsche Daten geschickt hat?

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    Prognos hat alle Quellen und Statistiken intensiv geprüft. Dabei wurden auffällige Daten einer besonderen Kontrolle unterzogen und beispielsweise über Zeitreihenanalysen validiert. Mögliche Unklarheiten wurden in Rücksprache mit den jeweiligen Datenhaltern ausgeräumt. Daten, die nicht den hohen Qualitätsansprüchen der Forscherinnen und Forschern genügen, wurden ausgeschlossen.

  • Ist es möglich, die Studie / die Daten komplett einzusehen?

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    Die Transparenz der Quellen und der Methodik ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal der Deutschland-Studie 2019. Daher sind alle Datenquellen dokumentiert und einsehbar auf https://deutschland-studie.zdf.de.

  • Welche Änderungen gibt es im Vergleich zur Methodik 2018?

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    Bei der Untersuchung der äußeren Lebensverhältnisse für SeniorInnen und Familien werden alle 401 Kreise und kreisfreien Städte miteinander vergleichbar gemacht. Dabei wurde für das Ranking ein quantitativer Ansatz gewählt, der auf der Auswertung objektiver, statistischer Daten basiert. Die Systematik und der grundlegende Aufbau der Studien von 2018 und 2019 sind vergleichbar.

    Bei der SeniorInnen- und Familien-Studie sind die Indikatoren jeweils in vier Lebensfeldern zusammengefasst. Jedem Lebensfeld sind dabei fünf Indikatoren zugeordnet. Insgesamt wurden somit zur Messung der Lebensverhältnisse in den Landkreisen und kreisfreien Städten jeweils 20 Indikatoren herangezogen. Für jeden einzelnen Indikator konnte ein Punktwert zwischen 0 und 10 Punkten erreicht werden – 0 Punkte kennzeichnen den Kreis, der beim jeweiligen Indikator am schlechtesten abschneidet, 10 Punkte den Kreis, der am besten abschneidet.

    Bei der Deutschland-Studie aus dem Jahr 2018 wurden insgesamt 53 Indikatoren in drei Lebensfeldern genutzt. Die Indikatoren verteilten sich wie folgt: „Arbeit & Wohnen“ (16 Indikatoren), „Gesundheit & Sicherheit“ (17 Indikatoren), „Freizeit & Natur“ (20 Indikatoren). Jedem Wert eines Indikators wurde dabei eine Punktzahl zwischen 1 und 10 Punkten zugeordnet. Dabei erhielt jeder Indikator eine Gewichtung gemäß seiner Bedeutung für die Rahmenbedingungen für Lebensverhältnisse. Die drei Themenbereiche sind gleichwertig in die Gesamtwertung eingeflossen. In jedem der drei Bereiche konnte eine Höchstzahl von 100 Punkten erreicht werden. 

    Im Unterschied zur Deutschland-Studie 2018 hatten die Landrätinnen und Landräte sowie Bürgermeisterinnen und Bürgermeister dieses Jahr die Chance zu zeigen, was ihre Region für SeniorInnen und Familien besonders macht, welche besonderen Angebote es gibt und warum die Region aus ihrer Sicht ein guter Wohnort ist. 

    Zudem können Nutzerinnen und Nutzer auf der ZDF-Webseite ihr eigenes Ranking erstellen, indem sie einzelne Lebensfelder individuell gewichten.

  • Warum hat sich die Methodik im Vergleich zu 2018 geändert?

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    Die grundlegende Methodik hat sich im Vergleich zu 2018 nicht geändert. Sowohl 2018 als auch 2019 wurde ein quantitativer Ansatz gewählt, der auf objektiven Daten basiert. Auch bei den Studien aus dem Jahr 2019 wurde darauf geachtet, einen übersichtlichen und einheitlichen Aufbau zu entwickeln. Dazu wurden die Rahmenbedingungen von Lebensverhältnissen für SeniorInnen und Familien in vier Lebensfeldern zusammengefasst. Jedem Lebensfeld wurden letztendlich fünf Indikatoren zugeordnet. Einzelne Kombinationsindikatoren können sich dabei aus mehreren Einzelindikatoren zusammensetzen (vgl. FAQ 1.3.6 sowie 1.5.2). Somit kann in der Studie von 2019 die Relevanz einzelner Indikatoren noch schneller erfasst werden als im Jahr 2018. 

    Um die Besonderheiten jeder Region sichtbar zu machen, hatten die Landrätinnen und Landräte sowie Bürgermeisterinnen und Bürgermeister 2019 die Chance, an einer Befragung teilzunehmen. Hier konnten sie angeben, was ihre Region für SeniorInnen und Familien besonders macht. Das Ergebnis der Befragung enthält unvergleichbare Eigenschaften einer Region und fließt deshalb nicht in die Bewertung ein, da in der Bewertung nur vergleichbare, objektive Daten zählen.  Internetnutzerinnen und -nutzer haben außerdem die Möglichkeit, ein eigenes Ranking für ihre persönliche Situation zu erstellen, indem sie die allgemeingültigen Ergebnisse auf der Webseite selbst gewichten. Individuelle Präferenzen werden somit auf der interaktiven Webseite berücksichtigt.

  • Wie funktionierte die Befragung der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie der Landrätinnen und Ländräte?

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    Für die Befragung wurden alle Landrätinnen und Landräte der Kreise sowie alle Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister der kreisfreien Städte angeschrieben und um die Teilnahme an einer Umfrage gebeten. Sie hatten mehrere Wochen Zeit, ihre Antworten einzusenden. Die Auswahl an Fragen wurde thematisch auf die Bevölkerungsgruppen SeniorInnen und Familien zugeschnitten. In beiden Umfragen konnte zudem ein Freitext formuliert werden, um ergänzend zu den quantitativen Indikatoren zu erläutern, inwieweit die eigene Region ein gutes Lebensumfeld für Familien und SeniorInnen bietet.

    Ziel der Befragung war es, Themen und Aspekte, die die Lebensverhältnisse vor Ort beeinflussen, aber nicht bzw. nur schwer über Indikatoren erfasst werden können, zu identifizieren. Diese schwer messbaren Themen und Aspekte umfassen etwa die Gewährleistung von Barrierefreiheit, die Frage nach familienpolitischen Leitbildern oder Rabatten für SeniorInnen bei Kulturangeboten. Das im Gesamtindex der Studien gezeichnete Bild der Landkreise und kreisfreien Städte wird somit um Vor-Ort-Expertise in diesen Themenfeldern erweitert.

    Das Ergebnis der Befragung enthält nicht vergleichbare Eigenschaften einer Region und fließt deshalb auch nicht in die Bewertung ein, da für die Punktevergabe nur vergleichbare, objektive Daten berücksichtigt werden konnten.

  • Wo finde ich die Befragung der BürgermeisterInnen und LandrätInnen?

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    Die Befragungen haben keine Auswirkungen auf die Gesamtpunktzahlen (Indizes) der Studien. Stattdessen werden sie den Indizes der Gruppen Familien und SeniorInnen zur Seite gestellt, um das datenbasierte Bild zu komplettieren und einzuordnen. Themen und Aspekte, die vor Ort familien- oder seniorenpolitisch wichtig sind, werden so berücksichtigt. 247 der 401 Kreise bzw. kreisfreien Städte haben sich an der Umfrage beteiligt.

    Die Antworten der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie Landrätinnen und Landräte zur Befragung wurden den jeweiligen Factsheets der Kreise und kreisfreien Städte hinzugefügt. Dabei wurden die Fragen mit Bezug auf SeniorInnen und Familien auf die Factsheets zu den Teilstudien aufgeteilt. Die Factsheets sind auf der Seite von ZDF Digital zur Ansicht und zum Download verfügbar.

  • Wieso sollte man anhand von Daten ablesen können, ob es den Menschen dort gut geht?

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    Das Ranking der Deutschland-Studie 2019 wird mithilfe eines quantitativen Ansatzes erstellt. Anhand von Indikatoren werden die Rahmenbedingungen der Lebensverhältnisse auf Ebene der Kreise und kreisfreien Städte verglichen. Das Ziel ist nicht zu messen, wie das Wohlbefinden von Personen oder die Einschätzung zu den Lebensverhältnissen in einzelnen Haushalten sind. Auf der Basis der gemessenen Daten wird also nicht abgebildet, ob es Menschen in Kreisen und kreisfreien Städten gut oder schlecht geht, sondern wie sich die Rahmenbedingungen für ein gutes Leben in diesen Kreisen und kreisfreien Städten darstellen.

Definitionen

  • Was sind Indikatoren?

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    Indikatoren sind allgemein Hilfsmittel oder „Anzeiger“, die als Messgröße für einen bestimmten Sachverhalt dienen. Sie zeigen bestimmte Informationen an und machen diese dimensionslos, d. h. zwischen Einheiten vergleichbar, beispielsweise Eurobeträge, Entfernungen in Meter oder Personenzahlen. Indikatoren erlauben die Feststellung eines Zustandes oder einer Veränderung. In unserem Fall handelt es sich um Daten, die als Hilfsmittel zur Beschreibung der Rahmenbedingungen für Lebensverhältnisse dienen.

  • Was sind Kombinationsindikatoren?

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    Kombinationsindikatoren fassen die in mehreren Indikatoren enthaltenen Informationen zusammen. Die in einem Kombinationsindikator verknüpften Indikatoren werden deshalb in diesem Kontext als Teilindikatoren bezeichnet. Jeder Teilindikator fließt zu gleichen Teilen in den Kombinationsindikator ein. Der Kombinationsindikator erreicht dann, wie ein „normaler“ Indikator, für alle Kreise und kreisfreien Städte einen Wert zwischen 0 und 10 und zählt wie andere – nicht kombinierte – Indikatoren in den entsprechenden Lebensfeld ein.

    Kombinierte Indikatoren werden verwendet, wenn ein Teilgebiet eines Lebensfelds nicht vollständig durch einen Indikator beschrieben werden kann. Gleichzeitig würde ein Teilgebiet zu stark in den Fokus gerückt werden, wenn alle Aspekte in einzelnen Indikatoren erfasst werden würden. Beispiele dafür sind Sportmöglichkeiten, die Pflegesituation bei SeniorInnen oder Freizeitangebote für Familien.

  • Was sind Lebensfelder?

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    Ein Lebensfeld ist ein Thema, dem fünf Indikatoren (Einzel- oder Kombinationsindikatoren) zugeordnet werden. Ein Lebensfeld erfasst die Rahmenbedingungen der Lebensverhältnisse von SeniorInnen oder Familien in einem bestimmten Teilgebiet.

  • Wie wurden in der Studie „Stadt“ und „Land“ definiert?

    +

    Die Abgrenzung beruht auf den siedlungsstrukturellen Kreistypen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Das BBSR differenziert nach folgenden Merkmalen: Bevölkerungsanteil in Groß- und Mittelstädten, Einwohnerdichte der Kreisregion und Einwohnerdichte der Kreisregion ohne Berücksichtigung der Groß- und Mittelstädte. Ein städtischer Raum ist demnach eine kreisfreie Stadt mit mindestens 100.000 Einwohnern oder ein Kreis mit einem Bevölkerungsanteil von mindestens 50 Prozent und einer Einwohnerdichte von mind. 150 Einwohner/km² in Groß- und Mittelstädten; sowie ein Kreis mit einer Einwohnerdichte ohne Groß- und Mittelstädte von mindestens 150 Einwohnern/km². In die Kategorie ländlicher Raum fallen Kreise mit einem Bevölkerungsanteil in Groß- und Mittelstädten von mind. 50 Prozent, aber einer Einwohnerdichte unter 150 Einwohnern/km².

  • Was sind städtische Kreise?

    +

    Kreise mit einem Bevölkerungsanteil in Groß- und Mittelstädten von mind. 50 Prozent und einer Einwohnerdichte von mind. 150 Einwohner/km²; sowie Kreise mit einer Einwohnerdichte ohne Groß- und Mittelstädte von mind. 150 Einwohner/km² werden als „städtische Kreise“ bezeichnet. Kreise, auf die das nicht zutrifft, sind ländliche Kreise. 

  • Warum wurde das mobile Internet nicht berücksichtigt, der Breitbandanschluss aber schon?

    +

    Das mobile Internet ist ein wichtiger Indikator für die Rahmenbedingungen von Bürgerinnen und Bürgern vor Ort – das steht außer Frage. Wir haben uns jedoch entschlossen, als Indikator stattdessen die Verfügbarkeit eines Breitbandanschlusses zu berücksichtigen. Ein guter und zeitgemäßer Internetzugang wirkt sich aktuell noch stärker als das mobile Internet auf das Leben und Wohnen in einer Region aus. Es erleichtert z. B. die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, weil Eltern Homeoffice machen können, es ermöglicht Kindern in ihrer Freizeit Online-Spiele zu spielen und bietet Familien und SeniorInnen etwa Zugang zu Mediatheken, Streaming-Diensten und zur digitalen öffentlichen Verwaltung. Ein Breitbandanschluss ist damit Zugangsvoraussetzung für die Teilhabe an vielen relevanten Lebensfeldern von Familien und SeniorInnen.

  • Wie definieren Sie Familie und warum?

    +

    Die Indikatoren messen die Rahmenbedingungen für Familien mit minderjährigen Kindern. Angaben zur Zusammensetzung von Haushalten liegen jedoch auf der Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte nicht flächendeckend vor, damit kann auch nicht durchgehend die genaue Zahl der Familien mit unter 18-jährigen Kindern ermittelt werden. Stattdessen wurden etwa bei den Familienwanderern die entsprechenden Altersgruppen selektiert, nämlich die Zahl der unter 18-Jährigen sowie die der 30- und 50-Jährigen. Diese Abgrenzung wird auch vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) verwendet.

  • Wie definieren Sie SeniorInnen und warum?

    +

    SeniorInnen umfassen Personen im Alter ab 65 Jahren. Vereinzelt wurde von dieser Abgrenzung abgewichen, wenn Indikatoren nur für eine leicht abweichende Altersgruppe verfügbar waren. Grundsätzlich geht es uns um Menschen im Ruhestand, da diese andere Bedürfnisse und Anforderungen an ihr Umfeld haben als beispielsweise Familien.

  • Haben Sie sich auch gefragt, wo Alleinerziehende gut leben? Warum nicht?

    +

    Die Deutschland-Studie 2019 für Familien hat zum Ziel, die Lebensumstände aus der Perspektive der Familien insgesamt zu betrachten und nicht die einer bestimmten Teilgruppe, wie etwa der Alleinerziehenden. Die gewählten Indikatoren adressieren die Bedürfnisse von Familien mit minderjährigen Kindern und sind damit auch für Alleinerziehende von zentraler Bedeutung.

Fragen zu den Ergebnissen der Studie

  • Warum kann man auch ein eigenes Ranking machen?

    +

    In der Deutschland-Studie 2019 wurden die Indikatoren nicht explizit gewichtet (vgl. Frage 1.3.6). Für einzelne Personen innerhalb der Bevölkerungsgruppen können die Indikatoren allerdings eine unterschiedliche Bedeutung haben. Ein Beispiel hierfür stellt die Erreichbarkeit von Krankenhäusern dar. Für SeniorInnen, die z. B. aufgrund einer Behandlung regelmäßig ein Krankenhaus aufsuchen müssen, ist ein Krankenhaus vor Ort entscheidend für das individuelle Wohlbefinden. Für gesunde SeniorInnen ist die Erreichbarkeit von Krankenhäusern hingegen von relativ geringer Bedeutung. Da ein Gewichtungsschema auf subjektiven Kriterien basieren müsste, wurde darauf verzichtet.

    Weil die Gewichtung der Indikatoren von Person zu Person schwankt, wurde online die Möglichkeit geschaffen, ein individuelles Ranking zu erstellen. Dabei können einzelne Indikatoren stärker gewichtet werden, als dies in der allgemeingültigen Studie der Fall ist. So lassen sich persönliche Präferenzen abbilden. Ein solches Ranking kann die eigenen Lebensumstände anhand der persönlich als wichtig empfundenen Indikatoren besser abbilden.

  • Wo lebt es sich besser? Auf dem Land oder in der Stadt?

    +

    In der Deutschland-Studie 2019 liegt – im Bereich SeniorInnen – der Durchschnitt aller bewerteten Regionen im ländlichen Raum bei 107,7 Punkten und der aller Regionen im städtischen Raum bei 117,2 Punkten (vgl. FAQ 1.5.4). Dennoch lässt sich nicht pauschal sagen, dass die Stadt für SeniorInnen bessere Lebensverhältnisse bietet. Besonders kleine und mittelgroße Städte und die Randgebiete um Großstädte schneiden gut ab. Keine Region ist perfekt. Aber die Kreise mit insgesamt guten Punktwerten schneiden in den allermeisten Kategorien durchschnittlich oder überdurchschnittlich gut ab. 

    Große Städte und Ballungsgebiete bieten eine gute Infrastruktur und attraktive Angebote, die Wohnkosten sind aber meist hoch. Ländliche geprägte Regionen bieten viel Natur und Erholungsgebiete, im Alltag müssen dort aber tendenziell längere Wege in Kauf genommen werden. Die meisten Vorteile finden sich daher in der „goldenen Mitte“.

    In der Familienstudie liegt der Durchschnitt im ländlichen Raum bei 101,3 Punkten und im städtischen Raum bei 107,2 Punkten.

    Viele Großstädte wie Berlin, München oder Hamburg punkten mit geringen Fahrzeiten zur nächsten Schule, zur Arbeitsstelle oder zum Supermarkt. Es gibt einen guten Zugang zum Breitbandinternet und eine relativ gute Versorgung mit Haus- und Kinderärztinnen und -ärzten. Das hat seinen Preis: Die Wohnkosten sind hier deutlich höher als in den ländlichen Regionen. In sehr teuren Städten wie München ziehen Familien mittlerweile häufig aus der Stadt raus und hinein.

    Ländlichere Regionen punkten demgegenüber häufiger mit einem höheren Anteil an Erholungs- und Freizeitflächen und preiswerteren Mieten.

    Aber: Letztlich kommt es ganz auf die Familie und die SeniorInnen selbst mit ihren individuellen Wünschen und Bedürfnissen an. Jede Region hat Stärken und Schwächen.

  • Welche Regionen in Deutschland sind stark und welche sind schwach?

    +

    Die vorderen Plätze der Rangliste in der Deutschland-Studie 2019 im Bereich SeniorInnen belegen viele kleine bis mittelgroße Städte, insbesondere ostdeutsche Zentren schneiden im Gesamtranking überwiegend gut ab. 

    Zudem erhalten Einzugsgebiete von Großstädten vor allem im Vergleich zur jeweiligen Großstadt selbst überdurchschnittlich viele Punkte. Das Ergebnis der Großstädte wird insbesondere durch geringere Punktezahlen in den Lebensfeldern „Wohnen & Freizeit“ und „Wirtschaft & Demografie“ getrübt. Vereinfacht gesagt verfügt das Umland von Großstädten über vielfältige und gut erreichbare Erholungsmöglichkeiten, während insbesondere die Wohnkosten ein belastender Faktor für SeniorInnen in Großstädten sind. 

    Landkreise und kreisfreie Städte in Baden-Württemberg und Sachsen erzielen fast durchgehend überdurchschnittlich gute Ergebnisse, während Kreise in Mecklenburg-Vorpommern, der Eifel und auf dem bayerischen Land tendenziell auf geringere Punktezahlen kommen. Vor allem im Bereich der (Gesundheits-)Infrastruktur haben diese Regionen entscheidende Schwächen.

    Nahezu überall in Deutschland gibt es Kreise und Städte, in denen Familien gut wohnen können. Unter den Top-20-Regionen für Familien befinden sich Regionen aus allen Himmelsrichtungen: sowohl Städte und Kreise in Süddeutschland (z. B. Baden-Baden und Starnberg), im Zentrum (z. B. Suhl), im Westen (z. B. Bonn) und im Osten (z. B. Potsdam). Gute Werte erzielen auch einige Regionen im Norden, etwa Oldenburg, Hamburg und der Landkreis Harburg. 

    Besonders gut schneiden vor allem Regionen im Umland von Großstädten und Ballungszentren ab. Dazu gehören z. B. die Rhein-Main-Region (Hochtaunuskreis, Main-Taunus-Kreis), das Umland von München (Starnberg, Landkreis München) und Berlin (Potsdam). 

    Überdurchschnittlich gut schneiden auch viele städtische Zentren in eher ländlichen Regionen ab, z. B. Suhl und Jena. Diese Städte punkten häufig mit einer guten Infrastruktur und kurzen Wegen. 

  • Wie sind die Lebensverhältnisse auf dem Land?

    +

    Viel wird von politischen Weichenstellungen in den Bereichen Infrastruktur, sozialer Ausgleich und Wohnen abhängen. Auf dem Land profitieren SeniorInnen von geringen Wohnkosten, allerdings auf Kosten einer häufig unterdurchschnittlichen Infrastruktur. Wer nicht mehr selbst Auto fahren kann, ist abgehängt. Wohnen in der Stadt ist für diese Gruppe oftmals (zu) teuer. Soweit die Politik es nicht schafft, entsprechende Nachteile finanziell auszugleichen und/oder den Nahverkehr im ländlichen Raum auszubauen, sind die Perspektiven für SeniorInnen auf dem Land nicht gerade günstig.

    Auf dem Land ist zudem häufig die allgemeine Versorgung und Anbindung schlechter als in Städten. Die Wege zum Hausarzt, Krankenhaus oder zur Apotheke sind lang. Supermärkte sind selten und nur mit dem Auto erreichbar, der öffentliche Personennahverkehr ist schlecht ausgebaut und die Breitbandversorgung in vielen ländlichen Regionen ungenügend. Unsere Untersuchung zeigt hier ein klares Stadt-Land-Gefälle. Um bessere Lebensverhältnisse zu schaffen, müsste die Politik für ländliche Regionen mehr tun.

  • Wie groß ist der Abstand zwischen Gewinnern und Verlieren?

    +

    Kein Landkreis bzw. keine kreisfreie Stadt erreicht den Maximalpunktwert. In der Deutschland-Studie 2019 im Bereich Familien belegt der Hochtaunuskreis mit 131,4 Punkten den ersten Platz. Im Bereich SeniorInnen ist die kreisfreie Stadt Jena mit 141,5 Punkten Spitzenreiter. Auch Kreise und kreisfreie Städte auf den hinteren Rängen des Rankings sind keineswegs „abgehängt“, sondern weisen noch mehr als 40 Prozent der maximal erreichbaren Punktwerte auf. So belegt das Jerichower Land mit 81,6 Punkten den letzten Platz für Familien. In der Deutschland-Studie 2019 im Bereich SeniorInnen ist der Eifelkreis Bitburg-Prüm mit 83,1 Punkten Schlusslicht.

    Insgesamt ergibt sich ein enges Feld mit einer Differenz vom Erst- zum Letztplatzierten von knapp 50 Punkten in der Deutschland-Studie 2019 für Familien und knapp 58 Punkten im Bereich SeniorInnen.

    Teilweise unterscheiden sich die Punktzahlen zwischen den Kreisen nur geringfügig. Beispielsweise liegen im Gesamtranking bei SeniorInnen die Städte Coburg (109,0 Punkte) und Kiel (106,1 Punkte) weniger als drei Punkte, aber mehr als 40 Ränge auseinander. Damit wird deutlich, dass schon kleine Unterschiede bei Punktwerten zu großen Abweichungen bei der Platzierung führen können. Allein die Position im Ranking sollte daher nicht zur Interpretation der Ergebnisse und zu Aussagen über die Rahmenbedingungen der Lebensverhältnisse genutzt werden.

  • Was bedeutet das Ergebnis der am schlechtesten abschneidenden Regionen für die Menschen, die dort leben?

    +

    Das persönliche Glück wird von sehr vielen Faktoren beeinflusst. Alle Menschen wissen für sich am besten, wo sie sich wohlfühlen. Das Ziel der Deutschland-Studie 2019 ist lediglich, die äußeren Rahmenbedingungenvergleichbar zu messen. Selbstverständlich können dabei nur die Faktoren erfasst werden, für die auf Kreisebene Daten vorlagen. Obwohl ein Ort vielleicht nur im Mittelfeld oder auf den hinteren Plätzen liegt, können die Menschen diesen als sehr lebenswert empfinden und dort glücklich sein. Letztendlich gilt immer: „Leben ist, was du daraus machst.“ Die Deutschland-Studie 2019 bietet darüber hinaus die Chance für die Bürgerinnen und Burger, sich anzuschauen, was in ihrer Region im Argen liegt. Vielleicht inspirieren die Ergebnisse dazu, sich beispielsweise für niedrigere Mieten oder mehr Erholungsflächen im eigenen Kreis einzusetzen.

  • Gibt es große regionale Unterschiede?

    +

    In der Deutschland-Studie 2019 im Bereich SeniorInnen liegt der Durchschnitt in Ostdeutschland bei 113,2 Punkten und in Westdeutschland bei 112,3 Punkten. Es gibt also in der Gesamtbetrachtung keine nennenswerten Unterschiede und erst recht kein Ost-West-Gefälle. Die regionalen Zentren in Ostdeutschland sind sogar die Gewinner der SeniorInnen-Studie. 

    Regionen mit günstigen Lebensbedingungen finden Seniorinnen und Senioren in allen Teilen Deutschlands. Im Osten erzielen etwa die kreisfreien Städte Jena, Suhl, Dresden oder Gera gute Werte, im Süden die Landkreise München, Ludwigsburg und der Rhein-Neckar-Kreis, im Westen beispielsweise die kreisfreien Städte Neustadt an der Weinstraße und Münster und im Norden die Landkreise Pinneberg und Osnabrück. Regionen mit besseren Lebensbedingungen zeichnet in der Regel aus, dass sie in den meisten Kategorien durchschnittlich oder gut abschneiden.

    In der Familienstudie liegt der Durchschnitt in Ostdeutschland bei 100,2 Punkten und in Westdeutschland bei 105,2 Punkten.

    Die Studie zeigt weder ein klares West-Ost-, noch ein klares Süd-Nord-Gefälle. Besonders gut schneiden Regionen im Umland von Großstädten ab. Dazu gehören z. B. die Rhein-Main-Region (Hochtaunuskreis, Main-Taunus-Kreis), das Umland von München (Starnberg, Landkreis München) oder Berlin (Potsdam). Sehr gut schneiden auch viele städtische Zentren in eher ländlichen Regionen ab, z. B. Suhl und Jena. Hier profitieren die Menschen von einer guten Infrastruktur und kurzen Wege.

    Unterschiede zwischen Ost und West finden sich bei der Kinderbetreuung sowie der Gleichstellung. So ist auch heute noch die Gleichstellung von Männern und Frauen in den Neuen Bundesländern weiter fortgeschritten als in den alten Bundesländern. Im Osten sind Frauen nach wie vor häufiger erwerbstätig und auch Mütter haben in Ostdeutschland häufiger eine Vollzeitbeschäftigung. Das liegt daran, dass Müttererwerbstätigkeit und die Betreuung von kleinen Kindern in Kitas eine höhere Akzeptanz haben als im Westen. Insgesamt haben die neuen Bundesländer bei der Kinderbetreuungssituation weiterhin die Nase vorn. Hier finden wir flächendeckend die höchsten Betreuungsquoten. Zugleich ist jedoch der Personalschlüssel in vielen Städten in den neuen Bundesländern sehr groß. In Schwerin muss sich eine Fachkraft um 14 Kinder kümmern, in Karlsruhe nur um sechs. Das sind deutliche Unterschiede. Die Bertelsmann Stiftung empfiehlt einen Personalschlüssel im U6-Bereich von 1:7,5.

    Aber der Westen holt auf. Freiburg belegt z. B. im Bereich Gleichstellung Rang zehn. Hier findet man Väter, die relativ häufig und lange Elterngeld beziehen und einen relativ hohen Anteil von Frauen im Gemeinderat.

  • Trägt eine solche Studie nicht dazu bei, dass das Image der schlecht abschneidenden Regionen leidet?

    +

    Mit der Studie haben die Regionen eine Chance, ihrem Image mit belastbaren Daten entgegenzutreten oder gezielt etwas an ihrem Image zu verändern. Sie können nachweisen, in welchen Lebensfeldern die Rahmenbedingungen für Familien und SeniorInnen vor Ort besonders gut sind und sie können durch den Vergleich mit anderen Regionen Anhaltspunkte für Verbesserungen identifizieren.

  • Der Wohnkostenanteil wirkt viel zu hoch – warum ist das so?

    +

    Die Wohnkostenanteile in der Deutschland-Studie 2019 wurden auf Grundlage des durchschnittlichen Quadratmeterpreises bei Neu- oder Wiedervermietungen in den Kreisen und kreisfreien Städten Deutschlands berechnet. Diese wurden mit der durchschnittlichen Wohnungsgröße von SeniorInnen multipliziert und durch das durchschnittliche verfügbare Einkommen pro Kopf von SeniorInnen in den Kreisen und kreisfreien Städten Deutschlands geteilt. Diese „Durchschnittsbetrachtung“ ist leider mit zwei Einschränkungen verbunden. Zum einen verfügen nicht alle SeniorInnen über die durchschnittliche Wohnfläche. Vor allem in traditionell teuren Regionen werden vermutlich geringere Wohnflächen pro Kopf in Anspruch genommen. Zum anderen leben SeniorInnen häufig schon länger in ihren Wohnungen und zahlen geringere Quadratmeterpreise als die gegenwärtig auf den Wohnungsmärkten verlangten. Beide Aspekte sorgen dafür, dass der Wohnkostenanteil tendenziell zu hoch ausgegeben wird. Der Anteil dient daher in erster Linie als Vergleichswert zwischen den Kreisen und kreisfreien Städten. So gibt er unabhängig vom absoluten Niveau belastbar darüber Auskunft, wo Wohnen teurer und wo günstiger ist.

Andere und frühere Studien

  • Was ist der Unterschied zwischen den Deutschland-Studien von Prognos aus den Jahren 2018 und 2019?

    +

    Bei der Untersuchung der äußeren Rahmenbedingungen für die Lebensverhältnisse von SeniorInnen und Familien werden alle 401 Kreise und kreisfreien Städte miteinander vergleichbar gemacht. Dabei wurde für das Ranking ein quantitativer Ansatz gewählt, der auf objektiven, statistischen Daten basiert. Die Systematik und der grundlegende Aufbau der Studien von 2018 und 2019 sind vergleichbar.

    Bei der SeniorInnen- und Familien-Studie sind die Indikatoren jeweils in vier Lebensfeldern zusammengefasst. Dabei sind jedem Lebensfeld fünf Indikatoren zugeordnet. Insgesamt werden somit zur Messung der äußeren Lebensverhältnisse in den Landkreisen und kreisfreien Städten in der Deutschland-Studie 2019 jeweils 20 Indikatoren herangezogen. Für jeden einzelnen Indikator kann ein Punktwert zwischen 0 und 10 Punkten erreicht werden – 0 Punkte kennzeichnen den Kreis, der beim jeweiligen Indikator am schlechtesten abschneidet, 10 Punkte den Kreis, der am besten abschneidet.

    Bei der Deutschland-Studie aus dem Jahr 2018 wurden insgesamt 53 Indikatoren in drei Lebensfeldern genutzt. Die Indikatoren verteilen sich wie folgt: „Arbeit & Wohnen“ (16 Indikatoren), „Gesundheit & Sicherheit“ (17 Indikatoren), „Freizeit & Natur“ (20 Indikatoren). Jedem Wert eines Indikators wurde dabei eine Punktzahl zwischen 1 und 10 Punkten zugeordnet. Dabei erhielt jeder Indikator eine Gewichtung gemäß seiner Bedeutung für die äußeren Rahmenbedingungen für die Lebensverhältnisse. Die drei Themenbereiche sind gleichwertig in die Endwertung eingeflossen. In jedem der drei Bereiche konnte eine Höchstzahl von 100 Punkten erreicht werden. 

    Im Unterschied zur Deutschland-Studie 2018 hatten die Landrätinnen und Landräte sowie Bürgermeisterinnen und Bürgermeister dieses Jahr die Chance zu zeigen, was ihre Region für SeniorInnen und Familien besonders macht, welche besonderen Angebote es gibt und warum die Region aus ihrer Sicht ein guter Wohnort ist.

    Was ist der Unterschied zum Prognos Zukunftsatlas, Digitalisierungskompass und dem Prognos Deutschland Report? Für das Handelsblatt erstellt das Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos regelmäßig den Zukunftsatlas. Dieser bewertet alle drei Jahre die Zukunftschancen und -risiken aller Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands. Im Unterschied zur Deutschland-Studie liegt der Fokus des Zukunftsatlas vor allem auf den Rahmenbedingungen für wirtschaftlichen Erfolg. Vereinfacht gesagt: Deutschland-Studie = äußere Rahmenbedingungen für Lebensverhältnisse, Zukunftsatlas = wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit.

    Genauer gesagt ist damit gemeint: Der Zukunftsatlas bewertet Regionen vor allem nach ihrer Attraktivität für Unternehmen. Außerdem wird untersucht, welche Rahmenbedingungen das zukünftige wirtschaftliche Wachstum der 401 Kreise negativ beeinflussen könnten. Dafür werden etwa zentrale Standortfaktoren, wie die Anbindung an Bundesautobahnen und die Verfügbarkeit von Fachkräften, untersucht. Teilweise werden ähnliche Daten wie in der Deutschland-Studie berücksichtigt, etwa zur demografischen Entwicklung, zu Kriminalität und sozialen Problemen. Andere Kennzahlen werden in der Deutschland-Studie nicht betrachtet, im Zukunftsatlas dagegen schon. Dazu gehören beispielsweise die Anzahl unbesetzter Ausbildungsstellen, die Patentanmeldungen, die Investitionsquote der Industrie und die Anzahl der Top 500 Unternehmen in einer Region. Die Ergebnisse des Zukunftsatlas können sich daher deutlich von denen der Deutschland-Studie unterscheiden.

    Der Digitalisierungskompass bewertet, wie digital Deutschlands Regionen sind. „Vorzeigeregion in Sachen Digitalisierung – oder eher Hinterland?“ Um diese Frage zu beantworten, haben die Regionalexpertinnen und -experten von Prognos zunächst nach Maßstäben für den Digitalisierungsgrad in allen 401 Kreisen und kreisfreien Städten Deutschlands gesucht. Im Ergebnis wurden letztendlich 12 Indikatoren in den Dimensionen Arbeitsmarkt digitaler Berufe, Informations- und Kommunikationsbranche (IKT-Branche) sowie Breitbandinfrastruktur ausgewertet.

    Wie werden sich Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland in den nächsten Jahren und Jahrzehnten entwickeln? Der Prognos Deutschland Report beantwortet diese Frage umfassend – seit rund 50 Jahren. Der Report erscheint seit 1964 alle vier bis fünf Jahre und ist die einzige umfassende Langfristprognose zur Zukunft der deutschen Wirtschaft und Gesellschaft. Er bietet detaillierte Prognosen zur mittel- und langfristigen Entwicklung der Gesamtwirtschaft, von Branchen, Bundesländern und Sozialsystemen in Deutschland. Dazu betrachtet er – mit bewährten Methoden – die globalen Rahmenbedingungen, den demografischen Wandel und den technologischen Fortschritt genauso wie Veränderungen in relevanten Politikfeldern. Zudem nimmt der Report Trends und Treiber in den Blick, welche die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland beeinflussen und ihrerseits von ihr beeinflusst werden. Die Betrachtungsebene des Deutschlands Report als gesamtwirtschaftliche Analyse endet bei den Bundesländern. Kleinräumigere Analysen sind nicht Gegenstand der Untersuchung. 

  • Was misst die Deutschland-Studie nicht?

    +

    In der Deutschland-Studie wurde gemessen, was Regionen ganz konkret miteinander vergleichbar macht (und zwar alle 401 Kreise und kreisfreien Städte) und was nicht von subjektiver Wahrnehmung beeinträchtigt ist. Für das Ranking in der Deutschland-Studie haben wir einen quantitativen Ansatz gewählt, der auf objektiven, statistischen Daten basiert. Befragungen von und Diskussionen mit Bürgerinnen und Bürgern zur Ermittlung der subjektiven Einschätzungen sind für die Bewertung der 401 Regionen bewusst nicht vorgenommen worden. Die Deutschland-Studie kann somit eine sinnvolle Ergänzung in der Debatte um Lebensverhältnisse in Deutschland darstellen. Sie ist nicht besser oder schlechter als andere Ansätze, ergänzt aber das Bild.

  • Wieso schneidet meine Region plötzlich ganz anders ab als noch 2018?

    +

    Es handelt sich um unterschiedliche Studien, die – bei ähnlicher Methodik – unterschiedliche Aspekte messen. Die Unterschiede zwischen den Studien werden in FAQ 1.3.25 erläutert.

  • In anderen Studien schneidet meine Region aber besser / schlechter ab. Was denn nun?

    +

    Wie gut oder schlecht eine Region abschneidet, hängt von den zugrunde liegenden Indikatoren, Datenquellen und dem jeweiligen Datenstand ab. Hinzukommen kann noch eine unterschiedliche Gewichtung der Bereiche. Eine Übersicht der verwendeten Indikatoren und Datenquellen finden Sie hier: https://deutschland-studie.zdf.de/

    Der zentrale Unterschied der Deutschland-Studie 2019 gegenüber anderen Studien ist, dass nicht Lebensbedingungen allgemein gemessen wurden, sondern explizit die äußeren Lebensumstände/Lebensverhältnisse aus Perspektive der SeniorInnen und der Familien. Über eine zielgruppenorientierte Indikatorenauswahl wurden die unterschiedlichen Präferenzen der beiden Bevölkerungsgruppen berücksichtigt. Für beide Bevölkerungsgruppen bestimmen unterschiedliche Faktoren die Lebensverhältnisse vor Ort. Beispielsweise hat der Aspekt „Kinderbetreuung“ für Familien eine hohe Bedeutung, für SeniorInnen hingegen z. B. die „Verfügbarkeit und Kosten der Pflege“. Einige Indikatoren werden für beide Gruppen berücksichtigt, etwa die Entfernung zum nächsten Supermarkt.

  • Hat Prognos die Umfrage zum Thema „Länge der Elternzeit von Müttern und Vätern“ durchgeführt?

    +

    Nein. Die repräsentative Umfrage hat das ZDF separat beauftragt. An der Deutschland-Studie war das beauftragte Institut nicht beteiligt und die Ergebnisse der Umfrage sind nicht in die Deutschland-Studie eingeflossen.

  • Sind die Ergebnisse der Umfrage zum Thema „Länge der Elternzeit von Müttern und Vätern“ in die Rankings der Deutschland-Studie eingeflossen?

    +

    Nein. Die Ergebnisse der Umfrage sind nicht in die Ergebnisse der Deutschland-Studie 2019 eingeflossen. Prognos hat für die Deutschland-Studien 2019 einen Ansatz gewählt, der keine subjektiven Meinungen berücksichtigt, sondern rein auf objektiven, statistisch hochwertigen Daten basiert.

Fragen zu einzelnen Indikatoren - SeniorInnen

  • Warum wurden Golfplätze als Maß für Sportmöglichkeiten für SeniorInnen herangezogen?

    +

    Ältere Menschen sind aktiv, machen gerne Gymnastik, gehen schwimmen und spielen Golf - das zeigen Befragungen. Wir haben versucht, diese sportlichen Lieblingsbeschäftigungen der Seniorinnen und Senioren entsprechend zu erfassen: Wo gibt es ausreichend Schwimmbäder, Trimm-dich-Pfade oder Golfplätze? Insgesamt kann man sagen: Die Sportmöglichkeiten sind deutschlandweit verfügbar. Einige ländliche Regionen schneiden dabei besonders gut ab, da sie schlicht mehr Platz für derartige Aktivitäten haben.
    In Städten werden aufgrund der beengten Rahmenbedingungen andere Möglichkeiten geboten, die wir aber nicht gemessen haben (bzw. aufgrund der Datenlage nicht messen konnten), etwa Sportvereine, Fitnessstudios und dergleichen mehr.

Material, Kontakt und Links

  • Wo finde ich weitere Informationen?

    +

    Eine Übersicht über die Methodik der Studie finden Sie in einem PDF auf der Prognos-Website unter https://zdf-deutschlandstudie-pdf.prognos.com/download. Anfragen bearbeitet zentral das ZDF:

    Thomas Hagedorn
    E-Mail: hagedorn.t(at)zdf(dot)de
    Telefon: 06131/7013802

    Spezifische Fragen zur Methodik der Deutschland-Studie und zu anderen Prognos-Studien richten Sie an: deutschlandstudie(at)prognos(dot)com.

  • Gibt es noch tiefergehende Daten, etwa aus den Gemeinden, die Sie mir geben können?

    +

    Es werden nur die 401 Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland untersucht. Auf Ebene der Gemeinden und kreisangehörigen Städte liegen keine Daten vor. Sie können sich stattdessen die Ergebnisse für den Kreis, in dem ihr Ort liegt, anschauen. Alle Daten und Datenquellen sind abrufbar unter 

    undefinedhttps://deutschland-studie.zdf.de/

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