Die Deutschen arbeiten zu wenig. Oder doch nicht?

Kategorie

Expertise

Datum

02. März 2026

Appelle, mehr zu arbeiten, greifen ins Leere – entscheidend sind die Rahmenbedingungen.
Dr. Michael Böhmer
Hoher Beschäftigungsstand, aber viel Teilzeit. Niedrige Jahresarbeitszeit, aber viele berufstätige Mütter. Man verliert leicht den Überblick: Arbeiten wir in Deutschland viel oder wenig? In seiner aktuellen Kolumne im CEO.Table bringt Prognos-Chefvolkswirt Dr. Michael Böhmer Klarheit in die Debatte um die Arbeitszeit in Deutschland.

Die hohe Erwerbsbeteiligung und die niedrige Jahresarbeitszeit hängen eng zusammen. „Mehr Teilzeit ermögliche mehr Beschäftigte – dieser Mechanismus ist kaum aufzulösen“, so Böhmer.

Bis 2037 werden rund vier Millionen Menschen mehr in Rente gehen als nachrücken. Das bremst die Wirtschaftsleistung – es sei denn, die durchschnittliche Arbeitszeit oder die Erwerbsbeteiligung steigt.

Warum Appelle nicht wirken und was stattdessen nötig ist 

Politische Forderungen nach „mehr Arbeit“ verfehlten laut Böhmer den Kern des Problems: Präferenzen ließen sich nicht verordnen. Entscheidend seien die Rahmenbedingungen des Arbeitsmarkts, die tatsächliches Verhalten ermöglichen. Diese umfassten so unterschiedliche Themen wie Kinderbetreuung, Transferentzugsraten oder das Ehegattensplitting. Nur strukturelle Lösungen könnten das Erwerbspotenzial heben – moralische Appelle nicht.

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Stand: 02.03.2026

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