Umsetzung der Sprach- und Entwicklungsstands- erhebungen bei vierjährigen Kindern

Auftraggeber

Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ)

Jahr

2026

Partner

fischerAppelt, Wissenschaftszentrum Berlin


Der Koalitionsvertrag der Bundesregierung plant eine bundesweite Diagnostik für alle Vierjährigen, abgestimmt mit den Ländern und verpflichtend. Daran soll sich eine gezielte Förderung anschließen. Zur Umsetzung erarbeitet die Regierung ein Qualitätsentwicklungsgesetz (QEG).  

Für das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) zeigen wir in unserer Expertise, wie sich Sprach- und Entwicklungsstandserhebungen bei Vierjährigen bundesweit wirksam, wissenschaftlich fundiert und praxisnah umsetzen lassen. Ziel ist es, präzise Handlungsempfehlungen für das geplante Gesetz zu liefern und wissenschaftliche Erkenntnisse mit den Anforderungen der Praxis zu verbinden.

Von der Erhebung zur passgenauen Förderung 

  • Ressourcenorientierte Perspektive: Sprach- und Entwicklungsstandserhebungen sind kein Selbstzweck. Sie sollen die Grundlage für eine bedarfsgerechte Förderung aller Kinder schaffen – unabhängig von Herkunft, Familiensprache oder sozialer Lage.  
  • Ganzheitlicher Blick auf kindliche Entwicklung: Die Sprachentwicklung ist zentral für Bildungschancen. Sie soll zusammen mit kognitiven, motorischen und sozial-emotionalen Kompetenzen erfasst werden, da sie eng miteinander verknüpft sind.
  • Kita als zentraler Ort der Umsetzung: Kindertageseinrichtungen bieten durch ihre Alltagsnähe, stabile Beziehungen und ihren Förderauftrag den geeigneten Rahmen für Erhebungen, Förderung und Elternarbeit.  
  • Mehrstufiges, ressourcenorientiertes Vorgehen: Kontinuierliche Beobachtungen in der Kita sollen beibehalten und durch standardisierte Screenings im Alter von vier Jahren ergänzt werden. Eine Vermittlung in eine vertiefende Diagnostik soll nur bei begündetem Verdacht auf Sprach- und Entwicklungsstörungen erfolgen.  
  • Echte Entwicklungsimpulse: Sie können entstehen, wenn die Erhebungsergebnisse zielgerichtet in alltagsintegrierte und ergänzende Fördermaßnahmen einfließen. Eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern ist hierbei der Schlüssel, um Förderung individuell abzustimmen und nachhaltig wirksam zu machen.
  • Gute Rahmenbedingungen: Zur erfolgreichen Umsetzung sind zusätzliche qualifizierte Fachkräfte, bessere Fachkraft-Kind-Relationen, hinreichend Zeit für mittelbare pädagogische Tätigkeiten sowie gezielte Fort- und Weiterbildungen notwendig – vor allem in Einrichtungen mit besonderen Herausforderungen. Gleichzeitig müssen die Mehraufwände für Erhebung, Maßnahmenableitung, Planung und Förderbegleitung angemessen vergütet werden, um Qualität zu sichern und Fachkräfte zu entlasten. 

Die Expertise liefert konkrete Empfehlungen für die verpflichtende Sprach- und Entwicklungsstandserhebung und anschließender Fördermaßnahmen im Rahmen des geplanten QEG.

Unsere Vorgehensweise

Für die Expertise haben wir ein mehrdimensionales, interdisziplinäres Vorgehen umgesetzt:

  • systematische Auswertung der wissenschaftlichen Literatur zum aktuellen Forschungsstand in der frühkindlichen Entwicklung und Diagnostik
  • sechs wissenschaftliche Expertinnen- und Experten-Hearings mit Fachleuten aus Psychologie, Pädagogik, Medizin und Sprachdiagnostik
  • Praxis-Workshop mit rund 50 Akteuren aus Kitas, Verwaltung, Wissenschaft und Fachpraxis
  • Analyse von Länderprofilen, um bestehende Verfahren, gesetzliche Regelungen und Fördermaßnahmen vergleichend auszuwerten

Links und Downloads

Zur Studie (PDF)

Weitere Informationen auf der Webseite des BMBFSFJ

Projektteam: Dr. Anna Marina Schmidt, Dr. Dagmar Weßler-Poßberg, Rahel Reemtsma

Stand: 14.04.2026 

Haben Sie Fragen?

Ihr Kontakt bei Prognos

Dr. Dagmar Weßler-Poßberg

Partnerin, Leitung Gesellschaftspolitik

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Dr. phil. Anna Marina Schmidt

Projektleiterin

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