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Soziale Sicherungssysteme

Soziale Sicherungssysteme

«Die Zukunft der sozialen Sicherung hängt wesentlich von der Anpassungs- und Innovationsfähigkeit ihrer Teilsysteme ab.»

Der demografische Alterungsprozess und die damit einhergehende Verknappung des Erwerbspersonenpotenzials stellen die Sozialsysteme vor erhebliche finanzielle Belastungen. Die aktuell positive wirtschaftliche Entwicklung kann diesen Trend mittel- und langfristig nicht aufhalten. Insbesondere im Zeitraum von 2020-2035/40 wird die sozio-demografische Entwicklung zu massiven fiskalischen Konsequenzen führen. Vor diesem Hintergrund sind die sozialen Sicherungssysteme in den letzten Jahren mehrfach reformiert worden.

Der Reformprozess in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) hat die finanzielle Stabilität des Systems nachhaltig gestärkt. Die dazu notwendigen Leistungsrücknahmen müssen im Drei-Säulen-System der Alterssicherung über betriebliche und private Vorsorge ausgeglichen werden. Dabei stehen Alterseinkommen und Erwerbseinkommen in engem Zusammenhang. Aufgrund unsteter Erwerbsbiografien und niedriger Teilnahmequoten in der geförderten Altersvorsorge stellt die Vermeidung von Altersarmut eine zentrale Herausforderung der kommenden Rentnergeneration dar.

In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der sozialen Pflegeversicherung (SPV) besteht hingegen reformerischer Nachholbedarf. Trotz Gesundheitsfonds und Pflege-Neuausrichtungsgesetz hat sich in GKV und SPV die fiskalische Situation nicht nachhaltig gebessert. Der Gesundheitsbereich muss viel stärker die Qualität der Leistungserbringung in den Vordergrund stellen als das „Mehr“ an Leistungen. Inwieweit das „System“ dabei ein Hindernis ist, bleibt bislang unbeantwortet. Wir berechnen den Finanzbedarf und entwickeln Finanzierungssysteme, die eine qualitativ hochwertige Versorgung sowohl im Gesundheits- als auch Pflegebereich sichern.