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Handel in geopolitisch unsicheren Zeiten: Verbindungsländer als Chance

Kategorie

Expertise

Datum

27. August 2025

Geopolitische Spannungen erschweren den globalen Handel. Deutschland ist stark abhängig vom Welthandel, eine globale Fragmentierung würde die deutsche Volkswirtschaft hart treffen. Unternehmen aus Deutschland und Europa setzen in ihren Handelsbeziehungen daher zunehmend auf politisch und wirtschaftlich gleichgesinnte Länder. Dies verstärkt jedoch den Trend hin zur geoökonomischen Fragmentierung. Sogenannte Verbindungsländer setzen sich über Differenzen geopolitischer und ideologischer Lager hinweg. Sie könnten so der Polarisierung, insbesondere zwischen den USA und China, entgegenwirken. 

Doch wie lassen sich für Deutschland und Europa relevante Verbindungsländer identifizieren? Und welche Chancen und Risiken bieten engere Handelsbeziehungen mit diesen Ländern, um die außenwirtschaftliche Resilienz in geopolitisch unsicheren Zeiten zu stärken? 

Diesen Fragen ist Eva Willer, Beraterin im Bereich Volkswirtschaft, in ihrem Papier „Verbindungsländer als außenwirtschaftliche Brückenbauer in der geoökonomischen Zeitenwende“ für die Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) nachgegangen. 

Verbindungsländer können Brücken bauen

Das sind die Kernpunkte des Papiers: 

  1. Geopolitische Spannungen als Herausforderung: Die aktuellen geopolitischen Spannungen, insbesondere zwischen den USA und China, erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer verstärkten Fragmentierung der Weltwirtschaft bzw. Blockbildung kommt.
  2. Rolle der Verbindungsländer: Verbindungsländer spielen eine entscheidende Rolle in dieser Entwicklungsphase der Weltwirtschaft. Sie agieren als Brücken zwischen konkurrierenden potenziellen Blöcken. Damit halten sie trotz wachsender Handelshemmnisse und geopolitischer Konflikte den internationalen Handel aufrecht.
  3. Wirtschaftliche Verwundbarkeit Deutschlands: Deutschland ist aufgrund seiner hohen Außenhandelsquote besonders anfällig für die disruptiven Effekte einer potenziellen Blockbildung. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, strategische Partnerschaften mit Verbindungsländern zu entwickeln bzw. auszubauen.
  4. Chancen und Risiken des Handels mit Verbindungsländern: Engere Handelsbeziehungen mit Verbindungsländern bieten Chancen, Absatz- und Beschaffungsmärkte zu diversifizieren und Ausfallrisiken zu mindern. Sie können jedoch auch zu erhöhten Komplexitäten und Unsicherheiten in den globalen Wertschöpfungsketten führen.
  5. Notwendigkeit von politischer Unterstützung: Die deutsche und europäische Politik sollte Rahmenbedingungen schaffen, die die Unternehmen beim Zugang zu Verbindungsländern unterstützen und den Ausbau dieser Handelsbeziehungen fördern.
  6. Zusammenarbeit als Schlüssel: Eine enge Kooperation zwischen Wissenschaft, Politik und Wirtschaft ist zentral, Handelsbeziehungen mit Verbindungsländern zu identifizieren und auf-zubauen. Eine solche Zusammenarbeit ist entscheidend, um den Herausforderungen einer sich fragmentierenden globalen Wirtschaft zu begegnen.

Links und Downloads 

Zum Papier (PDF, Webseite SWP)

Stand: 27.08.2025

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Eva Willer

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